
Claudia Schubert
Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Das war an Dramatik wirklich nicht zu übertreffen. Leider. In der 88. Minute fiel endlich, endlich das vermeintliche Siegestor der überlegenen Eintracht gegen die in der zweiten Halbzeit nur noch abwehrende Werdermannschaft zum 2:1. André Silva, der auch sonst richtig gut gespielt hatte, belohnte sich, die Mannschaft und das Stadionrund. Wieder einmal war ein Ball abgewehrt worden, aber diesmal kam Silva ran an den Abpraller und zirkelte ihn fein ins Netz.


Hilft nichts, da muß echt was geschehen. Und der dafür, zum Toreschießen geholte Bas Dost fehlte verletzungsbedingt. Wenn so viele Chancen da sind, eine solche spielerische Überlegenheit herrscht, die Mannschaft auch einen echten Kampfeswillen zeigt, ist ein 0:1, mit dem man in die Pause ging, einfach zu wenig. Das war sicher Pausenthema, denn in der zweiten Halbzeit gab es, wie auch der Werdertrainer konstatierte, nur noch Einbahnstraßenfußball, der stringent Richtung Bremer Tor ging. Das war unglaublich. Jeder Ball in die richtige Richtung. Aber kein Ball ins Tor. Doch, als in der 55. Minute endlich durch Sebastian Rode das erste Eintrachttor fiel, ein wunderschönes, einfach schräg geradeaus geschossenes unhaltbares Tor, zum 1:1 Unentschieden, dachte das Stadionrund, jetzt sei der Torbann gebrochen. Mitnichten. Es ging genauso im Dauerangriff aufs Tor weiter.
In Zahlen heißt das:
10:1 Ecken für die Eintracht
62,4 gegen 37,6 Ballbesitz
39 Flanken aus dem Spiel gegen 5 der Bremer
49 weitere Flanken gegen 5
25 Torschüsse gegen 11
20 Torschüsse innerhalb des Strafraums gegen 8
undsoweiterundsofort
Aber daß der Bremer Torwart Jiri Pavlenka einen Superjob gemacht hatte, muß auch erwähnt werden!
Tatsächlich sagen die Zahlen alles und als – siehe oben – in der 88. Minute das vermeintliche Siegestor fiel, war die Fußballwelt minutenlang in Ordnung. Als wir einzelne Zuschauer befragten, was ihnen lieber sei, ein tolles Spiel oder der Sieg ihrer Eintracht, fiel das insgesamt dann doch Richtung Sieg aus. Aber wichtig ist das schon, das so gute Spiel der Frankfurter Mannschaft nach einem eher lahmen in Portugal. Auch das ist eben Fußball. Ein eher lahmes Spiel bringt den Sieg, ein aufregender und überlegener Kampf das Unentschieden. Fußball eben.
Fotos:
Titel: Rodes Ausgleichstor
© Eintracht Frankfurt
Info:
Die nächsten Bundesligaspiele wegen der Länderspielpause erst vom 18.-20. Oktober
Eintracht Frankfurt – Bayer 04 Leverkusen am 18. 10.
SV Werder Bremen – Hertha Berlin am 19. 10.