Bildschirmfoto 2021 03 30 um 23.39.10Das Land will sich für die nächsten beiden Jahre wappnen

Redaktion tachles

Tel Aviv (Weltexpresso) - Für rund eine Milliarde US-Dollar will Israel jetzt weitere 30 Millionen Covid-Impfdosen kaufen. Dies sollte am Montag in einer geplanten Kabinettsitzung beschlossen werden. Doch Verteidigungsminister Benny Gantz sagte die Sitzung ab, nachdem sich Premier Binyamin Netanyahu geweigert hatte, die Ernennung eines ständigen Justizministers zu erörtern.

Generalstaatsanwalt Avichai Mendelblit hatte am Freitag Gantz und Netanyahu aufgefordert, die Position endlich fest zu besetzen. Im Augenblick ist Gantz nur kommissarischer Justizminister. Die Beschaffung der neuen Impfdosen wird mit viel Geheimniskrämerei versehen. Die Deals und Details sind unbekannt, die Beamten des Gesundheits- und Finanzministeriums müssen strenge Geheimhaltungsdokumente unterschreiben.

Unklar ist, worum es eigentlich geht. Will man eine öffentliche Diskussion über die Beschaffung verhindern, oder gibt es geschäftsbezogene Geheimnisse, die nicht an die Öffentlichkeit dringen dürfen? So wie es aussieht, wären die neuen, zusätzlichen Impfdosen nicht auf neue Mutanten adaptiert. Im Augenblick hat Israel noch genügend Impfdosen von Pfizer und Moderna, um demnächst - wenn die wissenschaftlichen Untersuchungen es zulassen - mit der Impfung von Kindern zu beginnen. Angeblich braucht es aber soviel neuen Impfstoff, um für 2021 und 2022 gewappnet zu sein.

Das Virus sei zu unberechenbar, um die Dinge dem Zufall zu überlassen. Man hat bereits Impfstoff von Astra Zeneca eingekauft, da es noch nicht klar ist, ob man bei Pfizer nach einem halben Jahr möglicherweise nachimpfen muss oder nicht und ob man dann nicht auf eine andere Impfung wechseln soll, weil dies den Schutz sicherer machen könnte. Auf alle Fälle sollen die Einkäufe getätigt werden ehe der ganz grosse Wettbewerb um den Impfstoff Israel möglicherweise als Mitbieter verdrängen könnte.

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Nachdruck des Artikels mit freundlicher Genehmigung aus dem Wochenmagazin TACHLES vom 29.3. 2021