F palmengarten2Norbert Bergdoll Bernd Ochs copyright Palmengarten FrankfurtÜberblick zu den Arbeiten im Frankfurter Palmengarten

Helga Faber

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Die Frankfurter wissen kaum, was sie an ihrem Palmengarten haben. Doch, doch, sie schätzen ihn, sie lieben ihn, aber wer hier aufgewachsen ist und immer hier lebte, für den ist der Palmengarten so selbstverständlich, daß gar nicht mehr auffällt, daß es nicht in jeder deutschen Stadt einen Palmengarten gibt. In Frankfurt wurde er im 19. Jahrhundert als Aktiengesellschaft gegründet, Damals nämlich haben reiche Leute  solche sozialen und kulturellen Unternehmungen in einer Stadt quasi als Anschubfinanzierung als Aktiengesellschaft vorfinanziert. Heute dagegen soll aus allem das Geld herausgepreßt werden. 
Und nun ist eine große Restaurierung im Palmengarten angesagt. Denn der Palmengarten verändert fast täglich sein Gesicht. Blumen blühen und vergehen, andere stehen kurz vor ihrer Blüte. Das Traditionshaus ist im Wandel - und das nicht nur oberhalb der Erdkrume: Auch im Kellergewölbe, an den Fundamenten, in den Ringwasserleitungen im Boden oder in den luftigen Höhen des Tropicariums tut sich einiges. Sei es die technische Umstellung auf die Fernwärme, die Erneuerung der Ringwasserleitungen oder wie im Tropicarium neue Elektroleitungen. Mit dem Bau des Blüten- und Schmetterlingshauses bekommt der Palmengarten außerdem eine neue Attraktion. Manches wird also neu, anderes wird saniert. Hier kommt ein kurzer Zwischenstand.


Ringwasserleitung

Bereits seit 2013 wird im Palmengarten die Ringwasserleitung saniert. Mit Rücksicht auf die Gäste werden die Leitungen abschnittweise erneuert. Bis Ende Mai, also rechtzeitig zum Rosen- und Lichterfest vom 8. bis 10. Juni, wird der Abschnitt zwischen Oktogonbrunnen und Spielwiese abgeschlossen sein. Im Herbst beginnen die Arbeiten an einem weiteren Teilstück im Bereich der Villa Leonhardi.

Die Ringwasserleitung ist die Hauptschlagader des Palmengartens. Dessen Trinkwasser- und Eigenwassernetz ist jeweils etwa 3 Kilometer lang. Es wurde Anfang der 1980er Jahre gebaut und verläuft weitgehend parallel, meist unterhalb der Verbindungswege. Das Ende der Sanierungsarbeiten ist für 2019 geplant. Die Kosten liegen bei etwa 5,1 Millionen Euro.


Das Tropicarium

Seit Februar ist im Tropicarium der so genannte Nordstern (Feuchte Tropen) geschlossen. Ende 2018 soll das Schauhaus wieder geöffnet werden. Das Haus Mangrove ist nach Abschluss der dortigen Erneuerungen bereits wieder geöffnet. Der Südstern (Trockene Tropen) wird ab Frühjahr 2019 saniert. Die tropischen Bedingungen haben vor allem dem Gebäude zugesetzt. Viele Bauteile sind daher in den Schauhäusern wesentlich schneller gealtert als unter normalen Bedingungen. Darüber hinaus entsprechen die elektrischen Anlagen nicht mehr den heutigen Anforderungen der Technik und Sicherheit. 2020 soll die Sanierung des Tropicariums abgeschlossen sein. Die Kosten liegen bei etwa 8,2 Millionen Euro.


Das Blüten- und Schmetterlingshaus

F Palmengarten1Künftig soll das der Frankfurter Naturforscherin Maria Sibylla Merian (1647 – 1717) gewidmete Gebäude Einblicke in die faszinierende Welt der Blütenbiologie bieten. In den Wintermonaten sollen hier Schmetterlinge mit ihren Futterpflanzen gezeigt werden. Aktuell entsteht ein pädagogisches Konzept, um Schulklassen einen lebendigen Biologieunterricht außerhalb des Klassenzimmers zu ermöglichen. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf etwa 8 Millionen Euro. Hiervon übernimmt die Stiftung Palmengarten und Botanischer Garten 2,5 Millionen Euro.


Fotos: 
Norbert Bergdoll und Bernd Ochs vor der Baustelle des kommenden Blüten- und Schmetterlingshauses
Die Baustelle des kommenden Blüten- und Schmetterlingshauses
© Palmengarten Frankfurt