Bildschirmfoto 2026 01 03 um 01.13.32Der LiveTicker+++  Die aktuellen Entwicklungen im Nachgang zum Gaza-Krieg im laufenden Überblick 

Redaktion tachles

Israel (Weltexpressso) - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht sich mit US-Präsident Donald Trump mit Blick auf die Friedensbemühungen in der Region auf einer Linie. Beide Seiten seien sich über den Wunsch nach Frieden in der Region einig, sagte Netanjahu dem US-Sender Fox News auf die Frage nach möglichen Meinungsverschiedenheiten mit Trump bezüglich des von Israel besetzten Westjordanlands. "Es ist eine Partnerschaft von Gleichgesinnten und Führungskräften."


Am Montag (Ortszeit) hatte Trump nach einem Treffen mit dem israelischen Premier auf die Frage, ob Israels Vorgehen im Westjordanland, einschliesslich der Gewalt durch Siedler, sein Ziel der Stabilisierung des Nahen Ostens untergrabe, gesagt, der israelische Premier und er stimmten in der Westjordanlandfrage nicht "hundertprozentig" überein. Netanjahu werde aber "das Richtige" tun.

Netanjahu sagte nun: "Ich denke, es gibt viele Gemeinsamkeiten, denn wir wollen beide eine Zukunft, in der dieses Gebiet nicht für Terroranschläge genutzt wird." Es sei in dieser Hinsicht schon viel erreicht worden. Es solle dort auch viel Infrastruktur sowohl für Israel als auch für die palästinensischen Nachbarn aufgebaut werden.

Netanjahu sagte, dass er eine stabilisierte Regierung in Gaza im neuen Jahr für möglich halte. "Wenn wir die Hamas entwaffnen, sei es mit einer internationalen Truppe oder mit anderen Mitteln, dann sehe ich eine andere Zukunft für Gaza", sagte Netanjahu. Das sei der einzige verbleibende Schritt. Es gehe nicht darum, mit der islamistischen Palästinenserorganisation zu verhandeln. Aufgabe der Hamas sei es, "zu verschwinden, aufhören zu existieren. Und wissen Sie, wer das mehr als jeder andere will? Die Menschen in Gaza."

Nach dem Treffen am Montag hatte Netanjahu angekündigt, Trump werde den Israel-Preis erhalten - die höchste Auszeichnung des Landes, die noch nie an einen Menschen ohne israelische Staatsangehörigkeit verliehen worden sei. Trump solle für "seine herausragenden Verdienste" für Israel und das jüdische Volk geehrt werden.

Tag 821: 1. Januar 2026

Zwei Wochen nach dem spurlosen Verschwinden eines ehemaligen libanesischen Geheimdienstoffiziers erhärtet sich der Verdacht, dass der Mann von Israel entführt worden sein könnte. Eine als zuverlässig geltende libanesische Justizquelle sagte der Deutschen Presse-Agentur, laufende Ermittlungen hätten bisher ergeben, dass er offenbar vom israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad gekidnappt worden sei. Dazu gab es aber keine offizielle Mitteilung im Libanon. Auch Israel hat sich bisher nicht offiziell zu den Vorwürfen geäussert.

Es gebe Kommunikationsdaten sowie Aufnahmen von Überwachungskameras, die zeigten, dass der Libanese zu einem Treffen in ein Gebiet nahe der Stadt Sahla im Osten des Libanon und dann in ein Auto gelockt wurde, hiess es aus den Justizkreisen. Das Auto sei später am internationalen Flughafen Beirut gesichtet worden. Zwei Personen sollen beteiligt gewesen sein, einer von ihnen, ein schwedischer Staatsbürger, habe kurz darauf den Libanon verlassen.

Einschätzung als "koordinierte Geheimdienstoperation"

Auch die in London erscheinende arabische Zeitung "Asharq Al-Awsat" schrieb unter Berufung auf libanesische Sicherheits- und Justizbehörden von "hochwertigen Ermittlungsergebnissen, die den Fall klar in die Kategorie einer koordinierten Geheimdienstoperation einordnen". Laut libanesischen Ermittlungen hatte der Mann mit einer Person mit schwedischer Telefonnummer kommuniziert.

Der Bruder des nun verschwundenen Ex-Geheimdienstoffiziers soll mit dem Fall des israelischen Luftwaffen-Navigators Ron Arad in Verbindung stehen, der 1986 über dem Südlibanon abgeschossen und von der schiitischen Amal-Miliz gefangen genommen wurde. Israel sucht bis heute Informationen über Arads Schicksal. Ein anderer Libanese, der Amal-Anführer Mustafa Dirani, der Arad an die Iraner "verkauft" haben soll, war 1994 von Israel aus seinem Haus entführt worden. Zehn Jahre später kam Dirani im Rahmen eines Gefangenenaustauschs wieder frei.

Die libanesische Zeitung "L'Orient-Le Jour" berichtete, eine verdächtige Person in dem Fall des nun vermissten Ex-Geheimdienstlers habe sich am Samstag der Polizei gestellt. Der Mann soll ein Treffen mit dem Verschwundenen bei Sahla organisiert haben. Er sei in den Libanon zurückgekehrt, um "seine Unschuld zu beweisen".

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Info: 
Nachdruck des Artikels mit freundlicher Genehmigung aus dem Wochenmagazin TACHLES vom 2. Januar 2026