f universum2Serie: Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 31. Mai 2018, Teil 2

N.N.

New York (Weltexpresso) - 2012 veröffentlichte der gefeierte Jugendbuchautor David Levithan (bekannt als Co- Autor von „Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht“, 2006) einen Roman, der seine Karriere in ganz neue Sphären katapultierte. Das Buch berührte seine Leser so sehr, dass es monatelang auf der Bestsellerliste der New York Times stand und Fans in Online-Foren zusammenführte und zu Fan-Kunst und Fan-Fiction inspirierte.

Das Buch hieß „Every Day“ (dt. Titel: „Letztendlich sind wir dem Universum egal“). Man kann jeden Teenager oder die Eltern eines Teenagers fragen, ob sie schon mal von „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ gehört haben: Sie werden es nicht nur kennen, sie werden es ziemlich sicher auch gelesen und sofort an Freunde weiterverliehen haben.

Die Geschichte erzählt von der jugendlichen Seele namens „A“, die jeden Tag in einem anderen Körper aufwacht und sich Hals über Kopf in Rhiannon verliebt, was natürlich eine ganze Reihe an Problemen mit sich bringt. Kann man eine Beziehung zu einer Seele haben, die jeden Tag in einem anderen Körper wohnt – mal Junge, mal Mädchen, mal Sportass, mal Außenseiter? Was macht einen Menschen wirklich aus, wenn Geschlecht, Rasse, Körper, Kleidung, Familie keine Rolle mehr spielen? Dabei setzt der Roman auf geniale Weise die Binsenweisheit um, dass man jemanden für seine inneren Werte lieben soll – was umso gewichtiger erscheint, weil er während der Teenager-Jahre spielt. Also in einem Alter, in dem man sich immer wieder neu ausprobiert und mit unzähligen Identitäten experimentiert, um herauszufinden, wer man eigentlich ist und was einen im Kern ausmacht.

Diese Themen greift Levithans Roman auf, aber im Grunde erzählt er eine Geschichte über wahre Liebe, das Erwachsenwerden und was man alles für diejenigen aufzu- nehmen bereit ist, die einem wichtig sind. Also dauerhaft relevante Themen? Unbedingt. Oder wie „A“ es im Buch formuliert: „Wenn du jeden Tag ein anderer bist, kommst du dem Allgemeingültigen näher.“

„Die Idee zu ’Letztendlich sind wir dem Universum egal‘ kam mir bei der Arbeit“, sagt David Levithan. „Ich dachte: Wie wäre es wohl, jeden Tag in einem anderen Körper aufzuwachen? Diese Frage faszinierte mich. Also fing ich an zu schreiben und während dieses Prozesses ging mit plötzlich auf, dass es entscheidend ist, sich nicht durch seinen Körper oder die Vorstellungen, die andere von einem haben, definieren zu lassen, sondern dadurch, wer man wirklich ist. Das Buch ist im Grunde eine Antwort auf diese Frage. Es ist anders als alles, was ich je zuvor geschrieben habe.“

Levithan entschied sich schnell, die Idee als Teenager-Liebesgeschichte umzusetzen: „’A’ hat sich nie auf jemanden eingelassen, so wie es auch Teenagern geht, die ihre erste Liebe erfahren. Mich faszinierte der Konflikt um Rhiannon, in die er sich verliebt. Kann man alles hinter sich lassen, worauf man konditioniert ist? Alles, woran man glaubt, um unter diesen Umständen jemanden zu lieben? Was bedeutet es wirklich, einen Menschen wegen seines Wesens zu lieben, völlig losgelöst vom Äußeren?“

Der Roman erwies sich als Volltreffer, der Jugendliche auf der ganzen Welt in seinen Bann zog und Levithan auf Lesereisen durch die USA führte.

„Es gibt einige wichtige Dinge, mit denen sich die jungen Leser anscheinend besonders identifizieren“, sagt er. „Das Gefühl von ’Ich bin ganz anders als alle glauben‘ – dass es oft einen Unterschied gibt, wie die Welt einen sieht und wie man sich selbst wahrnimmt. Ich glaube auch, dass die Wahlmöglichkeiten für die Leser sehr interessant sind, die der Roman bietet – dass sie sein können, wer immer sie sein wollen. Sie möchten ’A’s Freiheit genauer unter die Lupe nehmen, wodurch viele tolle Diskussionen über Geschlecht, Rasse und gesellschaftliche Regeln in Gang kommen, bei denen wir die Wahl haben, ob wir uns ihnen unterordnen oder nicht.“


Foto:
© Verleih

Info: 
BESETZUNG

Rhiannon    Angourie Rice
Justin         Justice Smith
Alexander   Owen Teague
Lindsey      Maria Bello


STAB

Regie               Michael Sucsy
Drehbuch        Jesse Andrews
Romanvorlage David Levithan

Romanvorlage:
David Levithan, Letztendlich sind wir dem Universum egal, S. Fischer