Kinotour in Frankfurt, Köln, München, Düsseldorf, Wiesbaden. Im Verleih von Rotzfrech CinemaRedaktion
Berlin (Weltexpresso - Der Kinostart von FASSADEN von Alina Cyranek, durch Rotzfrech Cinema, am 12. Februar steht bevor. Das mehrfach ausgezeichnete Langfilmdebüt (Filmkunstfest MV, Exground Festival Wiesbaden) von Alina Cyranek verwebt vier persönliche Geschichten von Gewalt betroffener Frauen zu einer gemeinsamen Stimme – gesprochen von Sandra Hüller – und macht partnerschaftliche Gewalt auf eindringliche Weise sichtbar. Durch Tanz und Animation entsteht ein Raum, der das Unsagbare erfahrbar macht.
Nach einem erfolgreichen Kinotour Auftakt im Januar stehen weitere Termine u.a. in Frankfurt, Köln, München, Düsseldorf an. Die Filmgespräche im Rahmen der Tour sollen auf Mechanismen und strukturelle Dimensionen partnerschaftlicher Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Vollständige Tourtermine finden Sie unten. Es gibt ein begrenztes Kartenkontingent für beichterstattende Presse.
Synopsis
Häusliche Gewalt gegen Frauen: Die Zahlen sind eindeutig, das Leid kaum auszuhalten; und dennoch bleibt die Gewalt und vor allem die davon Betroffenen oft unsichtbar. Was Frauen in toxischen Beziehungen erleben, welche Auswirkungen die Gewalt auf ihr Leben hat und wie sie einen Ausweg und Hilfe finden, dies macht Alina Cyranek in ihrem Dokumentarfilm FASSADEN sichtbar.
In FASSADEN erzählt Sandra Hüller die Geschichte einer Frau, die aus einer langjährigen gewalttätigen Beziehung ausbricht, sowie von einem politischen und gesellschaftlichen System, das lieber wegschaut. Der Film zeigt, welche Machtstrukturen hinter den Fassaden stecken und wie der Staat Frauen unzulänglich schützt. Die Erzählung wurde aus vier realen Erfahrungsberichten zu einer Geschichte verdichtet, um die Anonymität der Frauen zu wahren. Alle Ereignisse haben sich tatsächlich so zugetragen, nichts ist erfunden.
Ein Tanzpaar erschafft in einer Blackbox Bilder einer Beziehung, hochästhetisch, physisch, poetisch und lässt somit Raum für Vielschichtigkeit und Komplexität solch einer Beziehung. Die Manipulation der Frau wird mittels Animation zunehmend sichtbar gemacht, indem einzelne Frames auf Papier ausgedruckt, bearbeitet und wieder in den Realfilm eingefügt werden. Den klassisch dokumentarischen Rahmen bilden Experteninterviews, die klar und sachlich die Machtverhältnisse und Beziehungsstrukturen einordnen. FASSADEN ist kein einfach konsumierbarer Film, sondern eine Herausforderung für die Zuschauenden.
Häusliche Gewalt und die damit verbundenen Statistiken sind brutal, erschütternd, physisch. FASSADEN spiegelt all das in seiner Form wider, ist radikal und eigensinnig.
Regisseurin Alina Cyranek über ihre Motivation für den Film:
"Formell geht es im Film um Kontraste zwischen Innen und Außen, Privatem und Öffentlichem, Glauben und Fakten, Emotionalität und Objektivität, psychischer und physischer Gewalt. All diese Aspekte sollten nicht bebildern, sondern vielmehr Assoziationsräume entfalten und in Kontrast mit den präzise kadrierten, sachlichen Experteninterviews stehen. Tanz wird als nonverbale Darstellungs- und Ausdrucksform genutzt, um innere Gefühlszustände oder Paardynamiken zu beschreiben. In der Inszenierung des Körpers und seiner Bewegung habe ich die besten Möglichkeiten gesehen, die eigenen physischen Grenzen, Energien, Gefühle, Gedanken, Vorstellungen und Erinnerungen auszuloten, die ohne Worte in Bewegung „versetzt“ werden konnten. Die damit verbundene Haptik, das Physische, war mir in darüber hinaus für den gesamten Film wichtig: Die Animation entstand unter dem Tricktisch mit Papierstills, die Musik wurde mit verschiedenen Klangkörpern eingespielt, das Sounddesign besteht aus Geräuschen von haptischen Materialien, die Grafiken sind handgeschrieben.
Das Selbstverständnis, mit dem die Politik und Gesellschaft der Gewalt begegnet und kleinredet, muss sich grundlegend ändern. Ist das, was in der eigenen Wohnung passiert, wirklich Privatsache? Ich wünsche mir sehr, dass der Film draußen weitergeht: In Gedanken, Gesprächen, Empfehlungen. Über Tabuthemen zu sprechen ist immer der erste Schritt zu einer Veränderung. Wenn Menschen sensibler in ihrem Umfeld hinschauen, Fragen stellen, Unterstützung anbieten, hat sich die Arbeit gelohnt."
“(….) ein ungeheuer eindrücklicher, informativer und damit wichtiger Film.” EPD Film
Kinotour
Alle Termine finden in Anwesenheit von Regisseurin Alina Cyranek und Akteur:innen aus der Praxis des Opferschutzes statt.
06.02. | Frankfurt | 19:30 | Mal Seh’n Kino
07.02. | Dortmund | 19:00 | Roxy Lichtspielhaus
08.02. | Köln | 16:00 | Filmpalette
08.02. | Düsseldorf | 19:00 | Bambi
09.02. | Mössingen | 17:30 | Lichtspiele Mössingen
09.02. | Reutlingen | 19:15 | Kamino
10.02. | Überlingen | 19:00 | Kammer/Tivoli
11.02. | München | 18:30 | Monopol Kino
11.02. | München | 20:30 | Werkstatt Kino
12.02. | Bamberg | 18:30 | Lichtspiel
13.02. | Wiesbaden | 20:00 | Murnau Filmtheater
18.02. | Jena | 20:00 | Café Wagner
20.02. | Leipzig | 18:30 | Schaubühne
28.02. | Leipzig | 17:00 | Prager Frühling
Foto:
Protagonistin Christina Clemm in FASSADEN | © hugfilms, Rotzfrech Cinema
FASSADEN | © hugfilms, Rotzfrech Cinema
Info:
Regie & Buch: Alina Cyranek | Voiceover: Sandra Hüller | Tänzer:innen: Gesa Holland, Damian Gmür | Choreographie: Sebastian Weber | Produktion: Alina Cyranek, Falk Schuster (hugfilms) | Bildgestaltung: Tim Pausch | Originalton: Christoph Fleischer | Montage: Maximilian Raible | Animation: Aline Helmcke | Musik: Freya Arde | Composition: Julian Quitsch | Grading: Franziska Heinemann | Sounddesign: Florian Marquardt | Redaktion: Thomas Beyer (MDR), Sabine Lange (arte)
Gefördert von: Mitteldeutsche Medienförderung, Kunststiftung Sachsen-Anhalt, Sächsische Landesmedienanstalt, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Die Originalmusik wurde von der preisgekrönten Filmmusikkomponistin Freya Arde komponiert. Der Soundtrack erschien am 21.01. auf den gängigen Streamingplattformen.
Foto:
©FASSADEN von Alina Cyranek | Kinostart: 12. Februar 2026
Info:
FASSADEN | © hugfilms, Rotzfrech Cinema
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