Eintracht Frankfurt unterliegt meisterlich dem BVB Dortmund 1:2

 

Claudia Schubert

 

Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Das muß mal einer der Eintracht Frankfurt nachmachen. So hervorragend, spritzig und mit voller Kraft Fußball zu spielen und dann doch den Kürzeren zu ziehen. Das lag am Gegner, den Gelb-Schwarzen aus Dortmund.

 

Warum man diese Selbstverständlichkeit betonen muß, daß die Dortmunder das Spiel für sich entschieden haben? Das hat Gründe. Denn vor allem in der Partie gegen Bayern München lag der fehlende Sieg oder das Unentschieden eindeutig an den Schiedsrichtern. Diesmal kann man zwar hinzufügen, daß die Eintrachtler durch das Spiel vom Donnerstag gegen Qarabag noch angemüdet, daß zudem einige der Spieler angeschlagen waren, daß deshalb sogar Alex Meier und auch Sebastian Rode ganz ausfielen, Kapitän Pirmin Schwegler erneut erst in der 71. Minute eingesetzt wurde und überhaupt die Positionen im Feld rotierten, das alles kann man hinzufügen, aber es erklärt Zweierlei nicht: Weshalb einerseits die Eintracht mutig, verwegen und ohne aufzugeben auf das Tor der Borussen stürmte und warum sie andererseits nicht zumindest den Ausgleich erreichten, der vom Spielablauf gepaßt hätte.

 

Doch, doch, die Dortmunder gaben das Tempo und die Leidenschaft vor und zwischendurch hatte man das Gefühl von einer Abwehrschlacht am Main. Aber das gilt stärker für die erste Halbzeit, wo dann gleich in der 4. Minute die Eintracht durch Inui am Führungstor vorbeischrammte, in der nächsten Minute aber froh sein konnte, daß auch Blaszczykowski, den Reus ideal bedient hatte, nicht zum Zuge kam und gleich darauf im Dortmunder Fußballhagel auch Reus selber den Kasten verfehlte, als er die Vorlage von Großkreutz vergab. Aber als Blaszczykowski erneut flankte, kannte der neue Spieler Henrikh Mkhitaryan aus Armenien, der die Dortmunder nur etwas weniger gekostet hatte, als der gesamte Spieleretat von Eintracht Frankfurt wert ist, keine Eingewöhnungsflausen mehr und tat das, wozu er geholt wurde, den Ball in der 10. Minute ins Tor zu donnern: 0:1.

 

Der hochaufgeschossene Armenier ist ein flinker, ständig präsenter Spieler, der, sagen wir es gleich, auch in der zweiten Halbzeit in der 56. Minute sein zweites Bundesligator schoß. Daß auf Dortmunder Seite nicht mehr Tore fielen, hat einmal damit zu tun, daß viele Versuche nicht gut genug plaziert waren, daß aber auch die Eintrachtabwehr so manchen Schuß ablenkte, zudem Tormann Kevin Trapp einen sehr guten Tag hatte und keine Berührungsängste, dem Gegner den Ball von der Fußspitze zu pflücken.

 

Die Aufmerksamkeit war auf Frankfurter Seite auf den Neuen aus Tschechien, auf Václav Kadlec gerichtet, der im Zusammenspiel mit seinen Kollegen schon routiniert wirkte und sich vor allem von Mats Hummels nicht bremsen ließ, woraufhin beim dritten Mal dieser mit einem Foul derart übertrieb, daß nach dem Zücken der Gelben Karte für ihn, ihn Trainer Jürgen Klopp lieber aus dem Spiel nahm. Der befürchtete nämlich, mit zehn Mann gegen die munter aufspielenden Frankfurter den Kürzeren ziehen zu müssen.

 

Verbunden mit dem Eingeständnis, daß seine Mannschaft nun nicht das allerbeste Spiel, sondern nur guten Fußball abgeliefert habe, sprach auch er vom Glück, daß sie gehabt hätten; Klopp war auch derjenige, der seinem Gegner zu so einer Mannschaft und einem so offensiven Spiel gratulierte. Dazu hatte er allen Grund, denn in der ersten Halbzeit hatte in der 36. Minute eine spannende Sonderschau zum Ausgleich geführt, dem 1:1. Stefan Aigner war allen entwischt und hatte die Dortmunder alt aussehen lassen, sein prächtiger Kopfball endete allerdings am Pfosten, hatte aber solche Wucht, daß er ins Feld zurücksprang und Kadlec präzise reagierte und ihn ins Tor donnerte.

 

Die zweite Halbzeit war überwiegend die der Eintracht. Wenn man die Statistik befragt, sind die Aktionen am Ball beider Mannschaften ausgeglichen, die Zweikämpfe aber zu 53 Prozent von der Eintracht gewonnen. Aber, daß die Eintracht mit 17 Torschüssen sogar einen mehr als die Dortmunder aufweisen kann, hätte ihr vor dem Spiel sicher niemand zugetraut. Aber hört man dann, daß die Paßgenauigkeit nur bei 66 Prozent lag, weiß man um eine der Ursachen, warum die spielerische Überlegenheit nicht in Tore mündete.

 

Die Folgen des Ergebnisses sind für beide Mannschaften wichtig. Borussia Dortmund bleibt auf Platz 1 und hat jetzt sogar zwei Punkte Vorsprung gegenüber den übermächtigen Bayern. Eintracht Frankfurt fällt auf Platz 15. Seltsamerweise sind die Fans aber nicht bedröppelt nach Hause geschlichen, sondern haben mit Fanfarenstößen alle Umstehenden hören lassen, daß es mit der Eintracht wieder bergauf gehe. Selten ist eine Niederlage so positiv gesehen worden, weil in der Tat das spielerische Potential dieser Frankfurter überzeugte, daß es – demnächst – auch Früchte in Form von Toren und Siegen tragen werden. Bange ist niemandem mehr. Das ist auch ein Erfolg.

 

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