Neues interdisziplinäres Forschungsprojekt am AMF: Die Ursprünge der Frankfurter Grünen Soße in römischer und vorrömischer Zeit
Redaktion
Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Das Schärfste, was die Redaktion je zum 1. April erlebt hat, war gestern in der FAZ. Eine Meldung über eine halbe Seite, daß die IAA nach Frankfurt zurückkomme, mit der Farhradmesse kombiniert als große Mobilitätsmesse!!! Zudem würde auch der vor einigen Jahren nach Berlin enteilte Verband VDA zurückommen. Bayern erhalte dafür . Damit spricht die FAZ die große Sehnsucht aus von Messe/Stadt Frankfurt/ Land Hessen nach den heilen, ja heiligen Jahren der IAA in Frankfurt, wo wirkich drei Tage vor Messebeginn die Tausenden Journalisten über die Neuheiten informiert wurden und dann über eine Million Besucher auf der zeigjährigen IAA gezählt wurden, woraus die Idee entstand, in den freien Jahren die AUTOMECHANIKA zu entwickeln. Heute der große Schlager der Frankfurter Messe in der ganzen Welt!
Also, das war wirklich stark von der FAZ!!! Aus unserer Redaktion sind einige darauf reingefallen! Aber die folgende Meldung ist auch nicht schlecht. Und dies wird geschrieben, bevor am Mittwoch das Dementi und die Erklärung folgt: April, April. Hier also die Nachricht aus der Stadt Frankfurt vom hiesigen rührigen Archäologischen Museum. Das Archäologische Museum Frankfurt (AMF) initiiert ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Untersuchung der Ursprünge der Frankfurter Grünen Soße im Kontext römischer und vorrömischer Ernährungspraktiken. Das Vorhaben vereint archäologische, archäobotanische, historische, philologische und kulturwissenschaftliche Ansätze, um die Genese der vor allem im Rhein-Main-Gebiet bekannten und beliebten kulinarischen Spezialität in einem breiteren kulturhistorischen Rahmen zu erfassen.
Ziel des Projekts ist es, durch die Analyse archäobotanischer Funde, chemischer Rückstände auf Keramikgefäßen sowie literarischer und epigraphischer Quellen, Erkenntnisse über die Verfügbarkeit und Verwendung von Kräutern in der Rhein-Main-Region zu gewinnen. Durch die Kooperation mit renommierten Forschungseinrichtungen wird eine integrative Methodik entwickelt, die sowohl naturwissenschaftliche als auch geisteswissenschaftliche Perspektiven einbezieht.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Untersuchung von Pflanzenresten aus römischen und vorrömischen Fundkomplexen des Rhein-Main-Gebiets. Mittels mikroskopischer und DNA-basierter Verfahren sollen Rückschlüsse auf die kultivierten und importierten Kräuter gezogen werden. Ergänzend dazu werden chemische Analysen an Keramikfragmenten durchgeführt, um mögliche Gewürz- und Kräuterreste zu identifizieren. Parallel dazu erfolgt eine systematische Auswertung antiker Texte, die Hinweise auf pflanzliche Zutaten und deren Verwendung in der römischen Küche geben. Auch neue epigraphische Quellen, wie Einritzungen im Holz römischer Wachstäfelchen, sollen ausgewertet werden, da die Forschenden dort antike Einkaufslisten und verschiedene römische Rezepte vermuten.
Eine zentrale Frage, der das Forschungsprojekt nachgeht, ist warum die Grüne Soße sich außerhalb der Römerstadt Nida und ihrer Umgebung, also des heutigen Frankfurt, in keinem anderen Teil des Römischen Reiches und auch nicht in dem nichtrömischen Germanien etablieren konnte, wird nachgegangen werden müssen.
„Die interdisziplinäre Herangehensweise erlaubt uns, nicht nur die botanische Zusammensetzung der historischen Kräutermischungen zu rekonstruieren, sondern auch die kulturellen und wirtschaftlichen Austauschprozesse nachzuzeichnen, die zur Entstehung der Frankfurter Grünen Soße beigetragen haben könnten“, erklärt Regine Kerbel-Borretsch, Projektleiterin am AMF.
Das Forschungsprojekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt und durch Spenden eines privaten Geldgebers aus der Region mit Gastronomiehintergrund, der nicht genannt werden möchte, finanziert. Die Ergebnisse sollen in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht sowie – nach Abschluss des Projektes – in einer Sonderausstellung im AMF präsentiert werden. Darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit mit lokalen Landwirtinnen und Landwirten sowie Gastronominnen und Gastronomen geplant, um eine Brücke zwischen transdisziplinärer archäologischer Forschung und gegenwärtiger kulinarischer Praxis zu schlagen.
Foto
Römische Gebrauchskeramik aus Nida,
© AMF, Foto: U. Dettmar
Chefkoch
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