F Consular Corps Fahnen copyright Stadt Frankfurt Martina Kaup107 Konsulate zeigen die Internationalität Frankfurts, weder Landeshauptstadt noch Hauptstadt, dennoch das zweitgrößte CC Deutschlands

Hubertus von Bramnitz

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Mit 107 berufs- und honorarkonsularischen Vertretungen ist das Hessische Consular Corps Frankfurt am Main das zweitgrößte in Deutschland und spiegelt einmal mehr die Internationalität der Mainmetropole wider. Die berufs- und honorarkonsularischen Vertretungen halten sich mit 53 respektive 54 fast die Waage. In der Liste finden sich Staaten von A bis Z wie Antigua und Barbuda, das Königreich Lesotho oder die Republik Zypern.

Zuständig für das Hessische Consular Corps ist das Protokoll der Hessischen Staatskanzlei. Mit 122 berufs- und honorarkonsularischen Vertretungen hat München das größte Consular Corps.

Ein Konsulat ist im völkerrechtlichen Sinne eine Auslandsvertretung, der ein Konsul oder eine Konsulin vorsteht. Dabei wird zwischen Berufs- und Honorarkonsuln unterschieden. Im Unterschied zu einer Botschaft, welche die Regierung eines Landes vertritt, gelten Konsulate nicht als diplomatische Vertretungen eines Staates, sondern sind vielmehr die Vertretung der Verwaltung eines Landes. Die Rechtsverhältnisse deutscher Konsuln gegenüber Deutschland ergeben sich aus dem Konsulargesetz.

F Sommerempfang HCC 2018 Feldmann copyright Stadt Frankfurt Salome RoesslerAm vergangenen Montag begrüßte der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann die Mitglieder des Hessischen Consular Corps (HCC) zum traditionellen Sommerempfang. Jährlich wechslen die Städten des Sommerfestes, so daß die Eingeladenen auch die Ecken und Orte der Stadt kennenlernen, die nicht Touristenziele sind. Dieser Empfang fand in diesem Jahr in der Messe Frankfurt statt. Dabei skizzierte Feldmann am Beispiel des Veranstaltungsortes die internationale Historie der Stadt, die schon im Mittelalter mit der Herbstmesse Zentrum des internationalen Handels war. Es ist eben falsch, zu glauben, daß im Mittelalter, wo es noch keine Nationalstaaten gab, die Reise über die Alpen nicht gang und gäbe gewesen wäre. Eine Messe ist zudem schon immer eine internationale Angelegenheit. Obwohl die Hessische Staatskanzlei formal für die Betreuung des HCC zuständig ist, richtet die Stadt den Sommerempfang aus. Der Grund: In Frankfurt und nicht in der Hauptstadt Wiesbaden befinden sich die meisten der 108 Konsulate des Bundeslandes.

„Frankfurts zentrale Lage bringt nicht erst heute Messe- und Kongressbesucher an den Main. Schon im frühen 17. Jahrhundert stammten bis zu einem Viertel der Händler aus dem Ausland“, sagte der Oberbürgermeister. Eine Entwicklung, die ohne den Aufstieg der Frankfurter Messe undenkbar gewesen wäre. Feldmann beschrieb in seiner Rede die historische Entwicklung. Die erste schriftliche Erwähnung einer Messe findet sich 1150. Im 16. Jahrhundert wurde Frankfurt endgültig zum F Sommerempfang HCC 2018 Gaeste copyright Stadt Frankfurt Salome Roesslerinternationalen Handelsplatz, nachdem bereits 1585 die Börse gegründet wurde. „Die damalige Festlegung einheitlicher Wechselkurse legte den Grundstein für Frankfurts Entwicklung zur heutigen Finanzmetropole“, spannte Feldmann den Bogen in die Gegenwart.

Dabei hob er die Rolle der Messe Frankfurt als weltweit größtes Unternehmen seiner Art hervor. „Seit 1998 hat sie rund 1 Milliarde Euro in die Modernisierung ihres Geländes investiert. Sie verfügt über hervorragende Kongressgebäude, um den Standort Frankfurt im internationalen Wettbewerb zu stärken“, sagte Feldmann vor etwa 250 Gästen. Er fügte hinzu: „Sie ist ein internationales Aushängeschild für Frankfurt!“ Das Unternehmen verfügt über 30 Tochtergesellschaften und 50 internationale Vertriebspartner. Tochtergesellschaften gibt es in Japan, den Vereinigten Staaten, China, Indien, Italien, der Türkei, Korea, Mexiko, Frankreich, Dubai, Brasilien, Südafrika, Russland und Großbritannien.

„Die Messe bringt aus Tradition Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen – als Geschäftszweck und natürlich heute, beim Empfang des Konsularischen Korps“, sagte der Oberbürgermeister zum Ort des Empfangs. Dabei würdigte er die Arbeit des HCC: „Ihr Engagement ist Beitrag zur Internationalität Frankfurts und zum friedlichen Zusammenleben in der Stadt. Hierauf bin ich stolz!“ In Namen der Stadt lud er die Gäste zu einer Führung durch das historische Archiv der Messe mit Original-Dokumenten aus sechs Jahrhunderten ein.

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© Stadt Frankfurt, Martina Kaup
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Stadt-Frankfurt, Salome Rössler