fm anni felici Das Festival des italienischen Films von Freitag, 1., bis Dienstag, 12. Dezember im Deutschen Filmmuseum Frankfurt, Teil 2

Siegrid Püschel

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Inzwischen gibt es viele nationale Filmfestivals, aber das italienische bleibt etwas ganz Besonderes. Übrigens war Italien in der Nachkriegszeit und lange danach das führende Filmland Europas. Was ist nur geschehen, daß der italienische Film heute in unseren Kinos - vergleicht ma es mit Frankreich, von Hollywood ganz zu schweigen - so wenig vorkommt, beschränkt auf die großen, aber heute wenigen Kassenerfolge.

Auch dieses Jahr bringt das beliebte Festival VERSO SUD wieder eine Auswahl aktueller italienischer Filme ins Kino des Deutschen Filmmuseums nach Frankfurt. In der 23. Festivalausgabe sind vom 1. bis 12. Dezember unter anderem die neuesten Werke von Altmeistern wie Gianni Amelio (LA TENEREZZA) oder Marco Bellocchio (FAI BEI SOGNI) sowie die Komödien-Hits LASCIATI ANDARE und L'ORA LEGALE zu sehen, zudem der 17-fach für den Donatello-Filmpreis nominierte INDIVISIBILI. Auch der von Italien jüngst für den Auslands-Oscar® eingereichte A CIAMBRA von Jonas Carpignano wird auf dem Festival als Vorpremiere vor dem Kinostart zu sehen sein.

Abgerundet wird das vielfältige Programm wie gewohnt von einer Hommage, die dieses Jahr dem Regisseur Daniele Luchetti gewidmet ist. Der 1960 in Rom geborene Regisseur ist persönlich am Freitag, 1. Dezember, anwesend sein und die Hommage mit seinem Film MIO FRATELLO È FIGLIO UNICO (IT/FR 2007) eröffnen. Während des Festivals sind anschließend vier weitere seiner Filme zu sehen. Am Samstag, 2. Dezember, ist außerdem Marco Danieli zu Gast und präsentiert seinen Debütfilm LA RAGAZZA DEL MONDO über die verschlossene Welt der Zeugen Jehovas.

Ausführliche Texte zu allen Filmen sind im separaten Verso-Sud-Katalog zu finden, den man im Filmmuseum abholen kann. Einige Filme des Programms sind diesmal auch im Filmforum Höchst zu sehen (Infos unter: www.filmforum-höchst.de).

Im Anschluss an das Festival Verso Sud widmet die Kinothek Asta Nielsen im Pupille-Unikino (Festsaal des Studierendenhauses, Campus Bockenheim) vom 14. bis 17. Dezember ein kleines Festival der aus Neapel stammenden Stummfilm-Pionierin Elvia Notari. Besucher/innen sind eingeladen, deren Werk mit Live-Musik, Vorträgen, Diskussionen und internationalen Gästen zu erkunden (Infos unter: www.kinothek-asta-nielsen.de).


PROGRAMM

Freitag, 1. Dezember, 18:30 Uhr mit Gespräch nach dem Film und um 21:30 Uhr mit Einführung des Regisseurs
MIO FRATELLO È FIGLIO UNICO Mein Bruder ist ein Einzelkind
Italien/Frankreich 2007. R: Daniele Luchetti. D: Elio Germano, Riccardo Scamarcio, Angela Finocchiaro. 100 Min. 35mm. OmU
In einer auf mexikanischem Volksglauben basierenden Geschichte entwickelt sich ein Abenteuer um ein Liebesdreieck. Als die schöne María am Tag der Toten ("Día de los muertos") nach einer langen Reise zum Ort San Ángel zurückkehrt, buhlen die Jungen Manolo und Joaquín um ihre Zuneigung. Die Geister La Muerte, Herrin des Reiches der Erinnerten, und Xibalbá, Herr des Reiches der Vergessenen, sind als Beobachter dabei und schließen Wetten darüber ab, welchem der beiden Jungs María ihr Herz schenken wird.,
Zu Gast: Daniele Luchetti


Samstag, 2. Dezember, 16 Uhr und Montag, 4. Dezember, 18 Uhr
LASCIATI ANDARE Lass dich gehen!
Italien 2017. R: Francesco Amato
D: Toni Servillo, Veronica Echegui, Carla Signoris. 102 min. DCP. OmU
Dem Psychoanalytiker Elia reichen die täglichen Gefühlsausbrüche seiner Patienten, Leidenschaften hält er aus seinem eigenen Leben lieber fern. Nur bei Süßspeisen klappt es nicht mit der Askese, weshalb ihn sein Arzt ins Fitnessstudio schickt. Dort trifft er auf die quirlige Trainerin Claudia, die es eher mit dem Körperkult als mit der Seele hält und wenig Verständnis für aus der Form geratene Intellektuelle wie Elia hat. Doch sie zieht Chaos aller Art an, und so nimmt die temporeiche Komödie mit pointierten Wortgefechten, haarsträubenden Situationen und zwei bestens aufgelegten Hauptdarsteller/innen ihren Lauf.


Samstag, 2. Dezember, 18:30 Uhr mit Gespräch nach dem Film und 21:30 Uhr mit Einführung des Regisseurs
LA RAGAZZA DEL MONDO Die Welt der Anderen
Italien 2016. R: Marco Danieli
D: Sara Serraiocco, Michele Riondino, Marco Leonardi. 104 Min. DCP. OmU
Giulia und ihre Familie leben nach den strengen Regeln und Glaubenssätzen der Zeugen Jehovas. Mit ihrer Mutter Costanza zieht Giulia von Haus zu Haus, um neue Mitglieder zu werben. So lernt sie den rauen, aber attraktiven Ex-Häftling Libero kennen, der in der Werkstatt von Giulias Vater Arbeit findet. Giulia verliebt sich in Libero und lernt durch ihn eine völlig andere Welt kennen. Doch die Liebe zu einem Mann, der nicht der Sekte angehört, ist verboten. Mit intensiven Bildern begibt sich Marco Danielis Debütfilm in die verschlossene Welt der Zeugen Jehovas und beschäftigt sich mit einer jungen Frau, die zwischen zwei Welten steht.
Zu Gast: Marco Danieli


Sonntag, 3. Dezember, 17 Uhr
DOMANI ACCADRÀ Von Räubern, Kavalieren und harmonischen Menschen
Italien 1988. R: Daniele Luchetti. D: Paolo Hendel, Giovanni Guidelli, M. Buy. 87 Min. 35mm. OmeU
Zwei Viehhirten geraten in die Wirren der Revolution von 1848. Während der eine sich einer sozialistischen Kommune anschließt, wird der andere von einer adligen Familie aufgenommen, die versucht, aus ihm einen kultivierten und wohlerzogenen Herrn zu machen. Als die beiden Gefährten sich wiedersehen, ziehen sie mit den anderen Revolutionären nach Mailand. Das burleske, in schönen Bildern inszenierte Spielfilmdebüt von Daniele Luchetti beschäftigt sich mit den Irritationen einer Zeit des Umbruchs. Die philosophische Fabel ist dabei dank allerlei absurder Situationen auch ein intelligentes, ironisches Vergnügen.


Sonntag, 3. Dezember, 19 Uhr
FAI BEI SOGNI Träum was Schönes
Italien 2016. R: Marco Bellocchio
D: Bérénice Bejo, Valerio Mastandrea, Fabrizio Gifuni. 131 Min. DCP. OmU
Der sensible Massimo, der mit gerade einmal neun Jahren seine Mutter verlor, hat noch als Erwachsener mit diesem Schicksalsschlag und den undurchsichtigen Umständen zu kämpfen. Auch 40 Jahre später begreift Massimo nicht, was damals passiert ist. Er weiß nur, dass dieses Trauma sein Leben für immer verändert hat. Persönliche Beziehungen meidet er. Erst die Liebe zu Elisa rüttelt ihn auf und lehrt ihn, dass er das Rätsel seiner Kindheit lösen muss, um einen sicheren Weg ins Leben zu finden. Marco Bellocchios neuester Film eröffnete letztes Jahr die Sektion La Quinzaine des Réalisateurs in Cannes.


Montag, 4. Dezember, 20:30 Uhr
IL PORTABORSE Der Taschenträger
Guatemala 2016. R: Rodolfo Italien/Frankreich 1991. R: Daniele Luchetti
D: Silvio Orlando, Nanni Moretti, Giulio Brogi. 92 Min. 35mm. OmeU
Ein zunächst naiver Literaturlehrer wechselt ins Wahlkampfteam eines italienischen Ministers und schafft es, seine neue Position zu festigen. Als er die korrupten Verstrickungen des Ministers entdeckt, wendet er sich gegen ihn. Eine mit viel Sinn für Pointen erzählte Polit-Komödie, die sich mit den Schattenseiten der Macht und ihrem Missbrauch beschäftigt. Mit bissigem Witz beobachtet der Film das Zappeln eines Ahnungslosen im Spinnennetz eines von Intrigen und Ränkespielen bestimmten politischen Betriebs.


Dienstag, 5. Dezember, 18 Uhr und Freitag, 8. Dezember, 20 Uhr
LA TENEREZZA Die Zärtlichkeit
Italien 2017. R: Gianni Amelio. D: Renato Carpentieri, Elio Germano,
Giovanna Mezzogiorno, Greta Scacchi. 103 Min. DCP. OmU
Lorenzo lebt als Witwer allein in einer schönen Wohnung im Zentrum Neapels. Er verbreitet um sich stets schlechte Laune und will mit seinen erwachsenen Kindern möglichst wenig zu tun haben. Als nebenan neue Nachbarn einziehen, bröckelt sein emotionaler Panzer. Lorenzo freundet sich zu seinem eigenen Erstaunen mit der jungen Familie und ihren Kindern an und erkennt in ihnen die Familie, die er hätte haben können. Doch dann passiert etwas Schreckliches. Altmeister Gianni Amelio erzählt mit einem herausragenden Schauspielerensemble von unterschiedlichen Familienverhältnissen und der langsamen Öffnung eines verbitterten alten Mannes.


Dienstag, 5. Dezember, 20:30 Uhr und Samstag, 9. Dezember, 18 Uhr
PIUMA Feder
Italien 2016. R: Roan Johnson
D: Luigi Fedele, Blu Yoshimi, Michela Cescon. 98 Min. DCP. OmeU
Ferro und Cate sind zwei junge Erwachsene, die angesichts einer unerwarteten Schwangerschaft mit der Welt hadern: Das fängt schon mit ihren Familien an - der gastfreundlichen und gewöhnlichen des Rebellen Ferro, und der ausgeflippten und unkonventionellen der eher besonnenen Cate. Dazu kommen die Abschlussprüfungen in der Schule und die Aussicht auf eine Zukunft in Arbeitslosigkeit. Zwischen Unentschlossenheit und Ungewissheit, Verantwortung und Leichtsinn warten neun turbulente Monate. Mit lebensechten Charakteren, schnellem Rhythmus und viel Situationskomik erzählt PIUMA von den Herausforderungen des Erwachsenwerdens.


Mittwoch, 6. Dezember, 18 Uhr und Sonntag, 10. Dezember, 20 Uhr
FIORE Blume
Italien 2016. R: Claudio Giovannesi
D: Daphne Scoccia, Josciua Algeri, Laura Vasiliu. 110 Min. DCP. OmU
Daphne sitzt wegen Raubüberfällen und verliebt sich in Josh, der wegen ähnlicher Delikte hier ist. Doch männliche und weibliche Insassen sind strikt voneinander getrennt. Die Gefühle leben nur von Blicken, kurzen Unterhaltungen und heimlich geschmuggelten Briefen. Gibt es eine Chance für die beiden? Ein packender Film im Geist des Neorealismus: Gedreht in einem leerstehenden Gefängnis, mit Laiendarstellern und ihren echten Lebensgeschichten, erzählt er berührend von eingesperrten Gefühlen und der Sehnsucht nach Freiheit und Liebe.


Mittwoch, 6. Dezember, 20:30 Uhr
LA NOSTRA VITA Unser Leben
Italien/Frankreich 2010. R: Daniele Luchetti
D: Elio Germano, Raoul Bova, Isabella Ragonese. 98 Min. 35mm. OmU
Für einen italienischen Vorarbeiter bricht die Welt zusammen, als seine Frau bei der Geburt des dritten Kindes stirbt. Doch er lässt sich nicht gehen und stürzt sich in die Arbeit, damit es den Kindern an nichts fehlt, auch wenn er sich dafür auf krumme Geschäfte einlässt. Erst spät dämmert ihm, dass Kinder mehr brauchen als nur materielle Zuwendung. Das vom charismatischen Hauptdarsteller getragene Drama erzählt von alltäglichen Lebensumständen. Zugleich ein Portrait der multikulturellen Gesellschaft Italiens, das auch das korrupte Zusammenspiel von Politik, Bauwesen und Banken beleuchtet.


Donnerstag, 7. Dezember,18 Uhr und Sonntag, 10. Dezember, 12 Uhr
L'ORA LEGALE Ab heute sind wir ehrlich
Italien 2017. R: Salvo Ficarra, Valentino Picone
D: Salvo Ficarra, Valentino Picone, Leo Gullotta. 92 Min. DCP. OmU
In einer sizilianischen Kleinstadt, die unter der Misswirtschaft des langjährigen korrupten Bürgermeisters Gaetano Patanè leidet, gewinnt der integre, aber unerfahrene Lehrer Pierpaolo Natoli als Außenseiter überraschend die Wahlen. Er hält sich tatsächlich an sein Wahlversprechen und regiert die Stadt ab sofort nach den Prinzipien von Ordnung, Ehrlichkeit und absoluter Gesetzestreue. Doch damit hatte niemand gerechnet. Schon bald ebbt die Begeisterung der Wähler ab und die ersten Bürger fordern die Rückkehr zum alten, bequemeren System. Die herrlich freche politische Satire wurde in Italien zum größten Komödienerfolg dieses Jahres.
Freitag, 8. Dezember, 18 Uhr und Samstag, 9. Dezember, 20 Uhr
INDIVISIBILI Unzertrennlich
Italien 2017. R: Edoardo De Angelis
D: Angela Fontana, Marianna Fontana, Antonia Truppo. 102 Min. DCP. Om
Viola und Daisy sind 18, musikbegabt - und siamesische Zwillinge. In ihrer Heimat bei Neapel werden sie als glückbringendes Wunder der Natur verehrt, vom geldgierigen Vater jedoch zu lukrativen Auftritten in Kirchen, bei Hochzeiten und Festen geschleppt. Als sich Viola verliebt und die Zwillinge herausfinden, dass sie durch eine Operation getrennt werden könnten, sieht ihr Umfeld die eigenen Interessen bedroht. Mit hypnotischer Bildsprache zwischen Realismus und Surrealismus behandelt der Film die Themen Identität und Individualität. Siebzehnfach nominiert und sechs Mal ausgezeichnet mit dem Donatello-Filmpreis.


Freitag, 8. Dezember, 22 Uhr
UN BACIO Ein Kuss
Italien 2016. R: Ivan Cotroneo. D: Rimau Ritzberger Grillo, Valentina Romani, Leonardo Pazzagli. 102 Min. DCP. OmU
Lorenzo, Blu und Antonio haben vieles gemeinsam: Sie sind 16, besuchen dieselbe Klasse eines Gymnasiums in Udine und erfahren viel Geborgenheit in ihren Familien. Und doch sind alle drei Außenseiter: Lorenzo ist schwul, Blu gilt als Schulschlampe und Antonio hat den Ruf eines unterbelichteten Sportfreaks. In ihrer Freundschaft finden sie die Kraft, dem alltäglichen Mobbing zu begegnen. Doch eine aufkeimende Anziehung zwischen den Jungs stellt alles in Frage. Untermalt von bekannten Songs und mit grandioser Bildgestaltung feiert der mitreißende Film mal heiter, mal melancholisch den jugendlichen Ausbruch aus den Konventionen.


Samstag, 9. Dezember, 16 Uhr
NAPOLI '44 Neapel '44
Italien 2016. R: Francesco Patierno. Dokumentarfilm. 80 Min. DCP. OmeU
Im Jahr 1943 marschiert der junge Offizier Norman Lewis mit der 5. US-Armee in das vom Krieg zerstörte und gebeutelte Neapel ein. Er trifft auf das vielschichtige soziale Milieu einer pulsierenden Stadt, der es jeden Tag auf unglaubliche Weise gelingt, das Leben neu zu erfinden. Die in mehreren Notizbüchern festgehaltenen Eindrücke des Soldaten münden schließlich in dem Buch Napoli '44. Der gleichnamige Dokumentarfilm begleitet den englischen Offiziers viele Jahre später bei seiner Rückkehr nach Neapel. Die Erzählung in Rückblenden ist dabei auch eine scharfe Abrechnung mit den Kriegsgräueln.


Samstag, 9. Dezember, 22 Uhr und Dienstag, 12. Dezember, 18 Uhr
A CIAMBRA
Italien/Brasilien/Deutschland/Frankreich/USA/Schweden 2017. R: Jonas Carpignano. D: Pio Amato, Koudous Seihon, Damiano Amato. 118 Min. DCP. OmU
Der vierzehnjährige Pio lebt in Ciambra, einer Gemeinschaft sesshafter Roma in Gioia Tauro in Kalabrien, und er hat es eilig mit dem erwachsen werden. Wie sein älterer Bruder Cosimo trinkt Pio, raucht und erlernt das Handwerk des Trickbetrügers. Als Cosimo nicht mehr in der Lage ist, für die Familie zu sorgen, muss Pio seine Stellung einnehmen. Eine Verantwortung, der er nicht gewachsen ist und bald steht er vor einer unmöglichen Entscheidung. Der italienische Oscar®-Kandidat für 2018 ist das Portrait einer Gemeinschaft, authentisch und eindringlich dank des halb-dokumentarischen Ansatzes.


Sonntag, 10. Dezember, 18 Uhr und Dienstag, 12. Dezember, 20:30 Uhr
ANNI FELICI Anni Felici - Barfuß durchs Leben
Italien/Frankreich 2013. R: Daniele Luchetti. D: Kim Rossi Stuart, Micaela Ramazzotti, Martina Gedeck. 106 Min. DCP. OmU
Rom, 1974: Der Bildhauer und Kunstlehrer Guido versucht mühsam, seine Familie über Wasser zu halten und zieht sich dabei immer mehr in sich zurück. Seine Frau Serena fährt auf Einladung von Guidos Galeristin mit den Söhnen in ein feministisches Strandressort. Die Zeit der Happenings und Super-8-Filme, der Libertinage anstatt Bürgerlichkeit - glückliche Jahre? Luchettis autobiografisch gefärbter Film verknüpft Elemente seiner eigenen Familien- mit der Zeitgeschichte und erzählt mit Empathie und leiser Ironie von den Lebenslügen der Linken, der Heuchelei des Kunstbetriebs, aber auch vom gesellschaftlichen Befreiungsschlag jener Jahre.


Montag, 11. Dezember, 18 Uhr
LIBERAMI
Italien 2016. R: Federica Di Giacomo Dokumentarfilm. 89 Min. DCP. OmeU
Der Dokumentarfilm LIBERAMI erzählt von der Rückkehr des Exorzismus in die Gesellschaft des heutigen Italiens, in dem sich Jahr für Jahr mehr Menschen von einem Unbehagen besessen fühlen. Die Kirche reagiert auf den Notstand mit einer wachsenden Zahl an Priestern, die als Exorzisten ausgebildet werden. Padre Cataldo gilt als Veteran auf dem Gebiet und zählt mit seiner kämpferischen und unermüdlichen Art zu den bekanntesten Exorzisten Siziliens. LIBERAMI schildert, wie gelebte exorzistische Praxis und moderner Alltag in einer Balance aus Altem und Neuem, Religiösem und Profanem aufeinandertreffen.


Montag, 11. Dezember, 20:30 Uhr
VELOCE COME IL VENTO Giulias großes Rennen
Italien 2016. R: Matteo Rovere. D: Stefano Accorsi, Matilda De Angelis, Giuseppe Gaiani. 118 Min. DCP. OmU
Die 17-jährige Nachwuchsrennfahrerin Giulia muss nach dem Tod ihres Vaters die GT-Meisterschaft gewinnen, um die Schuldenlast des elterlichen Anwesens in der Emilia-Romagna abzutragen. Ihr deutlich älterer Bruder, der nach einem verhängnisvollen Rennunfall für Jahre verschwand, könnte ihr beistehen. Doch zwischen dem zurückgekehrten Junkie mit schlechten Manieren und der zielstrebigen Giulia liegen Welten, die sich nur mühsam überbrücken lassen. Eine leichthändig inszenierte Mischung aus einfühlsamer Familien-Tragikomödie und spektakulären, grandios choreografierten Autorenn-Szenen - der klassische Sportfilm in neuem, spannendem Gewand.

Foto: anni felici © DIF

Info: 
www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de
www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu
www.filmfestival-goeast.de | www.lucas-filmfestival.de

In drei Stunden zum eigenen Film:
Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry
14. September 2017 bis 28. Januar 2018
abgedreht.deutsches-filmmuseum.de