Bildschirmfoto 2019 10 22 um 01.21.59Betrübliche Worte des designierten Präsidenten von TUNESIEN

Redaktion Tachles

Kais Saied, Jahrgang 1958, der unlängst überraschend zum nächsten tunesischen Präsidenten gewählte Politiker seines Landes, hat Ideen bezüglich der Beziehungen zu Israel, die im Jüdischen Staat wohl kaum auf Gegenliebe stossen dürften. Kurz: Saied lehnt die Normalisierung der Beziehungen zu Israel nicht nur ab, er bezeichnet sie sogar als «Verrat». Das sei seine Ansicht zur «zionistischen Einheit», die er nicht ändern werde.

«Wir sind in einem Kriegszustand mit dem Zionismus, und Normalisierung ist Verrat», sagte er. In seinen Ansichten unterscheidet Saied zwischen Juden und Zionisten: «Die Juden besuchen Tunesien, wir haben sie im Zweiten Weltkrieg beschützt. Wer aber die Beziehungen zum Zionismus normalisiert, der das Land des palästinensischen Volkes gestohlen und sie aus ihrem Land vertrieben hat, der ist ein Verräter».

Saied gewann den entscheidenden Ausstich der Präsidentschaftswahlen mit 73% der Stimmen, was ein klares Resultat bedeutete. Nun muss er mit einem tief gespaltenen Parlament arbeiten, deutet das Wahlergebnis doch an, dass es zu heftigen Ausmarchungen um das Amt des Premierministers und der Bildung einer regierenden Koalition kommen wird. Saied, der den Islamisten nahesteht, hat zwei Töchter und einen Sohn. Er ist Experte für Verfassungsrecht und lehrte von 1999 bis 2018 an der Iuristischen Fakultät der Universität von Tunis. Der designierte tunesische Präsident hat sehr wenig publiziert.

Foto:
Kais Saied hat die Wahlen in Tunesien überraschenderweise mit Abstand gewonnen
© tachles

Info:
Nachdruck des Artikels mit freundlicher Genehmigung aus dem Wochenmagazin TACHLES vom 17. Oktober 2019