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Kategorie: Film & Fernsehen

bon0Serie: Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 31. Dezember 2025, Teil 6

Redaktion 

Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Der Altenpfleger Rudy (Pierre Lottin) steht kurz vor dem Rausschmiss beim Pflegedienst, aber einen letzten Einsatz übernimmt er noch: Die 80-jährige Marie (Hélène Vincent) steckt zuhause fest, weil ihr Treppenlift klemmt, und ihr Sohn Bruno (David Ayala), der sich eigentlich um sie kümmern wollte, einfach nicht zu erreichen ist. Marie hat es eilig, denn ihren wichtigen Arzttermin darf sie auf keinen Fall versäumen. Rudy begleitet sie − und lässt sich von ihr überrumpeln, als sie ihn als ihren Sohn vorstellt und ihn ihre Einwilligungserklärung zur Sterbehilfe mit unterschreiben lässt. 



Hinterher erklärt sie ihm den Grund: Der Krebs, der vor einigen Jahren erfolgreich behandelt wurde, ist wieder aufgeflammt. Sie ist bereits im Endstadium und hat sich entschieden, die Tortur der Chemotherapie kein zweites Mal mitzumachen. In der Schweiz, wo Sterbehilfe legal ist, will sie ihrem Leben selbstbestimmt ein Ende setzen. Und sie möchte ihre kleine Familie – Bruno, der sich mit miesen Jobs herumschlägt und ständig in Geldnot ist, und Enkelin Anna (Juliette Gasquet) - mit auf die Reise in die Schweiz nehmen.

Am Abend aber, als alle versammelt sind, kann sie es nicht über sich bringen, die Wahrheit zu sagen und erfindet stattdessen die Geschichte vom Anruf eines Schweizer Notars: Ihr vor vielen Jahren verstobener Mann Jean habe ihr unverhofft ein Vermögen hinterlassen, und nun müsse sie persönlich nach Zürich, um an das Geld zu kommen. Fliegen kommt nicht in Frage, und so reaktivieren sie Jeans altes Wohnmobil. Weil Bruno – mal wieder – seinen Führerschein los ist, drängt sie Rudy als Fahrer mitzukommen. Widerwillig lässt er sich darauf ein, nimmt Marie dafür aber das Versprechen ab, Bruno und Anna bei nächster Gelegenheit zu erzählen, worum es bei dieser Reise wirklich geht…

Am nächsten Tag geht es los: Marie schließt (zum letzten Mal) das Gartentor und steckt den umgehängten Hausnotruf in den Briefkasten. Kurz sorgt noch Rudys zahme Ratte Lennon für Aufregung, die am liebsten auf Rudys Schulter sitzt. Doch als der Nager wieder in seiner Transportbox steckt, beruhigen sich die Gemüter.

Der erste Zwischenstopp ist der Friedhof, auf dem Jean begraben liegt. Marie möchte ein letztes Mal Abschied nehmen, aber Jeans Grab ist längst planiert – Bruno hat die Gebühren nie gezahlt. Auch beim nächsten Stopp an einer Tankstelle und auch abends, als sie am Meer Station machen, ist es für Marie immer noch nicht der richtige Moment, reinen Tisch zu machen. Nach dem gemeinsamen Pizza-Essen und einem Monopoly-Spiel, das in einen Streit ausartet, verspricht Maria Rudy, es ihnen am nächsten Tag ganz bestimmt zu sagen.

Am nächsten Morgen kommen aber wieder lauter Komplikationen dazwischen: Anna hat zum ersten Mal ihre Periode, und plötzlich ist Lennon verschwunden! Rudy und Bruno machen sich auf der Suche – bis Bruno sich kurzerhand eine Ratte aus dem Müllcontainer schnappt und sie Rudy als Lennon unterjubelt. Als Bruno und Marie über Anna sprechen, glaubt Rudy, der das Gespräch zufällig mithört, dass es um die Sterbehilfe geht und Marie es endlich über sich gebracht hat, ihrer Familie von ihrem Plan zu erzählen.

Als alle am Strand sitzen und Marie verrät, dass sie nie Schwimmen gelernt hat, klaut Rudy einem Kind die Schwimmflügel, legt sie Marie an, hebt sie hoch und geht mit ihr ins Wasser. Schließlich übernimmt es Bruno, seine Mutter zu tragen. Der nächste Zwischenstopp: eine Bowlingbahn. Alle albern herum, doch plötzlich ist der Spaß vorbei, als Marie einen Schwindelanfall hat. Anna sucht Maries Medikamente im Wohnmobil – doch sie stellt fest, dass Marie alle Pillen durch Süßigkeiten ersetzt hat; dabei entdeckt sie auch den Ordner mit den Unterlagen zur Sterbehilfe. Marie kommt dazu, doch Anna läuft weg.

Sie folgen ihr mit dem Wohnmobil, bis sie sie bei einem Roma-Camp einholen. Sie werden eingeladen, für das Grillfest am Abend zu bleiben. Am späten Abend sitzen Marie und Anna zusammen am Lagerfeuer und Marie erklärt ihr, dass sie selbst entscheiden will, solange sie es noch kann. 

Die Feier der Roma ist ein Abschied: Alle stoßen auf die verstorbene Oma Jeannine an, und danach wird getanzt. Anna lässt sich von Rudy zum Tanzen überreden. Am folgenden Morgen soll es weitergehen, doch das Wohnmobil springt nicht mehr an. Die Roma leihen ihnen als Ersatz einen Zirkuswagen. Doch bevor sie sich auf den Weg machen können, erleidet Marie erneut einen Schwächeanfall.

Im Krankenhaus, in das Marie gebracht wird, erzählt die Ärztin Bruno vom Krebs im Endstadium und empfiehlt, Marie solle zum Sterben dort bleiben. Bruno, völlig entsetzt, kann nicht glauben, was er hört – und nun kommt Marie nicht mehr drum herum, auch ihrem Sohn die Wahrheit zu beichten.

Doch noch ist Maries Reise nicht zu Ende.... Als die Krankenschwester ihr am nächsten Morgen das Frühstück bringen will, findet sie das Bett verlassen vor – da ist das Zirkusmobil mit Marie und ihrer Familie schon meilenweit entfernt. Noch 230 Kilometer biis Zürich…


Foto:
©Verleih


Info:
OT: ON IRA
von Enya Baroux
mit Hélène Vincent, Pierre Lottin, David Ayala, Juliette Gasquet u.v.m.

Besetzung
Marie Hélène VINCENT
Rudy Pierre LOTTIN
Anna Juliette GASQUET
Bruno David Ayala
in weiteren Rollen Henock CORTES
Gabin VISONA
Brigitte AUBRY
Fanny OUTEIRO DA COSTA
Jeanne ARENES
Nicolas LUMBRERAS
Ariane MOURIER
Cléa GODJI
Nicolas MARTINEZ

Stab
Regie Enya BAROUX 
Drehbuch Enya BAROUX, Martin DARONDEAU, Philippe BARRIÈRE

Abdruck aus dem Presseheft