Bildschirmfoto 2022 12 01 um 00.59.09Der israelisch-palästinensische Konflikt wird stets «heißer»

Jacques Ungar

Tel Aviv (Weltexpresso) - Tor Wennesland, der Uno-Spezial-Koordinator für den Nahost-Friedensprozess warnt davor, dass der israelisch-palästinensische Konflikt «wieder einen Siedepunkt erreicht». Während eines Briefings vor dem Uno-Sicherheitsrat erklärte der Gesandte den Mitgliedern, dass «Jahrzehnte der ständigen Gewalt, illegaler Siedlungsexpansion, stillgelegte Verhandlungen und sich vertiefende Besatzung dazu geführt haben, dass der Konflikt einen Siedepunkt erreicht hat».

Die hohen Niveaus der Gewalt, wie Wennesland es beschreibt, schließen «Akte der Gewalt gegen israelische und palästinensische Zivilisten ein, zunehmenden Waffengebrauch und Gewalt im Zusammenhang mit Siedlern». Alle diese Erscheinungen hätten schweres menschliches Leid verursacht. Der Doppel-Bombenanschlag von Jerusalem, der zwei Israeli getötet und über ein Dutzend mehr verwundet hätten, müsse von allen zurückgewiesen und verurteilt werden. Wennesland verurteilte auch die Siedlergewalt gegen Palästinenser in der Westbankstadt Hebron. Er fügte hinzu: «Die Benutzung von Zivilisten als Zielobjekte lässt sich nie rechtfertigen, und die Gewalt muss gestoppt werden.» Der Uno-Gesandte warnte ferner: «Die Demografie bewegt sich rascher vorwärts als die Politik». In ein paar Jahren würde das exponentielle Bevölkerungswachstum in Westbank und Gaza es zunehmend erschweren wenn nicht verunmöglichen, die wirtschaftliche, politische und Sicherheitssituation zu verwalten.

Foto:
Die Mutter eines 17-jährigen Palästinensers, der durch die IDF bei einer Verhaftung ermordet wurde, zeigt die bei der Aktion entstandenen Schäden. Weitere vier Palästinenser wurden verletzt.
©tachles

Info:
Nachdruck des Artikels mit freundlicher Genehmigung aus dem Wochenmagazin TACHLES vom 30. November 2022