Amme van Alfred RollerkopieHUGO VON HOFMANNSTHALS UND RICHARD STRAUSS’ „SCHMERZENSKIND“.  Internationale Tagung 30. Oktober bis 1. November im Goethehaus

Felicitas Schubert

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Eine Oper, die die einen zum Jubeln bringt, einem anderen gleichgültig bleibt. Und von daher schon sowieso hochinteressant. ‚Die Frau ohne Schatten‘, die vor 100 Jahren am 10. Oktober 1919 uraufgeführt wurde, bildet den Höhepunkt der annähernd drei Jahrzehnte dauernden Zusammenarbeit von Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss. Einen Ausnahmerang nimmt das Stück in jeder Hinsicht ein.

Das von Strauss als „letzte romantische Oper“ bezeichnete Werk, wobei das Romantische auf die luxurierende Symbolwelt des Märchens zielt, wurzelt tief im 19. Jahrhundert – die Vorbilder von Mozarts ‚Zauberflöte‘ und Goethes ‚Faust‘ sind nicht zu übersehen – und versteht sich gleichzeitig als Entwurf eines Welttheaters für das 20. Jahrhundert.

Die musik-, literatur- und theaterwissenschaftliche Tagung wird sich dem Hauptwerk von Hofmannsthal und Strauss auf unterschiedlichen Wegen nähern, doch soll dabei die Zusammenarbeit von Dichter und Komponist im Zentrum stehen.

Eine Podiumsdiskussion u.a. mit dem Dramaturgen Norbert Abels, dem Bühnenbildner Jens Kilian und der Mezzosopranistin Tanja Ariane Baumgartner, die an der Frankfurter Produktion der ‚Frau ohne Schatten‘ beteiligt waren, wird in die Tagung integriert (31. Oktober, 19 Uhr), nicht nur, weil diese Aufführung viele inszenatorische Probleme des Stückes kongenial löst, sondern auch, weil sie musikalisch mustergültig war.

Mit Beiträgen von Evan Baker, Olaf Enderlein, Albert Gier, Katharina Hottmann, Adrian Kech, Ulrike Kienzle, Ulrich Konrad, Jürgen Maehder, Christiane Mühlegger-Henhapel, Christian Schaper, Jürgen Schläder, Martin Schneider, Uwe Schweikert, Ulrike Stamm, Juliane Vogel, Friederike Wißmann

Leitung Prof. Dr. Thomas Betzwieser und Apl. Prof. Dr. Bernd Zegowitz (Goethe-Universität Frankfurt am Main)


Tagungsprogramm 


DIE FRAU OHNE SCHATTEN
HUGO VON HOFMANNSTHALS UND RICHARD STRAUSS’ „SCHMERZENSKIND“

Tagung 30. Oktober bis 1. November 2019, Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum

MITTWOCH, 30. Oktober 2019

14.00 Uhr Anne Bohnenkamp-Renken Begrüßung / Bernd Zegowitz Einführung

14.15 – 15.00 Uhr Ulrike Kienzle, Frankfurt am Main „Nicht das Leuchtende durch Furcht verdunkeln, nicht dem wunderbaren Vogel die Flügel binden!“ – Zur Positionsbestimmung der ‚Frau ohne Schatten‘ im Musiktheater des frühen 20. Jahrhunderts

15.00 – 15.45 Uhr Adrian Kech, München Die Orchesterfantasie von 1946 oder ‚Das Mährchen. Prolog zur Frau ohne Schatten‘

16.15 – 17.00 Uhr Albert Gier, Bamberg Märchen, Oper, Märchenoper – ‚Die Frau ohne Schatten‘

17.00 – 17.45 Uhr Ulrike Stamm, Linz Der Orient als Raum der Verwandlung in Hofmannsthals Erzählung ‚Die Frau ohne Schatten‘

18.15 – 19.00 Uhr Vorstellung des Studierenden-Projekts ‚Richard Strauss in der Sammlung Manskopf – eine virtuelle Ausstellung‘


DONNERSTAG, 31. Oktober 2019

9.00 – 9.45 Uhr Juliane Vogel, Konstanz Gravitation und Gravidität in Hofmannsthals ‚Die Frau ohne Schatten‘

9.45 – 10.30 Uhr Katharina Hottmann, Hamburg „Segen der Widerruflichkeit“ – Zur musikalischen Psychologie der Ehe (vor allem im II. Akt) der ‚Frau ohne Schatten‘

11.00 – 11.45 Uhr Olaf Enderlein, Berlin „Das Zweckmäßige eines ruhigen, rationellen Arbeitens“ – Aspekte des Kompositionsprozesses von Richard Strauss am Beispiel des ‚Gesangs der Wächter‘ aus dem I. Aufzug der ‚Frau ohne Schatten‘

11.45 – 12.30 Uhr Jürgen Maehder, Salzburg Klangfarbendramaturgie und Orchesterbehandlung in der ‚Frau ohne Schatten‘

14.00 – 14.45 Uhr Christiane Mühlegger-Henhapel, Wien „Theater ist eben Zusammenarbeit“ – ‚Die Frau ohne Schatten‘ im Briefwechsel von Strauss, Hofmannsthal und Roller

14.45 – 15.30 Uhr Evan Baker, Asheville/NC „Die Bühne muß ihr Geheimnis wahren und das Publikum es achten!“ – Alfred Roller und die Uraufführung der ‚Frau ohne Schatten‘

16.00 – 16.45 Uhr Uwe Schweikert, Stuttgart „... menschlich ist dieser Klang“ – Stimm-Dramaturgie in der ‚Frau ohne Schatten‘

16.45 – 17.30 Uhr Jürgen Schläder, München „Übermächte sind im Spiel“ – Theatrale Deutungshorizonte der „letzten romantischen Oper“

19.00 Uhr Podiumsdiskussion Norbert Abels, Tanja Ariane Baumgartner, Jens Kilian, Jürgen Schläder und Ulrich Wyss; Leitung: Bernd Zegowitz


FREITAG, 1. November 2019

9.00 – 9.45 Uhr Martin Schneider, Hamburg „Zeige dich Vater“ – Zur Ästhetik des Unsichtbaren in ‚Die Frau ohne Schatten‘

9.45 – 10.30 Uhr Friederike Wißmann, Rostock Die Inszenierung von „Fremdheit“ in ‚Die Frau ohne Schatten‘ 11.00 – 11.45 Uhr Christian Schaper, Berlin „Gefühlswegweiser“ und „Komponiermaschine“ – Die musikalische Faktur der ‚Frau ohne Schatten‘ in der Doppel- perspektive von Produktion und Rezeption

11.45 – 12.30 Uhr Ulrich Konrad, Würzburg Endpunkt und Neuansatz – ‚Die Frau ohne Schatten‘ versus ‚Intermezzo‘

12.30 Uhr Thomas Betzwieser Resümee

Foto:
Amme, Figurine von Alfred Roller (UA 1919)
© wikipedia


Info:
Eine Veranstaltung der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Hofmannsthal-Gesellschaft
und des Freien Deutschen Hochstifts / Frankfurter Goethe-Museum

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos.
Anmeldung erbeten: Tel. (069) 13880-0 / E- Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!