Als Frankfurt 100 Gassen hatte, D 2007  und So war das alte Frankfurt, D 2012 von Jörg Adrian Huber um 19.30 Uhr

Helga Faber

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Beide Dokumentarfilme sind 45 Minten lang - das Fernsehen, das Fernsehen! - und stellen das ehemalige Frankfurt vor, was nach Zeitzeugen vor dem 2. Weltkireg im Anblick eine der schönsten deutschen mittelalterlichen Städte war, mit viel Bestand aus der Gotik. Ob man in der Enge hätte wohnen wollen, ist eine andere Frage.

 

 „Als Frankfurt 100 Gassen hatte “ und ”So war das alte Frankfurt” von Jörg Adrian Huber (Hessischer Rundfunk) werden heute, am 12. Juni 2016 um 19:30 Uhr in Kooperation mit der Stadt Frankfurt am Main im Rahmen der Aktionswochen “Älterwerden in Frankfurt” im naxos.Kino im WILLY PRAML THEATER in der Naxoshalle in Frankfurt (Eingang Waldschmidtstraße 19 / Hinterhof) gezeigt werden.
 

Der Film von Jörg-Adrian Huber geht auf eine Zeitreise in die dreißiger und vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts und zeigt, wie das Leben in der Altstadt wirklich war. Ehemalige Bewohner und Besucher der Altstadt schildern ihre Eindrücke. Frieda Becker, 84 Jahre alt, erinnert sich an feuchte und enge Gassen; Rolf Schmitz, 76 Jahre alt, erzählt vom Leben auf engstem Raum. Heinrich Dröge, 76 Jahre alt, weint der Altstadt keine Träne nach - reich verziertes Fachwerk wie in anderen hessischen Städten habe es hier ohnehin nie gegeben. Eine Sanierung sollte damals Licht und Luft in das verbaute Viertel bringen.

Der Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt, des historischen Zentrums der Kaiserstadt am Main, schreitet voran, 2017 sollen alle Bauten fertiggestellt sein. Nach wie vor streiten Bürger und Politiker über den Sinn und Zweck dieses Projekts und dessen Pläne. Im Rahmen des Fortschritts des Wiederaufbaus geht es heute immer noch darum, was in diesem Mix aus Neubau und Rekonstruktion die Bezeichnung “historisch korrekte Rekonstruktion” bedeuten soll. Mit seinen beiden Dokumentarfilmen begibt sich der Journalist und Autor Jörg Adrian Huber auf eine Zeitreise in die dreißiger und vierziger Jahre des vorigen Jahrhundert .

Er stellt mit dokumentarischen Aufnahmen und den Aussagen von Zeitzeugen, wie das Leben in der Altstadt damals wirklich war, die Glorifizierung des Wiederaufbaus der Altstadt etwas in Frage. Fachwerkhäuser und schöne Steinfassaden standen im Kontrast zu engen und feuchten Gassen, wenig Licht und begrenztem Wohnraum, wie sich sich einige Zeitzeugen erinnern. Einer geplanten Sanierung, die endlich Licht und Luft in die Enge bringen sollten, kam die nahezu vollständige Zerstörung der Altstadt durch die Bombardierungen im Jahr 1944 zuvor.

 

Zum Filmgespräch kommt der Protagonist und Zeitzeuge Rolf Schmitz,d.  Rolf Schmitz („Klaa Rölfche“), Jahrgang 1929, ist in der Frankfurter Altstadt in den 30er Jahren aufgewachsen und weiß lebendig von der damaligen Zeit zu erzählent. Kaum ein anderer hat das Viertel gekannt wie er. Die Erinnerungen von Rolf Schmitz, der auch in den Filmen zu Wort kommt sind auch aufgeschrieben in dem Buch „Ein Groschen fürs Licht“, Frankfurt 2012. Dort berichtet er auch, wie die Eltern jüdischen Bürgern zur Flucht verholfen haben und von der Not der Zerstörung,

Die Moderation hat Gerd Becker.

 

Foto: Die historische Bendergasse

 

Info:

Dienstag, 12. Juli, 19.30 Uhr
Als Frankfurt 100 Gassen hatte, D 2007   45 min
So war das alte Frankfurt,  D 2012  45 min
Beide Filme von Jörg Adrian Huber (HR)