
Redaktion
Berlin (Weltexpresso) - Nina ist zehn Jahre alt und hört seit jeher die Gutenachtgeschichten ihres Vaters, die von einem kleinen Igel handeln, der die Welt entdeckt. Doch seit die Fabrik, in der Ninas Vater gearbeitet hat, geschlossen wurde, gibt es keine Geschichten mehr und Ninas Welt steht Kopf. Ihr Vater hat sich verändert und auch die Ferien müssen sie jetzt zu Hause verbringen. Doch da macht das Gerücht die Runde, dass der verhaftete Manager der Fabrik die Buchhaltung manipuliert, Geld gestohlen und versteckt hat. Wenn sie dieses Geld finden, könnten sie alle Probleme lösen. Also machen sich die selbsternannten Hobbydetektive Nina, ihr bester Freund Mehdi und der kleine Igel auf die abenteuerliche Suche nach dem Schatz.
Notiz der Filmemacher: Ein Krimi für Kinder
Die Geschichte Mit „Nina und das Geheimnis des Igels“ setzen wir unsere Erkundung eines Genres fort, das uns sehr am Herzen liegt: dem Krimi. Genauer gesagt, in diesem Fall: dem Raubüberfall-Film.
Doch diesmal sind es nicht George Clooney und seine glamouröse Bande, die das Sagen haben. Unsere beiden Gauner:innen sind zehn Jahre alt. Das hindert sie aber nicht daran, genauso mutig, erfinderisch und entschlossen zu sein wie ihre berühmten Vorgänger. Wir haben uns bereits zweimal mit dem Genre des Kinderkrimis befasst.

Die Genres Thriller und Krimi scheinen uns für ein junges Publikum sehr geeignet zu sein, da sie die Möglichkeit bieten, zeitgenössische Themen anzusprechen, ohne dabei jemals auf das Vergnügen der Zuschauer:innen zu verzichten. Wir interessieren uns nicht für didaktische Filme. Unser oberstes Ziel ist es, das bestmögliche Kino zu machen und die Zuschauer:innen mit einem Spektakel zu fesseln, das ihnen viele Emotionen vermittelt. Das Drehbuch erzählt, wie zwei Kinder durch Willenskraft und durch EinfallsNotiz der Filmemacher: Ein Krimi für Kinder reichtum mehr erreichen als die Erwachsenen, die in den vielen Sorgen ihres Alltags stecken. Nina und Mehdi träumen immer noch von besseren Zeiten. Sie sind davon überzeugt, dass die Zukunft schöner sein kann, woran viele Erwachsene aus Enttäuschung
nicht mehr glauben.
Die beiden Kinder sind noch jung genug, um noch naiv zu sein. Das bringt sie dazu, unbedachte Risiken einzugehen und das Unmögliche zu versuchen. Aus diesem Grund wird Nina zu einem Vorbild für ihren Vater. Als er sieht, dass sie so handelt und so viel Mut zeigt, findet er wieder Gefallen am Leben. Seine Tochter wird ihm beweisen, dass Hoffnung nicht zwangsläufig in Bedauern umschlagen muss. Das Drehbuch bietet einen zärtlichen und zugleich kompromisslosen Blick auf die Beziehung zwischen einer Tochter und ihrem Vater. Die beiden lieben sich, lachen und verbringen viel Zeit miteinander. Doch wenn alles schiefgeht, ist ihre Beziehung die erste, die darunter leidet. Die Erwachsenen werden nicht idealisiert. Sie werden mit ihren Zweifeln und ihren Schwächen gezeigt. Die Initiationsreise in dieser Geschichte betrifft nicht nur die Kinder.
Wir fordern ein anspruchsvolles Kino für das junge Publikum, ein Kino, das nicht davor zurückschreckt, wenn schon nicht ernste, so doch zumindest wichtige Themen anzusprechen. Kinder sind wie Schwämme. Sie leben in der gleichen Welt wie die Erwachsenen, auch wenn das allzu oft vergessen wird. Man kann versuchen, Dinge vor ihnen zu verbergen, aber sie lassen sich nicht täuschen. Durch die neuen Medien und Verbreitungswege ist ihre Wahrnehmung der Welt noch direkter und brutaler geworden. In dieser Geschichte geht es darum, wie Kinder von den Schwierigkeiten ihrer Eltern beeinflusst werden. Es geht auch um das Verhältnis der Kinder zu den Nachrichten, zu Ereignissen, die sie nicht verstehen können und die ihr Leben auf den Kopf stellen. Kinder hören die Nachrichten im Radio oder im
Fernsehen. Diskussionen in ihrem Umfeld machen bestimmte Ereignisse, Katastrophen oder Kriege zugänglich.
Auch in der Schule wird darüber gesprochen. Die Gewalt der Welt erreicht die Kinder in Form von Echos, die je nach ihrer Reife mehr oder weniger verzerrt und verständlich sind. Unser Film zeigt, wie Kinder von Problemen betroffen sind, die größer sind als sie selbst. Nina ist eine romantische Figur, weil sie nicht akzeptiert, dass sie hilflos ist. Sie muss feststellen, dass es riskant ist, sich der eigenen Grenzen nicht bewusst zu sein. Zum Glück für sie wird ihr Mut belohnt. Trotz des schwierigen sozialen Umfelds will das Drehbuch keine hoffnungslose Welt zeichnen, in der es sinnlos wäre, zu kämpfen. In dieser Hinsicht stellen wir uns entschieden auf die Seite der Kinder.
Alain Gagnol studierte Animation, Illustration und Comics an der ÉmileCohl-Schule in Lyon und arbeitete anschließend als Animator in Valence. Außerdem schreibt er Kriminalromane, die bei Gallimard, Cherche Midi und Le Passeur veröffentlicht werden.
Jean-Loup Felicioli studierte an der École des Beaux-Arts in Annecy, Straßburg, Perpignan und Valence, bevor er sich Alain Gagnol in Valence anschloss. Zudem schreibt er Kinderbücher.
Gemeinsam produzierten sie mehrere Kurzfilme, bevor sie 2010 mit ihrem Oscar-nominierten Spielfilmdebüt „Ein Katzenleben“ und 2015 mit „Phantom Boy“ internationale Aufmerksamkeit erlangte.
Filmographie
• The Egoist, Kurzfilm, 1995
• Les Tragédies minuscules,
Animationsserie, 1998
• Le Nez à la fenêtre, Kurzfilm, 2001
• The Corridor, Kurzfilm, 2005
• Mauvais temps, Kurzfilm, 2006
• Ein Katzenleben (A Cat in Paris),
Spielfilm, 2010
• Ein höllischer Plan (One Hell of a
Plan), Kurzfilm, 2015
• Phantom Boy, Spielfilm, 2015
• Nina und das Geheimnis des Igels
(Nina and the Hedgehog’s Secret),
Spielfilm, 2023
Fotos:
©Verleih
Info:
Nina und das Geheimnis des Igels
ein Film von Alain Gagnol
und Jean-Loup Felicioli
Nina et le secret du hérisson ·
Frankreich/Luxemburg 2023
Deutsche Synchronfassung/
Französische OF mit deutschen Untertiteln
80 Min. ·
FSK: ab 6 Jahren
Kinostart: 13. März 2025
Künstlerisches und technisches Team
Drehbuch: Alain Gagnol
Grafikdesign: Jean-Loup Felicioli
Künstlerische Sprachmanagerin: Marie Bureau
Storyboard: Alain Gagnol und Jean-Loup Felicioli
Schnitt: Sylvie Perrin
Tongestaltung: Bruno Seznec
Tonmischung: Michel Schillings
Produktionsleitung: François Bernard, Anna Leterq
Künstlerische Bildleitung: Alain Gagnol und Jean-Loup Felicioli
Technische Leitung: Benoît Razy
Musik: Serge Besset
Produktion: Jérôme Duc-Maugé, Pierre Urbain, David Mouraire