E gegen augsburgTrainerwechsel beim FC Augsburg bringt Eintracht Frankfurt eine 1:3 Heimniederlage, Spielbericht

Claudia Schubert

Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Abhaken, ganz schnell vergessen, ist das einzige, was man über dieses Nichtspiel auf Frankfurter Seite sagen kann. Dabei fing alles ganz anders an. Mit einer gespannten Fanszene, die den nächsten Triumph ihrer Eintracht erwartete, die ja schon deshalb ein tolles Sonntagabendspiel brauchten, damit der nächste Donnerstag, wenn es gegen Benfica Lissabon ernst wird, auch klappt.

Auch abhaken, nicht das Europaspiel, beileibe nicht, aber daß das miese Ergebnis vom Sonntag eine Vorbedeutung für den Donnerstag habe. Das haben wir uns alle am Sonntagabend nach dem für die Eintracht verlorenen Spiel fest eingeredet. Mal seh‘n, ob‘s hält.

Dabei fing alles anders an. Richtig gut. Mit eleganten schnellen Zügen übernahmen die Frankfurter den hiesigen Rasen und waren mehrfach flugs im gegnerischen Strafraum. Und als nach gekonnter Vorlage von Filip Kostic in der 14. Minute der Portugiese Gonzalo Paciencía mit dem Kopf das 1:0 erzielte (das Foto zeigt seine Freude), da waren zwei Versuche von Luka Jovic knapp am Tor vorbei gesegelt. Im Nachhinein wagen wir die Analyse, daß, wenn auf das erste Tor schnell das zweite, das Paciencía diesmal auf dem Fuß lag, er den Ball aber nicht voll traf, gefallen wäre, das ganze Spiel eine andere Richtung genommen hätte.

Erschwerend kam hinzu, daß, Marco Richter in der 31. Minute den Ausgleich zum 1:1 schaffte. Dieses erste Tor der Augsburger war ein Lehrbeispiel, dafür wie man es machen soll und wie die Eintracht es sonst oft vermag: eins, zwei, drei: TOR! Ab jetzt hielten sich beide Mannschaften gegenseitig in Schach, aber die Eintracht schien näher am nächsten Tor zu sein. Doch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45+4) setzte derselbe Marco Richter sein zweites Tor in den Frankfurter Kasten mit einem irre weiten Schuß. Nein, Kevin Trapp sah bei allen Toren nicht sehr gut aus, wie schon in Lissabon ist die Nullerdserie, mit der er lange sein Tor ‚sauber‘ hielt, vorbei.

Zu diesen beiden Schwachpunkten auf Seiten der Eintracht kam als entscheidendes Omen dann gleich nach dem Seitenwechsel das Aus für den Frankfurter Spieler und Kapitän Gelson Fernandes. Von der Pressetribüne aus kann man die Details nicht so gut sehen, aber auch nach den Fernsehbildern hatte sein Einsatz dem Mann gegolten. Gut, man kann dort eine Verwarnung geben, aber gleich Gelb-Rot und vom Platz, das ist schon sehr drakonisch und vielleicht war es ja auch die Erinnerung an Lissabon, wo der noch frühere Platzverweis entscheidend zur Niederlage beigetragen hatte, die von nun an die Eintracht lähmte.

Diese Lähmung, eine regelrechte Erstarrung setzte sich die gesamte zweite Halbzeit durch, die, um es auf den Punkt zu bringen, ergab, daß die Augsburger mit der Eleganz und Schnelligkeit wie im Vorbeiziehen ihre Torchancen anbrachten und zumindest eins in der 84. Minute durch Michael Gregoritsch reinbrachten, während sich die Eintrachtmannen mühten und mühten, aber nichts Gescheites herauskam. Das war wirklich wie aus dem Fußballbilderbuch: heute gelang den Augsburgern zunehmend alles, und zunehmend den Frankfurtern nichts mehr.

Hoffentlich ist die Oberschenkelblessur des herausgenommenen Martin Hinteregger nicht schwerwiegend, denn sein Einsatz am Donnerstag wäre wichtig, genauso wie der von Rode, den Jonathan de Guzman in der 66. Minute ersetzten, nachdem schon zuvor in der 54. Minute Mijat Gacinovic für Paciencía eingewechselt worden war.

Ansonsten: neues Spiel, neues Glück. Und mit Unglücken kann man auch umgehen und sage: so ist Fußball. Eben.

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