a rheinAuslaufinanzierungen für vier laufende LOEWE-Projekte bewilligt. Frankfurter LOEWE-Zentrum „SAFE“ soll Leibniz-Institut werden

Hubertus von Bramnitz

Frankfurt am Main/ Wiesbaden (Weltexpresso) - Das bundesweit einmalige Forschungsförderprogramm LOEWE geht in eine 13. Auswahlrunde. Das hat der Hessische Minister für Wissenschaft, Boris Rhein, heute bekanntgegeben. Ab morgen können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit ihren Forschungsvorhaben in der themenoffenen Förderlinie 2 LOEWE-Schwerpunkte bewerben. Weltexpresso hatte fortlaufend darüber berichtet. Die Antragsskizzen müssen bis zum 15. April 2019 eingereicht werden; die Ausschreibung ist auf loewe.hessen.de zu finden. Start der im wettbewerblichen Verfahren ausgewählten Projekte ist am 1. Januar 2021.

Wissenschaftsminister Boris Rhein betont immer wieder, wie wichtig ihm persönlich dieses Projekt ist: „Ich freue mich, dass wir mit dem disziplinenübergreifenden Exzellenzprogramm LOEWE in die mittlerweile 13. Staffel gehen. Die Stetigkeit des Programms beweist den Erfolg der hessischen Forschungsförderung – in diesem Jahr konnten wir den zehnten Geburtstag von LOEWE feiern. Mehr als 1,75 Milliarden Euro sind seit dem Start investiert worden. LOEWE ist das Kernstück der hessischen Forschungspolitik und eine bundesweite Erfolgsgeschichte. Ich bin gespannt, welche interessanten und wegweisenden Vorhaben sich in dieser Runde bewerben werden.“

Zudem wird die Hessische Landesregierung vier bestehende LOEWE-Forschungsprojekte – ein LOEWE-Zentrum und drei LOEWE-Schwerpunkte – im Jahr 2019 weiterhin mit insgesamt rund 7,5 Millionen Euro unterstützen. Das hat die LOEWE-Verwaltungskommission am 29. November auf Basis externer Gutachten und der Förderempfehlungen des LOEWE-Programmbeirats entschieden.

Für das Frankfurter LOEWE-Zentrum „SAFE –Sustainable Architecture for Finance in Europe“ (5. Förderstaffel), das sich den Herausforderungen moderne globaler Finanzmärkte widmet, stellt die Landesregierung eine Auslauffinanzierung in Höhe von rund 5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Zentrum hat zudem eine besonders vielversprechende Perspektive: Es soll zum Leibniz-Institut werden. Das Land Hessen hat dafür im Jahr 2017 einen Aufnahmeantrag bei der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz gestellt. Derzeit läuft das Evaluierungsverfahren. Die LOEWE-Verwaltungskommission und der LOEWE-Programmbeirat konnten sich in ihren Herbstsitzungen 2018 bereits von den Erfolgsaussichten dieses Vorhabens überzeugen.

„Die Überführung wäre ein erneuter Erfolg der LOEWE-Förderung. „SAFE“ würde sich in die Liste jener LOEWE-Zentren einreihen, die mittlerweile in die institutionelle außeruniversitäre Forschungsförderung von Bund und Ländern überführt werden konnten“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein. Bislang ist es durch die erfolgreiche LOEWE-Förderung bereits gelungen, zwei renommierte Leibniz-Einrichtungen in Frankfurt zu erweitern: Das „Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum SBiK-F“ ergänzt die Senckenberg-Forschung, das „IDeA-Zentrum“ ist Teil des DIPF - Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation.

Zudem konnten drei LOEWE-Schwerpunkte der 8. Förderstaffel in den vergangenen Jahren exzellente Ergebnisse präsentieren und damit die LOEWE-Gremien überzeugen, die finanzielle Förderung um ein weiteres Jahr zu verlängern.

Der lebenswissenschaftliche Schwerpunkt der Technischen Universität Darmstadt „CompuGene – Computergestützte Verfahren zur Generierung komplexer genetischer Schaltkreise“ beschäftigt sich mit der Einbringung genetischer Schaltkreise in biologische Systeme, um deren Eigenschaften gezielt zu verändern. Hierfür stellt die Landesregierung eine Auslauffinanzierung von rund 812.000 Euro bereit.

Den Darmstädter ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkt „iNAPO - Ionenleitende Nanoporen“, der sich mit der Herstellung robuster und dennoch zuverlässiger und sensitiver Sensoren im Nano-Maßstab beschäftigt, unterstützt die Landesregierung mit einer Auslauffinanzierung von rund 718.000 Euro.

Das geistes- und sozialwissenschaftliche Forschungsprojekt „Prähistorische Konfliktforschung – Burgen der Bronzezeit zwischen Taunus und Karpaten“ der Goethe-Universität Frankfurt erforscht den Zusammenhang von Herausbildung und Struktur neuartiger politischer Mächte mit der Entstehung neuer Formen militärischer Gewalt. Hierfür erhält der Verbund eine Auslauffinanzierung von rund 722.000 Euro.

Der Vorsitzende des LOEWE-Programmbeirats und frühere Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, würdigt das Engagement des Landes für Forschung und Entwicklung: „LOEWE hat eine großartige Bewegung im hessischen Wissenschaftssystem ausgelöst und zur Stärkung der Forschung beigetragen. Dies zeigt sich unter anderem in der hohen Anzahl der durch LOEWE erwachsenen interdisziplinären und überregionalen Forschungsverbünde. Ohne das große Engagement der hessischen Landesregierung, die hinter dem streng wettbewerblich, qualitätsgeleiteten Auswahlverfahren des Programms steht, wäre das nicht möglich.“

„Durch diese interdisziplinären Forschungsverbünde wurden während der laufenden Förderperiode bereits sehr gute Bedingungen für die Vernetzung und den Ausbau wissenschaftlicher Kompetenz und die nachhaltige Profilbildung der beteiligten Wissenschaftsinstitutionen geschaffen. Ich freue mich über die Entscheidung, sie ein weiteres Jahr lang zu unterstützen“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

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© wissenschaft.hessen.de

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Hintergrundinfos zu LOEWE

Die Abkürzung LOEWE steht für „Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“. Das Programm ist neben dem Hochschulpakt und dem Bauprogramm HEUREKA die dritte Säule der Hochschulförderung in Hessen. Seit 2008 wurden insgesamt 14 LOEWE-Zentren und 54 Schwerpunkte zur Förderung ausgewählt sowie 283 KMU-Verbünde – Projekte unter Beteiligung kleiner und mittlerer hessischer Unternehmen – gefördert. Weitere Informationen stehen auf loewe.hessen.de zur Verfügung.