DeutschlandfunkDas neue Programm der Bürgeruniversität Frankfurt bietet knapp 200 Veranstaltungen für die Stadtgesellschaft an

Felicitas Schubert

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Das weiß außerhalb Frankfurts kaum jemand, aber schon beim Aufwachsen in der Mainstadt war auffällig, wie sehr die Universität, damals noch im Gründerzeitgebäude an der Bockenheimerwarte, in die Stadt hineinragte, soll heißen, daß normale Bürger und Bürgerinnen und eben auch vor allem die älteren Schüler und Schülerinnen zu Veranstaltungen der Universität kamen und oft auch solche Veranstaltungen nicht in der Uni stattfanden, sondern in Museen und anderen Orten der Stadt. Die Bürgeruniversität ist aber erst eine Einrichtung der Jetztzeit, wie auch die Kinder-Universität oder das reguläre Studieren für diejenigen, die alt sind, aber kein Abitur haben. Wunderbare Einrichtungen. 

Mit der Bürger-Universität lässt die Goethe-Universität die Bürgerinnen und Bürger aus Stadt und Region an ihrer Forschung teilhaben. Das aktuelle Programm versammelt Vorträge, Podiumsgespräche, Ausstellungen, Filmreihen sowie Dialogspaziergänge, Führungen, Feste und andere Formate.


Warum Nachhaltigkeit gerade zum Nicht-Thema zu werden droht, wie Klima und soziale Gerechtigkeit zusammenpassen und was Kopf, Bauch, Hände mit der Klimakommunikation zu tun haben – dies sind Themen interdisziplinärer Vortragsreihen der Bürger-Universität, die sich mit Nachhaltiger Entwicklung und Planetaren Grenzen befassen.


Die Vortragsreihen zu aktuellen Fragen in unserer Gesellschaft gehören den knapp 200 Veranstaltungen an, zu denen die Goethe-Uni ihre Türen für Interessierte aus Stadt und Region öffnet bzw. mit denen sie selbst an Orte in der Stadt geht. Das Themenspektrum ist breit gespannt: Es reicht von einem Themennachmittag zur modernen digitalen Herzmedizin, ausgerichtet von Mitgliedern des Exzellenzclusters für Herz- und Lungenforschung, über einen Vortrag über Antisemitismus des Literatur- und Sozialwissenschaftlers Jan Philipp Reemtsma auf Einladung des Fritz Bauer Instituts bis zur renommierten Poetikvorlesung, diesmal mit der Schriftstellerin und Buchgestalterin Judith Schalansky. Die Skandinavisten der Goethe-Universität feiern den dänischen Dichter Hans Christian Andersen mit einem Thementag und einer Ausstellung. Und beim Science Talk „Wissen angezapft“ geht es unter anderem darum, was wir von Gesteinsproben aus dem Weltall erfahren können und wie die Vereinten Nationen als Friedensinstitution dastehen. Weitere Veranstaltungen – nicht nur für Erwachsene – sind die Night of Science auf dem Campus Riedberg, das Frühlings- und Sommerfest der Universität, zahlreiche Konzerte und die Kinder-Uni.


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Universität Frankfurt
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Info:
Das Programm der Bürger-Universität liegt an öffentlichen Einrichtungen der Stadt aus und ist im Online-Kalender der Goethe-Universität einsehbar unter: www.buerger.uni-frankfurt.de/
Die Teilnahme an den Veranstaltungen der Bürger-Universität ist in der Regel ohne Anmeldung möglich, der Eintritt ist frei.
Die erste Bürger-Universität startete im Jahr 2008 – in dem Jahr, in dem die Goethe-Universität Stiftungshochschule wurde und damit zu ihren Wurzeln zurückkehrte. 1914 war die Universität Frankfurt als erste deutsche Stiftungsuniversität von Frankfurter Bürgern gegründet worden.