Ministerpräsident Volker Bouffier bei Gedenkstunde für Dr. Abraham Bar Menachem in Gießen

Heinz Haber

Wiesbaden/Gießen (Weltexpresso) - Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat vorgestern an der Gedenkstunde für den am 24. März 2017 in Netanya, Israel, verstorbenen Dr. Abraham Bar Menachem im Gießener Rathaus teilgenommen.
„Die Nachricht vom Tod Abraham Bar Menachems hat mich tief getroffen. Er war ein Jahrhundertzeuge mit politischem Weitblick, Augenmaß und Leidenschaft, ein Versöhner und ein Brückenbauer. Ich verneige mich vor meinem Freund Abraham und seiner Lebensleistung“, sagte der Ministerpräsident. Gleichzeitig sprach er der Familie sein tief empfundenes Mitgefühl aus.
 
Abraham Bar Menachem, der 2011 mit dem Hessischen Verdienstorden und 2015 mit der Wilhelm Leuschner-Medaille ausgezeichnet wurde, lag die Verbundenheit zwischen seiner Geburtsstadt Gießen und der Stadt Netanya sehr am Herzen. „Er hatte einen wesentlichen Anteil daran, dass mit dieser Städtepartnerschaft eine der ersten israelisch-deutschen Partnerschaften entstehen konnte. Eine Freundschaft, die bis heute trägt“, sagte der Ministerpräsident.
 
Abraham Bar Menachem galt als Vorbild für die Annäherung und die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden. 1912 wurde er in Gießen geboren und verbrachte dort seine Kindheit und Jugend. Anfang 1934 flüchtete Abraham Bar Menachem aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Holland. 1938 emigrierte er nach Israel, wo er politische Verantwortung als Oberbürgermeister der Stadt Netanya übernahm und am Aufbau des Landes mitgearbeitet hat.
 
„Das Leben von Abraham Bar Menachem war erfüllt – mit vielen Höhen, aber auch vielen Tiefen. Dabei ist er seinen Weg stets weiter gegangen und hatte sein Ziel klar vor Augen. So wird er mir in guter Erinnerung bleiben“, sagte der Regierungschef. Gleichzeitig habe Abraham Bar Menachem dem Land, das auch ihm und seiner Familie so viel Leid zugefügt hat, Vertrauen entgegengebracht. „Mit diesem Vertrauen und seinem herausragenden persönlichen Einsatz für den Dialog hat er einen großen Beitrag geleistet, dass auch viele andere Menschen wieder Vertrauen fassen konnten“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier.