f glam1Serie: Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 8. Mai 2019, Teil 8

Romana Reich

Berlin (Weltexpresso) – Warnung: Lassen Sie sich von dem guten Namen der amerikanischen Schauspielerin Anne Hathaway nicht täuschen, diese Wiederauflage der als Zwei hinreißend verdorbene Schurken schon einmal mit männlicher Besetzung gebrachten Komödie, ist dämlich, mehr als ärgerlich, weil der Zuschauer für dumm verkauft wird, so als ob sein IQ bei vielleicht bei 40 läge, so derb, so ordinär, so mit dem Holzhammer werden hier die angeblichen Scherze ins Bild gebracht. Ein absoluter Fall fürs Fremdschämen.

Aber dafür muß man eigentlich nicht auch noch Geld bezahlen müssen, daß man sich dann für das mangelnde Niveau schämt, nämlich für wie primitiv einen der amerikanische Verleih hält, einem so etwas als Film, als Komödie vor Augen zu bringen. Dabei fängt es erst einmal locker an. Wer liebt das nicht, die Szenen, von denen man glaubt, daß sie in den Spielhöllen von Las Vegas spielen, wo schöne Frauen in tief ausgeschnittenen Abendroben zwischen den Spieltischen wandeln, die Blicke der sitzenden Männer magisch angezogen, sowohl von vorne, vom Dekolleté, wie von hinten, am Schwung ihres Hinterns. Und in Monte Carlo ist es genauso.

Hier ist es die schmale dunkle, auf den ersten Blick schon geheimnisvolle britische Lady Anne Hathaway, die als Josephine, eine echte femme fatale, den Männern am Spieltisch den Kopf verdreht, wobei sie immer dieselbe Masche draufhat, Männer in sich derart verliebt zu machen, daß sie ihr Geld und Schmuck schenken, was die Männer zwar noch merken, aber dann ist es zu spät, denn die Detektivin des Hauses hat sie erwischt und während sie die Männer oder Josephine einbuchten will, hat sie längst deren echten Schmuck mit Kroppzeug vertauscht, was die Männer dann offiziell zurückbekommen, während der echte Schmuck bei der Trickbetrügerin bleibt. Denn die beiden, Josephine und die Detektivin arbeiten zusammen, wozu im herrlichen Anwesen an der Riviera noch ein Butler dazukommt, der die Verbrecherbande auf drei erhöht.

Warum dann Josephine im Zug sitzt. Wir wissen es nicht, aber es ist dramaturgisch nötig, damit die dummdreiste und übergewichtige Penny aus Australien (Rebel Wilson wie einst Cindy aus Marzahn) ins Spiel kommt. Die wird von der erfahreneren Britin nach allen Regeln der Kunst ausgenommen, allein sie hat es mit einer ebenfalls erfahrenen Trickdiebin zu tun, die zurückschlägt und zwar derart massiv, daß es nur eine Möglichkeit gibt: statt sich gegenseitig fertig zu machen, gemeinsam die Männer auszunehmen.

Und so geschieht es.

Was sich erst einmal unterhaltsam anhört, wird deshalb so öde, weil all das mit dem überzogen ist, was man overacting nennt. Die durch Rebel Wilson eingebrachte ordinäre Note legt sich zunehmend auch Josephine zu, sie spielt derart übertrieben mit vielen Faxen, daß das Zuschauen richtiggehend unangenehm wird. Dann haben sie ihr ideales Opfer gefunden, die zwei Damen, die in Thomas (Alex Sharp) einen reichen amerikanischen Internetmultimillionär gefunden zu haben glauben. Auch der wird nun nach allen Regeln der Kunst abgezockt, doch dann...

Wie gesagt, am Thema liegt es eigentlich nicht, sondern an der Primitivisierung eines Schurkenstoffes, der von vorgestern ist - oder noch älter. Wie kann man einen solchen Aufwand betreiben, wenn eine derart dünne Soße herauskommt.

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Info:
BESETZUNG

Rolle                               Schauspieler                          Synchronstimme
Penny                             REBEL WILSON                     Uschi Hugo
Josephine                       ANNE HATHAWAY                 Marie Bierstedt
Thomas                          ALEX SHARP                          Henning Nöhren
Mathias                          CASPER CHRISTENSEN        Stefan Gossler
Brigitte                            NGRID OLIVER                       Meike Finck
Albert                             NICHOLAS WOODESON        Michael Tietz
Howard Bacon               DEAN NORRIS                        Bodo Wolf
Jeremy                           TIMOTHY SIMONS                 Sascha Rotermund
Shiraz                             HANNAH WADDINGHAM       Christin Marquitan