LECTURE & FILM zeigt Das Universum von Agnès Varda am Donnerstag, 19. November im Deutschen Filmmuseum Frankfurt

 

Siegrid Püschel

 

Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Agnès Varda, geboren 1928 in Brüssel, Spielfilmregisseurin, Dokumentaristin, Installationskünstlerin und Filmtheoretikerin, ist eine der großen Künstlerpersönlichkeiten der Filmgeschichte. Sie bildete – zusammen mit Jean-Luc Godard, und im Dialog und Widerstreit mit diesem – das intellektuelle Gravitationszentrum der Nouvelle Vague.

 

Die entscheidende Frage ist für sie nicht, was Kino ist, sondern was es bedeutet, Kino zu machen – für sie selbst, für andere, und im Zusammenspiel mit anderen. Vardas Kino ist entsprechend offen und erfinderisch, oft autobiografisch und zugleich universell, stets changierend zwischen Formen, Formaten und Gattungen.

 

In der Reihe LECTURE & FILM entwerfen internationale Experten bis Juli 2016 eine Kartographie des Werks von Varda. Die Vorträge werden ergänzt durch eine Filmreihe mit Werken, die in Verbindung mit der Arbeit Vardas stehen. Am Donnerstag, 19. November, ist Delphine Bénézet von der London School of Economics zu Gast und spricht zu Agnès Vardas DOCUMENTEUR.

 

 

Küstensehnsüchte: Das Meer, die Lieder und die Sonne in Vardas DU CÔTÉ DE LA CÔTE (1958) und DOCUMENTEUR (1980-81)

Lecture von Delphine BénézetVortrag in englischer Sprache

Donnerstag, 19. November, 20:15 Uhr

 

Der Reichtum und die Vielgestaltigkeit des Werks von Agnès Varda stellt für Kritiker und Filmwissenschaftler eine Herausforderung dar. Dieser Vortrag zeigt Verlaufslinien in Vardas Werk auf, indem er zwei Filme miteinander kontrastiert, die in ihrer Entstehung mehr als 20 Jahre auseinander liegen: DU CÔTÉ DE LA CÔTE aus dem Jahr 1958, ein überschäumender Reisebericht, der an der französischen Riviera gedreht wurde, und DOCUMENTEUR (1981), der fiktionale und eher melancholische Teil von Vardas kalifornischem Dyptichon. Besondere Beachtung findet hierbei Vardas innovativer Umgang mit Montage, Musik und Stimme. Das poetische Motiv der Küstenlandschaft verfolgt der Vortrag schließlich weiter zu neueren künstlerischen Arbeiten wie LES VEUVES DE NOIRMOUTIER (2005), PING PONG TONG ET CAMPING (2006) und LES PLAGES D’AGNÈS (2008).

 

Delphine Bénézet ist Film- und Literaturwissenschaftlerin und arbeitet derzeit an der London School of Economics. Sie veröffentlichte das Buch The Cinema of Agnès Varda: Resistance and Eclecticism (2014).

 

Filmbeginn: ca. 21:15 Uhr

DOCUMENTEUR Menschengesichter

Frankreich 1981. R: Agnès Varda

D: Sabine Mamou, Mathieu Demy, Lisa Blok-Linson. 65 Min. DCP. OmeU

 

Ein falscher Dokumentarfilm über Dokumentarfilm dokumentiert den Dokumentarfilm“, schreibt Wenke Wegner über DOCUMENTEUR. Agnès Varda filmt Passanten wie in einem Dokumentarfilm und lässt die Bilder in eine fiktive Geschichte einfließen. Eine Frau lebt und leidet im Exil unter Identitätsverlust. Ihr Sohn kann nicht einschlafen. Gemeinsam versuchen die beiden, die Schatten der Vergangenheit loszuwerden. Dabei sind es die Alltagsaufnahmen, durch die sich die Gefühle der Protagonistin vermitteln.

 

Vorfilm: DU CÔTÉ DE LA CÔTE Frankreich 1958. R: Agnès Varda. Dokumentarfilm. 25 Min. OmeU

 

Foto: Documenteur Menschengesichter

 

Info:

Film: DOCUMENTEUR Menschengesichter (FR 1981. R: Agnès Varda)

Lecture von Delphine Bénézet

Donnerstag, 19. November, um 20:15 Uhr

 

Eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft und des Exzellenzclusters „Normative Orders“ der Goethe-Universität mit dem Kino des Deutschen Filmmuseums und im Rahmen der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA). In Kooperation mit dem Institut français pour l’Histoire en Allemagne, dem Masterstudiengang „Curatorial Studies“, der Städelschule und dem Institut für Filmwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

--