K Der Wormser Wunderbau ZDF Ralf Gemmecke 68975 0 16 e93ff1fa3b1000 Jahre Kaiserdom am Pfingstsonntag, 20. Mai 2018, 19.30 Uhr

Hanno Lustig

Köln (Weltexpresso) - Im Jahr 1000 wurde Burchard zum Bischof von Worms ernannt. Er war der Meinung, dass die vorhandene Kirche weder groß genug noch zeitgemäß sei, und ließ an ihrer Stelle in rund 15 Jahren ein neues Gotteshaus erbauen. Für die damalige Zeit ein extrem kurzer Zeitraum. Der Wormser Dom wurde als kreuzförmige Basilika mit zwei halbrunden Chören in Ost- und Westrichtung und Rundtürmen geplant. Die feierliche Einweihung des romanischen Doms wurde am 9. Juni 1018 in Anwesenheit des Kaisers vollzogen.

Schon drei Jahre später kam es zu einem ersten Teileinsturz mit Bauschäden im Westwerk. Um 1105 wurde der Burchard-Dom nach und nach abgerissen und wieder aufgebaut, mit Kreuzrippengewölben im Langhaus und einem Westchor mit großer Rose. Dem neuen Dom kam eine fortschrittliche Technik zugute, so konnten die Baumeister statt einer flachen eine gewölbte Decke einziehen. Anhand mittelalterlicher Gerüsthölzer, deren Reste bis heute in den Mauern stecken, können Wissenschaftler die Baugeschichte des Doms exakt nachvollziehen. Geweiht wurde der umgebaute "zweite" Dom im Jahr 1181. Das Meisterwerk der Spätromanik entspricht weitgehend dem heutigen Erscheinungsbild.

Die nächsten Jahrhunderte hinterließen sichtbare Spuren am Wormser Dom. Im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekrieges (1688 bis 1697) verwüsteten französische Truppen den Dom. Der Versuch, ihn zu sprengen, misslang, allerdings brannte er völlig aus. Dies ist auch der Grund, warum die Inneneinrichtung heute fast ausschließlich in barockem Stil gehalten ist.

1792 wurde Worms erneut von den Franzosen erobert. Der Dom diente den Revolutionstruppen als Pferdestall und Lagerspeicher. Im Jahr 1886 begann eine gründliche Innen- und Außensanierung des Doms. Der Westchor musste sogar bis auf die Grundmauern erneuert werden. 1935 waren diese Arbeiten abgeschlossen. Zehn Jahre später, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde der Dom durch Fliegerangriffe erheblich beschädigt: Das Dach verbrannte, und die Glocken schmolzen. Doch wie durch ein Wunder wurde das Bauwerk nicht direkt von Bomben getroffen. Schon 1949 bekam der Dom drei neue Glocken als Symbol des Neuanfangs.

Foto:
© zdf

Info:
Dokumentation
Buch: Alexander Hogh
Regie: Hannes Schuler
Kamera: Ralf Gemmecke, Marc Francke
Schnitt: Hannes Schuler
Animation: Jörg Faber Courtial, Michael Schlesinger, Philipp Clermont, Timm Schwehm
Musik: Mathias Rehfeldt
Aufnahmeleitung: Fynn Siemoneit, Dagmar Wendelmuth
Sprecher: Udo Wachtveitl
Fachberater: Prof. Dr. Stefan Weinfurter, Tobias Schäfer
Producerin: Pia Schädel
Produzenten: Andrea Haas-Blenske, Volker Schmidt-Sondermann
Produktionsleitung: Katharina Bork (IFAGE), Petra Ziegler (ZDF)
Redaktion: Georg Graffe, Susanne Hillmann
Länge: 43'30