cor konz.deAus dem Kundenservice der WELT zu Corona vom Vortag, 39

WELT Corona-Updat

Hamburg (Weltexpresso) - Die Befürchtungen waren groß – von einer schweren Covid-19-Welle blieb Deutschland jedoch bisher verschont. Im April ließen sich dennoch deutlich mehr Menschen krankschreiben als zu Nicht-Corona-Zeiten. Wie Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums zeigen, meldeten sich 840.000 gesetzlich Versicherte mehr krank als gewöhnlich.

Bei Ärzten wächst der Unmut darüber, dass viele Lehrer aus Angst vor einer Corona-Ansteckung eine Befreiung vom Unterricht in der Schule anstreben. „Es ist schon unverständlich, dass die Berufsgruppe der Lehrer für sich ein solches Schutzprivileg in Anspruch nimmt“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, der „Neuen Osnabrücker Zeitung".

Andere Berufsgruppen wiesen ein deutlich höheres Alter auf. Einige würden außerdem „tatsächlich kranke Menschen versorgen“, wie beispielsweise Kinderärzte. Trotz der Risiken würden diese weiter an der Front arbeiten.
 

Die Lage in Deutschland

Die Bundesregierung will in der Fleischbranche durchgreifen: Das zuständige Kabinett hat heute Eckpunkte eines „Arbeitsschutzprogramms für die Fleischwirtschaft“ beschlossen. Geplant sind demnach verschiedene gesetzliche Regelungen, wie ein Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischindustrie ab dem kommendem Jahr. Außerdem soll es höhere Bußgelder bei Verstößen gegen Arbeitszeitvorschriften geben.

Auch für die schwer getroffene Reisebranche wurde ein Beschluss gefasst: Reiseunternehmen soll mit einer freiwilligen Gutscheinlösung für Pauschalreisen geholfen werden. Gutscheine als Entschädigung für coronabedingt abgesagte Pauschalreisen, die vor dem 8. März gebucht wurden, sind künftig bis zu hundert Prozent ihres Wertes vom Staat abgesichert. Bei einer Insolvenz des Reiseunternehmens gehen die Kunden damit nicht leer aus.

Eltern können sich über weitere Unterstützung freuen: Sie sollen bis zu 20 Wochen Lohnersatz bekommen können, wenn sie ihre Kinder wegen Einschränkungen bei Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen. „Das ist ein ganz wichtiger Schritt, um finanzielle Sicherheit zu geben", so Familienministerin Franziska Giffey (SPD).


Die Lage in Europa

Mit Investitionen ins Gesundheitssystem und der Schulung von Arbeitskräften sollen sich die EU-Staaten in der Corona-Krise stärken. Die EU-Kommission riet den 27 EU-Staaten in ihren wirtschaftspolitischen Empfehlungen zudem zu strikten Maßnahmen gegen Steuervermeidung und Geldwäsche. „Das Coronavirus hat uns getroffen wie ein Asteroid und hat ein kraterförmiges Loch in der europäischen Wirtschaft hinterlassen“, erklärte der für Wirtschaft zuständige Vizepräsident Valdis Dombrovskis.

In Spanien gilt ab jetzt eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Die Regelung gelte für alle Menschen mit einem Alter von über sechs Jahren. In geschlossenen öffentlichen Räumen müssen Masken getragen werden, im Freien gilt die Pflicht dann, wenn ein Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann.


Die Lage in der Welt

Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland, regt für ihr Land eine viertägige Arbeitswoche an, um die Folgen der Corona-Wirtschaftskrise besser abzufedern. Flexible Arbeitsoptionen könnten beispielsweise den Inlands-Tourismus wieder ankurbeln. Außerdem wäre es für die Mitarbeiter leichter, Beruf und Privatleben zu vereinbaren, so Ardern.

In Chile ist innerhalb von 24 Stunden die höchste Zahl an Todesfällen und Neuinfektionen registriert worden. 3520 Menschen hätten sich neu angesteckt, 31 Erkrankte seien gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Damit gibt es in dem Land laut den offiziellen Statistiken fast 50.000 Infektionen und mehr als 500 Todesfälle.

Die nachgewiesenen Infektionen in Russland überschritten am Mittwoch die Marke von 300.000. Allerdings meldeten die Behörden mit 8764 Neuinfektionen den geringsten Anstieg seit dem 1. Mai. Die Zahl der Todesfälle stieg binnen 24 Stunden um 135 auf 2972. Russland weist nach den USA weltweit die meisten Infektionsfälle auf.


Die Lage an den Börsen

Der Dax hat sich am Mittwoch mit starkem Rückenwind aus den USA weiter erholt. Nach einem verhaltenen Start schloss der deutsche Leitindex 1,34 Prozent höher bei 11.223,71 Punkten. Zwischenzeitlich hatte sich das Börsenbarometer sogar wieder auf das Niveau von Anfang März vorgearbeitet.


Und was Hoffnung macht ...

Er ist einer der Helden in der Corona-Krise: Der Kriegsveteran Tom Moore sammelte mit einer Spendenaktion einen Millionenbetrag für das britische Gesundheitspersonal. Moore hatte sich nach einer Hüft-OP vorgenommen, bis zu seinem 100. Geburtstag 100 Mal mit seinem Rollator seinen 25 Meter langen Garten abzuschreiten und sich dafür sponsern zu lassen. Jetzt soll „Captain Tom" dafür in den Ritterstand erhoben werden. Boris Johnson persönlich nominierte ihn. Mit seiner Spendenaktion habe Moore „das ganze Land inspiriert“.

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