ba IntermusicaleKonzerte der Chopin-Gesellschaft Taunus Mitte September 

Barbara Weber

Oberursel (Weltexpresso) -  Die Intermusicale der Chopin-Gesellschaft Taunus findet alle zwei Jahre statt. Unter dem Motto „Rising Stars“ spielten am Wochenende vom 13.-15.9.19 junge Musiktalente das Kammermusikwerk von Fryderyk Chopin und Szymon Laks. Die Veranstaltungsreihe war erstmals vom neuen Präsidenten der Chopin-Gesellschaft, Rolf Kohlrausch, organisiert worden. „Ich möchte Akzente setzen, deshalb habe ich mich für den Schwerpunkt Kammermusik entschieden“, erzählte er. Ein wichtiges Anliegen der Chopin-Gesellschaft, die aus der 1979 gegründeten Hauskonzertreihe der Klavierpädagogin und heutigen Ehrenpräsidentin Ilse Schwarz-Schiller entstand, ist die Förderung junger Musiker. Die „aufgehenden Sterne“ boten an drei Abenden in der Stadthalle Oberursel ein abwechslungsreiches Programm.

Freitag begann mit einem abwechslungsreichen Liederabend. Neben Liedern von Chopin (1810-1849) wurden auch Stücke von Szymon Laks (1902-1983) aufgeführt. Die Lebenswege der beiden Komponisten verliefen ähnlich: sie führten beide von Warschau über Wien nach Paris und es war interessant, die Werke der beiden Musikerpersönlichkeiten im Kontext zu hören. Am Samstag folgte ein Duo-Abend mit Katharina Deserno am Cello und Anna Naretto am Klavier, die für den verhinderten Pianisten Nenad Lecic eingesprungen war. Die europaweit konzertierende Solistin und Kammermusikerin Katharina Deserno ist Professorin an der Musikhochschule Frankfurt und Anna Naretto, die in Italien geboren wurde und hauptsächlich in Deutschland arbeitet, hat aus der Kammermusik und der Liedgestaltung den Mittelpunkt ihrer pianistischen Tätigkeit gemacht. Sie harmonierten sehr gut und begeisterten die Zuschauer mit ihrem einfühlsamen Spiel.

Der krönende Abschluss der Intermusicale fand am Sonntag mit dem Kammermusik-Abend statt. Neben den Pianisten Isabell von Bernstorff, Katarzyna Wieczorek, Sofia und Paul Braica und Malin Goslar, spielten auch Elena Graf (Violine) und Carolina Hernández (Querflöte). Am Cello brillierte der achtzehnjährige Manuel Lipstein. Er war schon im Alter von zehn Jahren Jungstudent bei Deserno und durfte ihren ursprünglich geplanten Part am Kammermusik-Abend übernehmen. Lipstein, der seit September an der Kronberg Academy studiert, nutzte die Gelegenheit, sein Können zu zeigen – ganz besonders bei Chopins Trio für Violine, Cello und Klavier. Das Publikum würdigte das Konzert mit langanhaltendem Applaus und als Zugabe spielte die Jüngste aus dem Kreis der Musiker, die sechzehnjährige Pianistin Malin Goslar, einen Walzer von Chopin. Er bildete einen schönen, beschwingten Abschluss der Intermusicale und man darf schon gespannt sein, welche Schwerpunkte Rolf Kohlrausch bei den nächsten Veranstaltungen der Chopin-Gesellschaft setzen wird.

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© Barbara Weber