Apollo11Serie: Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 7. Juli 2019, Teil 9

Margarete Frühling

München (Weltexpresso) - Am 21. Juli 1969 - also ziemlich genau vor 50 Jahren - betrat mit den Astronauten Neil Armstrong und kurz danach Buzz Aldrin die ersten Menschen den Mond, während Michael Collins in der Raumkapsel zurückbleiben musste.

Bereits im letzten Jahr hat Regisseur Damien Chazelle mit seinem Raumfahrer-Drama "Aufbruch zum Mond" (2018) Neil Armstrong ein Denkmal gesetzt.

Der Dokumentarfilmer Todd Douglas Miller hat jetzt in seiner Dokumentation "Apollo 11" einen anderen Ansatz gewählt. Er hat keine Interviews mit Zeitzeugen geführt, sondern hat die damals entstandenen Audio- und Filmaufnahmen für seine Dokumentation verwendet. Dafür hat er mehr als 11 000 Stunden Material gesichtet und zusammen mit in den NASA Archiven neu entdecktem Filmmaterial zu diesem Film verarbeitet.

Miller reiht das Film- und Tonmaterial der Mondmission zwischen dem 16. und 24. Juli 1969 in chronologischer Reihenfolge aneinander, so dass man als Zuschauer das Gefühl hat, dabei gewesen zu sein.

Der Film setzt einige Stunden vor dem Start der Rakete beim der Vorbereitung ein, zeigt wie sie abhebt, Film- und Tonaufnahmen aus dem Innern der Kapsel, die Abkopplung der Mondlandefähre und Landung auf dem Mond. Man sieht aus der Sicht von Neil Armstrong wie er die Fähre verlässt und wie er und Buzz Aldrin Material vom Mond einsammeln, natürlich hört man auch Armstrongs berühmte Worte "That’s one small step for a man, one giant leap for mankind!". Weiterhin sieht man wie die Astronauten zum Mutterschiff zurückkehren, in dem Michael Collins während der ganzen Zeit um den Mond gekreist ist, wie die Astronauten wieder zur Erde (oder besser zum Wasser) zurückkommen und wie sie nach ihrer geglückten Rückkehr von jubelnden Menschen begrüßt werden.

Parallel werden die Ereignisse auch immer wieder mit Zeichentricksequenzen illustriert. Daneben läuft auch immer eine Uhr mit, so dass man als Zuschauer jederzeit sieht, wann und wo sich der Film gerade befindet.

Diese Originalkommentierung ist zwar interessant und ganz sicher authentisch, hat aber auch einen großen Nachteil, denn dadurch wird der Film doch recht technisch. Dazu kommt, dass der Film wohl auch in Deutschland im Originalton mit Untertiteln ins Kino kommen wird. Das führt dazu, dass man als Zuschauer manchmal mehrere Texte gleichzeitig lesen muss, denn neben dem deutschen Text sieht man noch die laufende Uhr und andere technische Daten, wie z.B. die Füllung des Tankes.

Trotzdem ist das von Regisseur Todd Douglas Miller digital bearbeitete Material hervorragend anzusehen, so dass man an vielen Stellen glaubt, dass es in der heutigen Zeit entstanden sein müsste.

Der Film hatte seine Premiere 2019 auf dem Sundance Festival und ist in den USA im März mit recht großem Erfolg angelaufen. Er überzeugte 98% der Kritiker und 91% der Zuschauer. Dies macht deutlich, wie Stolz die US-Amerikaner auch auf diese einmalige Leistung sind und waren.

Insgesamt ist mit "Apollo 11" ein cooler, akribischer und manchmal auch spannender Dokumentarfilm entstanden, der den Zuschauern das Gefühl gibt, im Juli 1969 bei der Mondlandung dabei gewesen zu sein. Er spricht aber bedingt durch die vielen technischen Details vor allem die Zielgruppe von Menschen mit einem Interesse für den Weltraum und die Weltraumforschung an. Wenn man sich aber auf den Film einlässt, erlebt man auch als Nicht-Fachmann trotz aller genannten Kritik einen interessanten und sehenswerten Film.

Foto: Neil Armstrong auf dem Mond © Piece of Magic Entertainment

Info:
Apollo 11 (USA 2019)
Originaltitel: Apollo 11
Genre: Dokumentation
Filmlänge: 93 Min.
Regie: Todd Douglas Miller
Drehbuch: Simon Kinberg
Verleih: Piece of Magic Entertainment
FSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 11.07.2019