Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 27. März 2025, Teil 15
Redaktion
Berlin (Weltexpresso) - Als ich Riff Raff zum ersten Mal las, hatte ich das Gefühl, auf ein Theaterstück von David Mamet gestoßen zu sein, das noch niemand gesehen hatte. Große Worte, aber ich wusste, dass eine Verfilmung ihnen gerecht werden könnte. Ursprünglich vom preisgekrönten Dramatiker John Pollono geschrieben, wurde das Theaterstück in mühevoller Kleinstarbeit für die große Leinwand umgesetzt.
Eine Katastrophe von einer Familie: gewalttätig, egoistisch, impulsiv, wirklich lustig (obwohl besagte Familie das vermutlich anders sieht) und zeitweise herzzerreißend.
Alles dreht sich um ein großes Geheimnis und eine Menge Halbwahrheiten.
Da Stoffe über besondere Charaktere, zerrüttete Familien und toxische Männlichkeit die Wurzeln meiner gesamten Arbeit sind, war diese Geschichte wie für mich geschaffen. Die perfekte Chance, den derben Spaß und die Begeisterung von Filmen wie Goodfellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia, No Country for Old Men und Reservoir Dogs – Wilde Hunde mit ihrer charakteristisch „unerwarteten“ , spontanen Gewalt mit der cineastischen Bedeutsamkeit von Blue Velvet und A History of Violence zu verbinden. Und das alles eingebettet in den unbequemen Humor von White Lotus in einer Familie voller Virginia Woolfs.
Eine komplexe Herausforderung - bis wir mit dieser unglaublichen Besetzung gesegnet wurden. Wer könnte Virginia Woolf besser verkörpern als Jennifer Coolidge? Die Bedrohlichkeit eines Ed Harris im Zentrum? Die Eleganz von Gabrielle Union? Das rohe Talent von Pete Davidson und aufstrebenden Stars wie Lewis Pullman?
Neben unserer sorgfältig ausgewählten Besetzung war Xavier Grobet, der Kameramann von White Lotus, mein erster Ansprechpartner. Als ich den raffinierten, skurrilen Stil der Serie sah, war mir sofort klar, dass er der Richtige für den Job ist. Sein Zitat: 'Wir sind nicht hier, um uns über den Humor Gedanken zu machen, sondern um ihn zu filmen'.
Nach monatelanger, detaillierter Planung jeder einzelnen Szene hatten wir das Gerüst, um diesen Film zu etwas ganz Besonderem zu machen. Einen echten Grundriss für diese absurde Mischung aus Gewalt, Action und Humor mit großartigen Schauspieler*innen als Sahnehäubchen. Riff Raff – Verbrechen ist Familiensache wird zwar stark von seinen Charakteren getragen, ist aber weit mehr als die Darbietung des fantastischen Casts. Die unerwarteten Wendungen und das Erzähltempo garantieren dem Publikum einen wilden, lustigen und aufregenden Ritt.
Während mein erster Film von einem ganz anderen Vibe lebte, handelt es hier um eine Welt, in der ich mich wiederfinde und die ich zu schätzen weiß. Nicht weniger intensiv, aufregend oder einfallsreich ... aber einfach viel witziger.
Regisseur Dito Montiel
Dito Montiel ist Autor, Drehbuchautor und Regisseur. Als Sohn eines nicaraguanischen Schreibmaschinenmechanikers, wuchs er im New Yorker Stadtteil Queens auf und tourte als Teenager in einer Hardcore/Punk-Band in einem schrottigen Van durchs Land. Nach längerem Experimentieren fand er im Schreiben seine Bestimmung: Nachdem er sein Bestseller-Buch in ein Drehbuch umgewandelt hatte, gab Montiel sein Regiedebüt mit eben dieser Verfilmung Kids in den Straßen New Yorks und Robert Downey Jr. in der Hauptrolle.
Damit gewann er den Regiepreis in Sundance sowie den Kritikerpreis in Venedig und wurde bei den Independent Spirit Awards für das beste Drehbuch nominiert. Sechs Filme später kann Montiel bereits auf diverse Nominierungen und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit gefeierten Schauspieler*innen wie Al Pacino, Gary Oldman, Juliette Binoche, Bill Murray, Ed Harris, Robin Williams, Dwayne Johnson und Amanda Seyfried zurückblicken.
Foto:
©Verleih
Info:
Ein Film von Dito Montiel,
mit Bill Murray, Ed Harris, Jennifer Coolidge, Pete Davidson u.v.m.
USA 2024, 103 Minuten