Statement des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) zur Forderung, Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit auf allen Straßen innerorts vorzuschreiben

Gerhard Wiedemann

Berlin (Weltexpresso) - Allerorten werden mehr und mehr 30 km-Zonen in den Städten eingeführt. Wir haben damit gute Erfahrungen, weil die Geräusche zurückgehen und auch Unfälle glimpflicher ablaufen. Was die Umwelt angeht, legt nun der VDA seine Stellungnahme vor, die aus mehreren Gründen interessant ist.  

Eine Ausdehnung von Tempo 30 über die bestehenden Zonenregelungen hinaus führt nicht automatisch zu einer Emissionseinsparung., erläutert der VDA.  Im Gegenteil: bei Tempo 30 wird meist in einem niedrigeren und damit ungünstigeren Gang gefahren. Damit erhöhen sich Verbrauch und CO2-Ausstoß tendenziell. Auch die Stickoxidemissionen sinken nachweislich nicht. Zielführender sind Maßnahmen zur Verstetigung des Verkehrsflusses. Tempo 30 in Verbindung mit „Rechts vor Links“-Kreuzungen kann hier kontraproduktiv wirken.

 

Konsequenz des VDA: Wenn Tempo 50 und die damit verbundene Zeitersparnis auf den Hauptstraßen wegfällt, werden viele Autofahrer von den großen Verkehrsachsen auf Nebenstraßen ausweichen. Die Nutzung von Schleichwegen und der damit verbundene Anstieg des Verkehrs in Wohngebieten würden sich negativ auf die Verkehrssicherheit und die Lärmbelastung auswirken. Für den öffentlichen Nahverkehr kann eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h zu Zeitverlusten und damit zu erhöhtem Fahrzeug- und Personaleinsatz führen. Dies verschlechtert die Konkurrenzfähigkeit des Busverkehrs.

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