elfrath liebeSerie: Auf die Schnelle: Gute Unterhaltungsliteratur, gebraucht, Teil 29

Lena Lustig

Köln (Weltexpresso) – Das wurde dann doch zuviel, als daß wir, wie vorgehabt, auch den zweiten Roman von einer Frau über eine Frau in einen Artikel gebracht werden. War Lena Elfrath, die sogar aus Frankfurt kommt, eigentlich beim Robert Gernhardt Preis nicht dabei?

DIE LIEBE IST EIN SCHMETTERLING von Lena Elfrath

Im Roman, schaut man ins Inhaltsverzeichnis, das ja Roman selten haben, liest man

Kapitel 1: ARBEIT
Kapitel 2: FREUNDSCHAFT
Kapitel 3: ESSEN
Kapitel 4: FEIERN

und es geht so weiter mit FREIHEIT, KLEIDUNG...immer neuen Begriffen in Teil 1, sowie vier weiteren Kapiteln in Teil 2, sowie ein Intro, bei dem GLÜCK steht und ein Outro, ohne jegliche Kennzeichnung. Na so was.

Also das Glück!? Es geht um Fiona, die von sich selber sagt; „Ich bin kein klassisch schönes Beauty- und Dessousmodel. Ich werde eher auf den Laufsteg geschickt. Dort haben die Mädchen oft ein markanteres Gesicht und keine Oberweite, die Statur gleicht eher einem Stab auf zwei Stäben aka Angelrute.“ Aua, jetzt geht es mit diesem ans Englische angelehnten, angeblich modernen Slang los, um lauter Nichtigkeiten, die so was von Oberflächlichkeit andeuten. So also ist Fiona und das Glück.

Weiter, jetzt verstehen wir das Arrangement, geht es ebenfalls unter dem Tenor Glück um eine zweite Person, um Aline. Die strengt sich an, einen ästhetisch warm strahlenden Tisch zu dekorieren, eine Teetafel, um das sie die Gäste schon vor sich sieht.

Auch Achim kommentiert das, was er in Gang setzt und was geschieht. Er arbeitet zu viel, er ist noch jung und schon ‚Head of Media für Europa‘ mit entsprechenden Wohlstandsutensilien wie tollen Autos. Ja, genau, das, was man Lifestyle nennt.

Und soll der nun alles aufmischen, ein gewisser Maik, der sich so kleidet, daß er am Hauptbahnhof als Obdachloser in einen Zug steigt, wo er sich nicht hinzusetzen traut, obwohl die Fahrt drei Stunden dauert und er eine richtige Fahrkarte hat. Eigenartig, dieser Mann ist der einzige, der über die aktuelle Situation hinaus überhaupt reflektiert – über das Leben, auch über sein Leben. Und zwar auf hohem intellektuellen und moralischen Niveau, das ihm Gewißheit bringt: „Freiheit ist, wenn ich nichts zu verlieren habe.“

Das war mittags unter dem Tenor GLÜCK. Kapitel 1, jetzt verstehen wir diese Versuchsanordnung, denn der neue Begriff, siehe oben, ist nun ARBEIT, unter dem alle vier Protagonisten ihre Welt erklären, befragen, verurteilen, loben.

Aber das hilft uns nicht so recht weiter, denn beim Weiterlesen stellt sich doch eine gewisse Ermüdung ein, auch wenn die einzelnen Passagen durchaus interessant sind.

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Info:
Lena Elfrath, Die Liebe ist ein Schmetterling, weissbooks.w, 2016
ISBN 978 3 86337 099 2