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Kategorie: Messe & Märkte

LadenansichtBeständigkeit und strategische Qualität

Sabine Zoller

Ochsenfurt (Weltexpresso) - Der Tourismusverband Franken präsentierte bei seinem Jahres-Pressegespräch 2026 in Ochsenfurt eine Bilanz, die trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds von großer Stabilität geprägt ist. Im vergangenen Jahr konnte die Region insbesondere auf dem Inlandsmarkt punkten: Während die Übernachtungen deutscher Gäste ein leichtes Plus von 0,1 Prozent verzeichneten, stiegen die Ankünfte aus dem Inland sogar um 0,7 Prozent. Zwar gab es im internationalen Reiseverkehr einen Rückgang der Übernachtungen um 3,5 Prozent, was jedoch im Kontext der außergewöhnlich starken Vorjahre zu sehen ist.


Thomas Bold, Landrat des Landkreises Bad Kissingen und Vorsitzender des Tourismusverbandes, betonte, dass die Zahlen insgesamt über dem hohen Niveau von 2023 und bei den Ankünften sogar über dem Rekordjahr 2024 liegen. Der Rückgang bei ausländischen Gästen sei vor allem darauf zurückzuführen, dass im Jahr 2025 große internationale Sondereffekte wie die Fußball-Europameisterschaft fehlten, weshalb man nun von einer gesunden Konsolidierungsphase spreche.

Ein wesentlicher Pfeiler für diesen Erfolg bleibt die konsequente Ausrichtung auf Qualität und Investitionen innerhalb der 16 fränkischen Ferienlandschaften. Thomas Eberth, Landrat des Landkreises Würzburg, verdeutlichte dies am Beispiel des Fränkischen Weinlands, das mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent bei den Gästeankünften glänzen konnte. Durch die Eröffnung hochwertiger Angebote wie dem Hotel MEINTZ wurde die touristische Zugkraft gezielt gestärkt. Themen wie Radfahren, Weingenuss und Kultur bleiben hierbei die zentralen Zugpferde für Kurz- und Tagesurlauber. Angelika Schäffer, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, ergänzte, dass die Entwicklungen in den Städten und Heilbädern trotz struktureller Veränderungen in der Hotellerie stabil geblieben sind. Die Basis für diesen Erfolg bilde das enge Netzwerk und die verlässliche Zusammenarbeit aller Partner in der Region.

Ein besonderes Highlight der aktuellen Strategie ist die Kampagne „Franken geHÖRT erlebt“, die in enger Kooperation mit der Bayern Tourismus Marketing GmbH umgesetzt wird. Hierbei steht das emotionale Reiseerlebnis durch Musik und Tanz im Mittelpunkt, was durch zahlreiche hochkarätige Jubiläen im Jahr 2026 untermauert wird. Von den 150-jährigen Bayreuther Festspielen über das 105. Mozartfest in Würzburg bis hin zu Jubiläen in Nürnberg, Bad Kissingen und Rothenburg ob der Tauber profiliert sich Franken als eine der führenden Musik- und Festivalregionen. Parallel dazu richtet sich der Blick im internationalen Marketing verstärkt auf die Niederlande. Als wichtigster ausländischer Quellmarkt werden die niederländischen Gäste 2026 mit gezielten Aktionen wie einer eigenen Website und Content-Creator-Reisen angesprochen, da ihre Vorlieben für Radfahren und Kultur ideal zum fränkischen Profil passen.

Neben der rein touristischen Vermarktung hob der Verband die existenzielle Bedeutung der Mitgliedschaft hervor. Da Tourismusmarketing für Kommunen eine freiwillige Leistung darstellt, betonte Angelika Schäffer, dass die professionelle Schlagkraft und die Sichtbarkeit in modernen, KI-gestützten Suchsystemen nur im starken Verbund des Verbandes gewährleistet werden können. Thomas Bold stellte klar, dass Nicht-Mitglieder von dieser Reichweite und den staatlichen Fördermitteln nicht profitieren können. Letztlich sei Tourismusförderung auch immer Standortpolitik: Die geschaffene Infrastruktur aus Radwegen, Museen und Thermen sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern steigert die Lebensqualität für die einheimische Bevölkerung und macht die Region insgesamt attraktiver für Fachkräfte und Investoren.
Foto © Feyler Coburg