Bildschirmfoto 2020 10 16 um 01.03.23Serie: Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 15. Oktober 2020, Teil 11

Claudia Schulmerich

Frankfurt am Main Weltexpresso) - Das läßt sich nicht auseinanderhalten, wenn man nach einem Film mit dem Regisseur über seinen Film spricht, Fragen stellt und über seine Eindrücke spricht, was nun allein der Film an Erkenntnis bot oder was die Diskussion dazu beitrug. Es war eine intensive und beglückende Aussprache, von der man als Zuschauer, der kein Zoologe ist, viel hatte. Von daher geben wir unten noch einmal den Terminplan bekannt, wo Filmemacher Roman Droux seinen Film vorstellt und danach über den Film diskutiert.


Bildschirmfoto 2020 10 16 um 01.05.34Uns hat das viel gebracht. Wir wissen jetzt auch, daß man zwar von Grizzlys in Alaska spricht, gleichzeitig vom Grau- und vom Braunbären und noch mehr, daß aber genetisch das alles Braunbären sind, also die Bären, die in Europa zu Hause waren und heute beispielsweise in der Schweiz ein Politikum sind. Wie das? Ganz einfach, erklärt uns Droux. Die Schweiz soll wolfs- und bärenfrei bleiben, nachdem alle abgeschossen worden waren. Aber aus Italien kommt der eine oder andere...da wird die Schweiz und die Schweizer doch nicht einen Film finanzieren, der Bären sozusagen menschlich macht. Soll sagen, daß die Aufnahmen, die wir sehen schon sieben oder inzwischen noch mehr Jahre alt sind und kein Geld da war, daraus einen Film zu machen. Wenn man den Film anschaut, denkt man, die sollen sich wirklich schämen. Alles mögliche wird gefordert und ein solch interessanter und schöner Film nicht!



Daten:
Wissenschaftlicher Name: Ursus arctos horribilis, Höhe: 1 m (Erwachsener, Schulterhöhe), Länge: 2 m (Erwachsener), Lebenserwartung: 20 – 25 Jahre (In der Wildnis), 
Winterschlaf: 152 – 213 Tage, Gewicht: Männlich: 270 kg (Population im Inland), Weiblich: 130 – 200 kg (Erwachsener)


Situation  
Die Bären sind in Europa fast ausgestorben. Das liegt an der Zerstörung ihrer natürlichen Umwelt, die insbesondere Wälder braucht, die durch die massiven Abholzungen im großen Stil vernichtet wurden. Außerdem wurden Bären massiv gejagt, also getötet. Dann heißt es: "Zwar genießen die Braunbären heutzutage in den meisten europäischen Ländern gesetzlichen Schutz,  dennoch sind sie weiterhin stark gefährdet: Verkehrswege zerschneiden ihre letzten Rückzugsgebiete, wodurch Populationen voneinander isoliert werden und Verkehrsunfälle mit Bären zunehmen. Außerdem sind es vor allem die Wilderei, aber auch zu viele legale Abschüsse, die das Überleben der pelzigen Großsäuger in Europa gefährden. Gemeinsam mit Partnerorganisationen in den betreffenden Ländern setzt sich EuroNatur dafür ein, die Braunbären wirkungsvoll zu schützen und ihre wertvollen Lebensräume zu bewahren." Das wäre doch schön.,


Diskussion
Bildschirmfoto 2020 10 16 um 00.57.55Roman Droux ist nicht nur ein guter Filmemacher, sondern dann auch noch ein guter Gesprächspartner über seinen Film. Wie lebhaft er das machte, kann man den Bildern entnehmen, die so schlecht sind, weil im halbdunklen Kino einfach nicht mehr drin war. Aber die Fotos zeigen die lebhafte Atmosphäre. Bei den Fragen, die meist mit Stellungnahmen zum Film verbunden sind, werden dem Regisseur vor allem zwei Sachverhalte positiv angerechnet: die herrlichen Tier- und Landschaftsaufnahmen, auch die unter Wassesr und die emotionale Nähe zu den Bären, die gekoppelt ist mit tiefem Respekt vor den Tieren, die völlig auf das verzichtet, was sonst den Umgang mit Tieren charakterisierte: körperliche Nähe zu den Tieren. Im Film wird die Anteilnahme am Tier gekoppelt mit Abstand halten, das ist für uns, die wir den Umgang mit Tieren nur in Form von Katzen kennen, völlig fremd, wo doch das Anfassen, also das über das Fell streichen und streicheln, die haptische Dimension dem Menschen wichtig ist.

 
Man hätte mit Roman Droux stundenlang weiterreden wollen, aber das Filmpublikum vor der Tür scharrte schon, der nächste Film stand an. Sie können aber noch weitere Filmpremieren mit dem Filmemacher erleben, fett markiert:

Sa 10.10. München, City 18.00 Uhr

So 11.10. Stuttgart, Atelier am Bollwerk 13.00 Uhr

Mo 12.10. Frankfurt, Harmonie, 18.00 Uhr

Di 13.10. Köln, Cineplex, Uhrzeit tbc.

MI 14.10. Berlin, FAF 20.00 Uhr

Do, 15.10. Hamburg, Abaton 18.00 Uhr

Do, 15.10. Hamburg, Zeise 19.30 Uhr

Fr 16.10. Karlsruhe, Schauburg um 17.30 Uhr

Sa 17.10. Heidelberg, Gloria, 17.00 Uhr

So 18.10. Freiburg, Friedrichsbau 11.00 Uhr
 

Foto:
©Verleih

Info:
Darsteller
David Bittner.       David Bittner
Willy Foulton        Willy Foulton
Voice                   Marcus Signer
Roman Droux     Roman Droux
Balu                    Der Lieblings-Bär
Bruno                  Der Boss
Der alte Oliver     Ehemaliges Alpha-Männchen
Luna                    Blonde Jungbärin
Berta                   Alpha Bärenmutter
Fluffy                   Das gutgenährte Junge von Berta
Bärenmutter.       Mit den drei Jungen
Verletzte Bärenmutter          Mit ihrem Jungen