Bildschirmfoto 2025 04 04 um 01.47.09Serie: Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 3. April 2025, Teil 4

Redaktion

London (Weltexpresso) - Im Verlauf der Ereignisse, auch unter Galápagos-Affäre bekanntgeworden, kamen drei Menschen unter teilweise ungeklärten Umständen zu Tode und drei weitere verschwanden spurlos. Die Vorfälle, die niemals restlos aufgeklärt wurden, beschäftigten weltweit die Medien und regten bis in die jüngste Vergangenheit literarische und filmische Verarbeitungen an.


Die im Süden des Galápagos-Archipels gelegene Insel Floreana (auch als Santa Maria bekannt) ist 173 Quadratkilometer groß. Die Entfernung zum ecuadorianischen Festland beträgt 1000 Kilometer. Die Insel diente als Strafkolonie und seit 1793 als Postumschlagplatz britischer Walfänger. 

 

  • 1929: Der Berliner Arzt Dr. Friedrich Ritter und seine vormalige Patientin, spirituelle Schülerin und an Multipler Sklerose erkrankte Lebensgefährtin Dore Strauch landen als erste Siedler auf der Galápagos-Insel Floreana. Ritter, der in Freiburg Physik, Philosophie und Medizin studiert hat, arbeitet von Friedrich Nietzsche inspiriert und in Ablehnung der kapitalistisch-westlichen Lebensform an einem philosophischen Manifest. Ebenso wie Ritter hat die ehemalige Lehrerin Strauch ihre Ehe verlassen. Gemeinsam wollen sie in ihrer „Frido“ getauften Utopie ein natürliches Leben führen. 

Friedrich hat sich in Deutschland noch die Zähne ziehen und ein Stahlgebiss anfertigen lassen. Der Überzeugung folgend wollte man sich vegetarisch ernähren. 

  • Die Presse in Deutschland ist fasziniert von dem Paar und berichtet über ihr Leben abseits der Zivilisation. Vieles davon ist erfunden oder vage an die wenigen Briefe der beiden angelehnt. 

 

  • August 1932: Der 42-jährige Weltkriegsveteran Heinz Wittmer, vormals im Büro des Kölner Bürgermeisters Konrad Adenauer tätig, kommt zusammen mit seiner 14 Jahre jüngeren, schwangeren Ehefrau Margret sowie Wittmers aus erster Ehe stammenden 12-jährigen Sohn Harry auf der Insel an. Inspiriert von den Zeitungsberichten über das Leben der beiden Aussteiger wollen sie sich auf Floreana eine neue Existenz aufbauen. 

Die Wittmers beziehen zunächst auf der Insel gelegene Höhlen, sind jedoch praktisch veranlagt und bauen sich bald ein Steinhaus mit Garten auf. Das Verhältnis zu Ritter und Strauch ist distanziert, wenn auch ein Kontakt besteht und man sich in Notlagen hilft. 

 

Oktober 1932: Eloise Wehrborn de Wagner-Bosquet und ihre beiden Liebhaber Rudolf Lorenz und Robert Philippson treffen auf der Insel ein. Sie werden von dem ecuadorianischen Dienstboten Manuel Valdivieso zunächst begleitet, der die Insel jedoch wieder verlässt. Rudolf Lorenz hatte zuvor ein Geschäft in Paris betrieben, an dessen Konkurs Eloise vermeintlich Anteil hatte. Die Baronin, deren adlige Herkunft in Zweifel steht, beabsichtigt, ein Luxushotel auf der Insel zu errichten. Sie ernennt sich zur „Kaiserin von Floreana“, gibt sich exzentrisch, tritt mit Pistole und Peitsche auf. Das Verhältnis zu den anderen Inselbewohnern ist angespannt. Mit dem Führungsanspruch, den sie auf der Insel erhebt, geht auch der Anspruch auf die knappen Wasservorräte oder Versorgungslieferungen einher.

Die „Hacienda Paradiso“ wie Eloise das Hotelprojekt nennt, ist lediglich eine Weißblechhütte mit 2 Räumen. 

  • Am 1. Januar 1933 kommt Rolf Wittmer als erster „Einheimischer“ auf der Insel zur Welt.
  • Die Beziehungen innerhalb der einzelnen Siedlergruppe offenbarten Risse. Das Verhältnis von Dore Strauch und Friedrich Ritter zeigt sich zunehmend angespannt, aber auch die Beziehung des Dreiergespanns zeigt Risse. Rudolf Lorenz wird von Eloise und Robert misshandelt und zum Verrichten schwerer Arbeiten genötigt. Er sucht immer wieder Zuflucht bei den Wittmers. 
  • Am 26. März 1934 erklärt Eloise laut Margret Wittmer, dass sie zusammen mit Philippson die Insel auf einer amerikanischen Yacht Richtung Tahiti verlassen würde. Sie verschwinden am selben Tag spurlos. Ihre wertvollsten Besitztümer bleiben zurück. 
  • Juli 1934: Rudolph Lorenz verlässt Floreana auf einem Fischerboot des Norwegers Trygve Nuggerud. 
  • November 1934: Die Leichname der beiden werden im November am Strand einer unbewohnten Insel des Archipels gefunden. 
  • Im selben Monat, am 21. November 1934, stirbt Friedrich Ritter an einer Lebensmittelvergiftung. Der Vegetarier hatte Hühnerfleisch gegessen. 
  • Dezember 1934: Dore Strauch verlässt die Insel in Richtung Deutschland. Zuvor musste sie sich dem Verhör der ecuadorianischen Behörden und dem deutschen Konsul stellen. 



Foto:

Dr. Friedrich Ritter und Dore Strauch (Fotos: Galapagos History, Smithonian re.)
©Verleih



Info:
STAB
 

Regie Ron Howard
Drehbuch Noah Pink & Ron Howard 

BESETZUNG 

Friedrich Ritter         Jude Law
Baronin Bosquet.    Ana de Armas
Dore Strauch.          Vanessa Kirby
Heinz Wittmer         Daniel Brühl
Margret Wittmer     Sydney Sweeney
Harry Wittmer        Jonathan Tittel
Rudolf Lorenz         Felix Kammerer
Robert Phillipson   Toby Wallace
Manuel Borja         Ignacio Gasparini 
Allan Hancock       Richard Roxburgh   
Stampa.  Paul Gleeson 

Abdruck aus dem Presseheft