k mary fotoAusstellung vom 16. Dezember 2018 bis 16. Juni 2019 im  Historisches Museum der Pfalz Speyer, Teil 2

N.N.

Speyer (Weltexpresso) - Herr Stampfer, Sie sind Marilyn Monroe-Kenner und Leihgeber von Memorabilien und ausgewählten originalen Stücken aus dem persönlichen Nachlass von Marilyn Monroe. Bei der Ausstellung „Marilyn Monroe. Die Unbekannte“ hatten Sie die Funktion eines externen Kurators.

1. Wann wurden Sie zum ersten Mal auf Marilyn Monroe aufmerksam?

Ich erinnere mich daran, dass ich im Alter von 10 Jahren gemeinsam mit meiner älteren Schwester einen Film von Marilyn sah. Es war die Komödie „Wie angelt man sich einen Millionär“ von 1953.


2. Welches war das erste Stück in Ihrer Monroe-Sammlung?

Das erste von mittlerweile über 1000 Einzelstücken in meiner Sammlung war ein schwarzer Gürtel, den Marilyn in einem ihrer Filme getragen hat. Dieser Gürtel wurde bei der großen Auktion von „Christie‘s“ 1999 versteigert.


3. Wann wurde Ihr Interesse an Dingen aus dem privaten Nachlass von Marilyn Monroe geweckt?

Als ich ungefähr 16 Jahre war, äußerte ich bereits den Wunsch, irgendetwas von Marilyn besitzen zu wollen. Ich sagte immer„... und wenn es nur eine leere Pillendose ist, Hauptsache irgendetwas Persönliches aus ihrem Besitz“. In greifbare Nähe rückte die Möglichkeit von Erwerbungen jedoch erstmals für mich im Jahr 1999, nachdem ich von der Nachlassversteigerung über Christie‘s erfuhr. Bis dahin wusste ich nichts Näheres über ihren Nachlass und was mit den materiellen Dingen nach ihrem Tod geschehen war. Mir wurde nur klar, dass ich erstmals die Chance hatte, etwas zu erwerben. Heute werde ich häufig nach dem Grund meines Sammelns gefragt und es ist nach wie vor nicht einfach zu beantworten. Es ist eine Passion in mir, deren Ursprung ich nicht wirklich erklären kann, die aber (aus-)gelebt werden will. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass man durch den Besitz persönlicher Gegenstände auf irgendeine Weise mit der Person und der bewegenden Geschichte verbunden ist oder sich verbunden fühlt, dennoch aber mit der nötigen Distanz und dem Respekt. Es sind sehr private Dinge, die ähnlich wie Zeitzeugen, aus der damaligen Zeit berichten und ihre eigene Geschichte erzählen, sobald man sie in den Händen hält. Diese Passion möchte ich durch meine Ausstellungstätigkeit mit der Öffentlichkeit teilen.


4. Was hat es mit dieser Nachlassversteigerung konkret auf sich? Können Sie uns hierzu einige Hintergründe auch zum Testament und den Erben mitteilen?

Bei der gerade erwähnten Versteigerung kamen über 1000 Stücke aus dem Nachlass unter den Hammer, die die Erbin, Anna Strasberg, die Witwe von Lee Strasberg an das Auktionshaus übergeben hatte. Man muss hierzu erwähnen, dass Marilyns materieller Besitz aus ihrem Apartment in New York und ihrem Haus in Los Angeles, den sie laut Testament ihrem Mentor und väterlichen Freund Lee Strasberg überlassen hatte, nach ihrem Tod 1962 eingelagert worden war. Lee Strasberg war damals Direktor des „New Yorker Actors Studio“ und Marilyn hatte seit 1955 dort regelmäßig Schauspielkurse besuchte. Hieraus entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zu ihm und seiner Familie, die bis zu ihrem Tod andauerte. In ihrem Testament hat Marilyn Monroe verfügt, dass Lee Strasberg die Verteilung ihres privaten Besitzes unter Freunden, Kollegen und Menschen, die ihr wohlgesonnen waren, vornehmen solle. Doch dazu ist es nie gekommen, da man Lee Strasberg den privaten Nachlass erst nach dem Tod von Marilyns Mutter, Gladys Baker, im Jahr 1984 zusprach. Da Lee Strasberg jedoch bereits 1982 verstarb und er zuvor seine zweite Ehefrau und die gemeinsamen Kinder enterbt hatte, wurde Marilyns Privatbesitz seiner dritten Ehefrau, Anna Strasberg, die Marilyn Monroe nicht persönlich gekannt hatte, zugesprochen. Nachdem Anna Strasberg sich 1999 zur Versteigerung entschloss, gelangte nach 37 Jahren ein Großteil des Nachlasses ans Tageslicht. ...


5. Ihre Sammlung ist die umfangreichste dieser Art weltweit. Was ist Ihr Lieblingsstück in der Sammlung?

Ein einziges Lieblingsstück besitze ich nicht. Dazu habe ich zu viele Stücke im Laufe der Jahre erworben, welche jeweils ihre eigene Geschichte erzählen. Stücke meiner Sammlung, die jedoch eine besonders hohe Nachfrage besitzen und international Aufmerksamkeit fanden, sind sicherlich Marilyns Capri-Hose in 7/8-Länge und ihr schwarzer Rollkragenpullover, beide Kleidungsstücke hatte Marilyn über Jahre sowohl privat, als auch am Filmset und bei Fotoshootings getragen. Dazu zählen auch ihr Satin-Morgenmantel sowie ihr letztes privates Telefonbuch und ihr persönlicher Jahresterminplaner. (...) Zu meinen neuen Lieblingsstücken gehören das weiße Paar Lederpantoletten aus dem weltbekannten New Yorker FotoShootings mit dem Fotograf Sam Shaw. Diese Schuhe werden in der Speyerer Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Foto
© Museum Speyer

Info
Öffnungszeiten Das Historische Museum der Pfalz ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, an Feiertagen auch montags. Weitere Informationen unter www.marilyn-ausstellung.de