Bildschirmfoto 2020 01 14 um 23.33.24Eine Veranstaltung des Masterstudiengangs Theater- und Orchestermanagement der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) am 28. Januar

Roman Herzig

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Die Digitalisierung hat unsere Umwelt in allen Lebensbereichen verändert und prägt unseren Alltag maßgeblich. Auch vor der Theater- und Orchesterlandschaft machen diese Entwicklungen keinen Halt. Bisher werden hier die Möglichkeiten und Konsequenzen der digitalen Umstrukturierung unserer Arbeitswelt jedoch nicht in vollem Maße ausgeschöpft oder gar ignoriert. Im Rahmen des Podiums zum Thema „Digitalisierung im Theater“ im Wintersemester 2019/20 diskutieren Persönlichkeiten der Theaterwelt über die Digitalisierung in der Darstellenden Kunst und den Orchestern.

Inwieweit ist die Digitalisierung in den deutschen Theatern schon fortgeschritten, wo liegen die Chancen und welche Risiken gibt es?

Im Fokus des Podiums „Kulturinstitution 4.0 - intern und extern kommunizieren“ stehen die durch die Digitalisierung ausgelösten Veränderungen der internen Kommunikation einerseits sowie der Kommunikation nach außen mit dem Publikum. Die Referentinnen und Referenten gehen der Frage nach, welche Arbeitsstrukturen innerhalb des Theaters zur besseren Organisation digitalisiert werden können, und welche Auswirkungen sich daraus auf Berufe ‚hinter der Bühne’ ergeben. Außerdem werden digitale Kommunikationsmittel für eine Öffnung des Theaters unter die Lupe genommen; wie können Theater- und Orchester die Digitalisierung nutzen um in einen besseren Dialog mit ihren Besucherinnen und Besuchern zu treten?

PODIUM KONKRET, ist eine Gesprächsreihe von Studierenden des Masterstudiengangs Theater und Orchestermanagement an der HfMDK Frankfurt und beschäftigt sich mit aktuellen Fragestellungen, Herausforderungen und zukünftigen Potentialen der Theater- und Orchesterlandschaft. In diesem Jahr diskutieren in insgesamt zwei Abendveranstaltungen Gäste zu den Auswirkungen und Potentialen von Digitalisierung in den Darstellenden Künsten und der Musik. Die erste Diskussion zum Thema „Digitalisierung – Eine Bereicherung für die Bühne“ über die Chancen von digitalen künstlerischen Produkten fand am 9. Juli 2019 im Frankfurt LAB statt.

Gäste am 28. Januar 2020

Julia Müller studierte Theaterwissenschaften und Rechtswissenschaften an der Ludwig- Maximilians -Universität in München sowie Theater- und Orchestermanagement an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Es folgten Praktika und Volontariate, u.a. beim DOK. fest München und dem Festival Tanzwerkstatt Europa, in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Künstlerischem Betriebsbüro und Festivalorganisation. Neben dem Masterstudium arbeitete sie als wissenschaftliche Hilfskraft in der Abteilung Finanzen und Controlling der HfMDK Frankfurt und unterstützte mehrere studentische Projekte als Produktionsleitung. Ab Mai 2016 war sie die Persönliche Referentin des Generalintendanten am Staatstheater Braunschweig. Seit der Spielzeit 2017/18 ist sie als Referentin der Verwaltungsdirektorin an den Städtischen Bühnen Frankfurt tätig.

Ingo Sawilla hat Germanistik und Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert. Bereits während seines Studiums arbeitete er für das Münchner Volkstheater sowie weitere Theaterprojekte und Festivals. Im Anschluss führte sein Weg 2009 nach Berlin und Köln, wo er die Öffentlichkeitsarbeit für zahlreiche Institutionen, Festivals und freie Projekte im In und Ausland mit Schwerpunkt Theater und Tanz betreute, u.a. für die Berliner Festspiele, die Kunst- Fest Spiele Herrenhausen sowie das Theater Festival Impulse. Mit Beginn der Intendanz von Martin Kušej 2011 am Residenztheater war er sechs Jahre lang zuständig für die komplette Online- Kommunikation des Hauses sowie die Pressearbeit. Seit einigen Jahren gibt er Workshops und hält Vorträge im Bereich Online-Kommunikation für Kultureinrichtungen und arbeitet beratend, zuletzt u.a. für die Bayreuther Festspiele. Als Dozent unterrichtet er an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Seit der Spielzeit 2017/18 leitet er die Abteilung Kommunikation des Berliner Ensembles.

Hannes Tronsberg ist der Gründer und CEO von future demand. Das neu gegründete Unternehmen entwickelt ein SaaS-Tool, welches es Unternehmen der Kultur- und Live-Entertainmentbranche ermöglicht, mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und Machine Learning die Prognose von Besuchszahlen, eine gezieltere Ansprache und eine deutliche Steigerung der Ticketumsätze zu generieren. Vorher arbeitete Hannes Tronsberg als Projektleiter bei actori, dem führenden Unternehmen für Strategieberatung, Marketing und Entwicklung im Bereich der Künste, der Bildung und der Unterhaltungsindustrie. Zuvor war er Geschäftsführer der Martinu Festtage, eines klassischen Musikfestivals in der Schweiz, sowie der Kommunikationsleiter der ICF Freestyle Kayak World Championships in Thun (CH) im Jahr 2009. Er hat Wirtschaft, Philosophie und Musikwissenschaft in Hamburg, der Schweiz und München studiert.

Moderation

Toni Müßgens ist Absolvent des Masterstudiengangs Theater- und Orchestermanagement. Von 2015-2018 arbeitete er als Produktionsleiter bei der Wiesbaden Biennale und den Internationalen Maifestspielen Wiesbaden. Davor war er bei den Internationalen Schillertagen und Theater der Welt in Mannheim tätig. Seit 2017 ist er Gastdozent im Fach ‚Produktion‘ im Studiengang Theater und Orchestermanagement. Derzeit arbeitet er als Künstlerischer Produktionsleiter an der Schauburg – Theater für junges Publikum der Landeshauptstadt München.

Foto:
Plakat
© HfMDK

Info:
Eine Gesprächsreihe zu aktuellen Fragestellungen im Theater und Orchester am Dienstag, 28. Januar 2020 | 19.30 Uhr | Frankfurt LAB Schmidtstraße 12; 60326 Frankfurt am Main
Eintritt frei