Berlinale TheMiracleoftheSaargossaSeaKiki PapadopoulouAus der Sektion Berlinale Panorama 2019, Teil 1/3

Claus Wecker 

Berlin (WEltexpresso) - Der dritte Film des griechischen Regisseurs Syllas Tzoumerkas biete eine der ungewöhnlichsten Polizistinnenfiguren des Kinos, hieß es im Programmheft der Berlinale. Das hörte sich vielversprechend an. Aber wie es mit vielen Film-Ankündigungen so ist, ihr Gegenstand kann mit dem werbenden Text nicht mithalten.

Besagte Ordnungshüterin Elisabeth, die von Angeliki Papoulia kraftvoll gespielt wird, vernimmt junge Terroristen, nachdem diese bei einer Orgie festgenommen worden sind. Auch um sie und ihren kleinen Sohn zu schützen, versetzen ihre Vorgesetzten Elisabeth an einen Küstenort. Zehn Jahre später führt sie dort als Polizeichefin ein ruppiges Regiment. Ihre Verbannung aus Athen versucht sie mit exzessivem Alkoholgenuss zu verarbeiten. Ein Todesfall bringt sie mit einer Frau zusammen, die in der örtlichen Aalfarm arbeitet. Rita, von der Co-Autorin des Drehbuchs, Youla Boudali, dargestellt, ist so etwas wie eine Schwester im Geiste von Elisabeth. Sie hat einen Bruder, der sich mit der Dorfbevölkerung anlegt. Und auch sie ist unzufrieden mit ihrem Leben.

Hätte sich Tzoumerkas doch auf das Erzählen dieser an sich interessanten Geschichte konzentriert! Leider muss er nach einem fulminanten Beginn im Stil eines Cop-Thrillers die Lebensläufe Elisabeths und Ritas zu einem wirren Knäuel verschlingen und dazu noch metaphorisch überhöhen. Dabei spielen die Aale eine Rolle, das Wunder bleibt aus, und natürlich ist das Fischerdorf ein einziger Sumpf. Verworrenes Arthouse-Kino, das auf Höheres hinaus will. Der Film ist eine griechisch-niederländisch-deutsch-schwedische Co-Produktion und zeigt, auf welche Abwege europäische Filmförderung führen kann.

Foto:
Miracle: © Kiki Papadopoulou