
Eva Mittmann
Friedberg/Hs. (Weltexpresso) - Am Freitag, den 14.03.25, gibt sich im Kulturzentrum „Theater Altes Hallenbad“ der Kabarettist und Schauspieler Helmfried von Lüttichau die Ehre. Der Verein „Kulturzentrum Altes Hallenbad“ ist ein ehrenamtlicher Verein mit 80 aktiven und 1300 zahlenden Mitgliedern. Bevorzugt werden Veranstaltungen aus dem Bereich Kabarett und Comedy als auch Gesang und Lesungen angeboten. Helmfried von Lüttichau ist dem Fernsehpublikum wahrscheinlich besser bekannt unter dem Namen „Staller“ aus der Fernsehserie „Hubert und Staller“.
Schon immer habe dieser "ein ernsthafter Schauspieler" sein wollen, wie Staller gleich zu Beginn erklärt. Er ist auch tatsächlich nicht nur ein begnadeter Schauspieler, sondern auch als Kabarettist und Comedian ein Ausnahmetalent besonderer Güte. Eigentlich habe er Rockstar werden wollen. Und so schreibe er nun vorzugsweise Gedichte, mache Rockmusik und singe, wie es in den einleitenden Worten heißt.
Und schon erscheint der Rockstar mitsamt E-Gitarre auf der Bühne und erklärt überzeugend, dass er sein ganzes Leben lang nichts anderes wollte als gerade das, was er jetzt tue.
Jimmy Hendrix (g), Neil Young (voc, g) und Jim Morrison (voc) seien zeitlebens seine Vorbilder gewesen. Und sogleich stimmt er zum Beweis „Keep on rocking in a free world“ von Neil Young an und erklärt gleichermaßen, wie schwierig es war, sich zum Rockstar zu entwickeln – was anfangs, wie er glaubhaft erklärt – schon an der nicht vorhandenen Haarlänge scheitern musste. Auch der instrumentale Einstieg stellte eine Herausforderung dar, da sein Einstiegsinstrument seinerzeit nicht etwa die Gitarre, sondern die Blockflöte war. (Wir erinnern uns gerne noch an den makabren Witz: „Was ist schlimmer als eine Bockflöte?")
Der erste, der seine Begabung entdeckte, sei dann sein Vater gewesen – nämlich seine Begabung zur Ungeschicklichkeit. Daraus habe er dann eine Tugend entwickelt. Wenn man sein eher rudimentäre Gitarrenspiel bedenkt, kann man da nur zustimmen. Ferner wird an dieser Stelle Kabarettist Wolfgang Neuss zitiert: „Heut mach ich mir kein Abendbrot, heut mach ich mir Gedanken“. Auch habe sein Vater die Bayern zwar nicht verstanden, aber er habe sich immer wieder gerne über sie lustig gemacht. Bayern sagten beispielsweise „ihr“ und „euch“ anstatt „sie“. Er sei davon leicht traumatisiert, was letztlich dazu führenkönne: "Von mir aus können wir uns auch euchzen“. Dies sei allerdings eigentlich ein Gag von Hannes Ringelstätter (als Yasid) gewesen, stamme ursprünglich aber von Josef Hader aus den Zeiten des Burgtheaters mit Otto Schenk. Schon damals habe er „Luft-Gitarre“ gespielt. Niemand habe jedoch davon irgendeine Notiz genommen. Und schon spielt er schlussendlich mit leicht verstimmter Gitarre das Anfangsriff von „All along the watchtower“ von Jimmy Hendrix an: „There must be some way out of here…“
Daran muss ich in diesem Moment auch unweigerlich denken.
Fotos: © Michael Dellermann
Info:
https://www.eventim.de/artist/helmfried-von-luettichau/?srsltid=AfmBOooKFysxAlUC47t6AhweVApJVs6h-BhujaUVkcPMaC7hVR_dTZBj
https://www.helmfriedvonluettichau.com/
https://www.instagram.com/helmfriedvl/?hl=de