greenborder102 v quadratlSerie: Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 1. Februar 2024, Teil 14

Redaktion

Warschau/Paris (Weltexpresso) – Was war Ihre Motivation, „Green Border“ zu machen?

AGNIESZKA HOLLAND: Die Generation von Filmemachern, zu der ich gehöre, hatte das Gefühl, dass es unsere Verantwortung sei, die Probleme der Welt darzustellen, und dass es notwendig sei, schwierige Themen anzusprechen und Fragen zu stellen – nicht nur existenzielle Fragen, sondern auch ethische, soziale und politische. Die Kritiker nannten diese Bewegung „Kino Moralnego Niepokoju“, das Kino des moralischen Aufruhrs. Das polnische Kino heute – von dem ich im Allgemeinen sehr viel halte – hat sich von solchen Fragen etwas abgewendet. Liegt es daran, dass heute alles so schnell geht? Oder weil die Welt so komplex ist, dass es schwer ist, sich auf etwas festzulegen, das wirklich wichtig und wert ist, ihm seine Aufmerksamkeit zu widmen? Vielleicht sind die Künstler einfach von einem Gefühl von Chaos überwältigt und sehen keine Möglichkeit, es in den Griff zu bekommen? Oder es liegt einfach daran, dass es so schwer ist, die Finanzierung zu sichern – und eine klare Position zu beziehen oder sich zu einem kontroversen Thema zu äußern, ist dabei ein großes Risiko. Meiner Meinung nach hat es keinen Sinn, Kunst zu machen, wenn man nicht dafür kämpft, an die wichtigen Probleme zu gehen, die schmerzhaften und manchmal unlösbaren Probleme, die uns dazu zwingen, schwierige Entscheidungen zu treffen.


Gab es einen besonderen Auslöser für Sie, sich mit diesem Thema zu beschäftigen?

AH: Freunde von mir fanden einen Körper an der Grenze. Er war nackt, erfroren. Das war nicht die erste Leiche, die sie gefunden hatten, aber ich habe bei diesem Fall erfahren, dass jemand, der an starker Unterkühlung leidet, das Gefühl von hohem Fieber hat und anfängt, sich auszuziehen. Und dieses Bild, das Bild des jungen Mannes, der hier erfriert, in meinem Land, gleich nebenan, in den Wäldern, wo die Leute mit ihren Hunden spazieren gehen und Pilze sammeln, ist etwas so Schreckliches. Angesichts dieser von Politikern fabrizierten Krise müssen wir eine klare Position beziehen, als Künstler, als Menschen, als Gesellschaft und als Land.


Machte es Ihnen Angst, an einem so herausfordernden Thema zu arbeiten?

AH: Ich bin mir bewusst, dass ich einige unangenehme Reaktionen und Missverständnisse bei Menschen hervorrufen könnte, die – wenn sie bereit wären, mir zuzuhören – vielleicht tatsächlich verstehen könnten. Aber im Allgemeinen habe ich keine Angst. Ich hatte vorher keine Angst, also sehe ich keinen Grund, jetzt Angst zu haben. Ich habe weniger und weniger zu verlieren, und mehr und Verantwortung für das, was ich weitergeben muss.


Wie ist das Drehbuch von Green Border entstanden?

AH: Das Drehbuch wurde auf meine Initiative hin entwickelt, und buchstäblich jedes Ereignis, das darin beschrieben wird, hat so oder ähnlich tatsächlich stattgefunden. Meine Co-Autoren Gabriela Łazarkiewicz- Sieczko und Maciej Pisuk und ich haben sehr sorgfältig recherchiert und unsere Quellen überprüft. Wir haben mit Menschen gesprochen, die an diesen Ereignissen auf allen Seiten der Barrikade beteiligt waren. Aber ich bin keine Dokumentarfilmerin. Ich mache Spielfilme. Meine Filme brauchen eine bestimmte Verallgemeinerung, Metaphern und, natürlich, Fiktion; diese Art von Fiktion, bei der sich eine Wirklichkeit zusammenfügt, statt nur beschrieben zu werden.


Jalal Altawil, Sie spielen den Vater einer Familie von syrischen Geflüchteten und sind selbst ein Geflüchteter. Warum mussten Sie aus Ihrem Land fliehen?

JALAL ALTAWIL: Ich bin bald nach dem Beginn der Revolution 2011 aus Syrien geflohen. Ich hatte an Demonstrationen gegen den Diktator Baschar al-Assad teilgenommen und wurde festgenommen, obwohl wir friedlich demonstriert hatten. Nachdem ich mehrfach Morddrohungen erhalten hatte, floh ich aus dem Land und schlug mich in den Libanon durch. Später war ich in Jordanien, Ägypten und schließlich in der Türkei. Ich arbeitete in einem Flüchtlingscamp, bis ich eines Tages mein Leben wieder bedroht sah. 2015 beantragte ich Asyl in Frankreich, und tatsächlich erhielt ich die französische Staatsbürgerschaft ein paar Tage vor Beginn der Dreharbeiten zu „Green Border“. Diese Zeit in meinem Leben, in der ich ein Flüchtling war, war einer der Hauptgründe, warum ich an diesem Projekt teil- genommen habe. Ich musste mir nichts ausmalen.


Wie haben Sie sich bei den Dreharbeiten gefühlt?

JA: Im Flüchtlingslager hatte ich drei Jahre lang Psycho- drama-Workshops für Kinder und Frauen abgehalten, eine Form des Theaters, bei dem die Opfer die Hauptrol- len einnehmen. Wir gingen dabei von den Erfahrungen einer bestimmten Person aus, um den Opfern zu helfen, ihre Traumata zu überwinden. In „Green Border“ waren diese Rollen vertauscht, nun war ich in der Rolle des
Zusammenbruch bewahrt, sie schuf Distanz zu der Krise, die mich umgab. Nun half sie mir, die Dinge wenigstens zum Teil zu verarbeiten. Jeden Tag, wenn wir mit den Dreharbeiten fertig waren, wussten wir, dass wir in ein warmes Hotel zurückkehren würden, wo eine Mahlzeit auf uns wartete. Ich musste an all die Menschen denken, die keine Ahnung haben, wann sie endlich irgendwo in Sicherheit sein werden. Die nicht wissen, ob sie in der nächsten Minute sterben werden, ob ihre Kinder sterben werden.

Sie sind beide Schauspieler, aber Sie engagie- ren sich auch für die Situation in Ihrem Land und dafür, Menschen mit ähnlichen Schicksa- len zu helfen. Bedeutete die Arbeit an diesem Film mehr als andere Engagements?

JA: Ja, auf jeden Fall. In der Szene, als wir im Militär- lastwagen saßen, konnte ich nicht aufhören zu wei- nen. Ich musste daran denken, dass zur gleichen Zeit jemand dort an der Grenze zu Weißrussland diese Szene wirklich erlebte. Wir arbeiteten unter schwier gen Bedingungen, es regnete, es war kalt, aber trotz- dem hat sich jemand um uns gekümmert. Sich vorzu- stellen, was die Menschen an der Grenze fühlen, wie schwer es für sie sein muss, war sehr schmerzhaft.

MA: Es war eine außergewöhnliche Erfahrung für mich. Es fühlte sich an wie eine Mischung aus Wirklichkeit und Fiktion. Ich traf Leute am Set, die tatsächlich dort an der Grenze gewesen waren. Agnieszka hatte sie eingela- den, Geflüchtete, die es geschafft hatten, durchzukom- men, und Aktivisten, die ihnen geholfen hatten zu über- leben. Wenn ich sie ansah, war es schwer zu unter- scheiden, was real und was Fiktion war.


Waren die Dreharbeiten emotional schwierig für Sie?
JA: Ja. Aber wie Agnieszka sagte, wir fühlen eine Verpflichtung zu zeigen, was diesen Menschen wider- fährt. Als Schauspieler fühle ich mich verpflichtet, diese Geschichte so gut zu erzählen, wie ich kann. Diese Menschen haben sich ihr Schicksal nicht ausgesucht, sie wollten nie Flüchtlinge sein. Sie wurden gezwungen, ihre Familien zu verlassen. Ich war gezwungen, meine Familie, meine Freunde, meine Katzen zu verlassen ... Ich weiß, wie sie sich gefühlt haben.

Agnieszka, Sie erzählen in Ihrem Film mit Takt und Mitgefühl aus verschiedenen Perspektiven. War es Ihnen wichtig, allen Seiten gerecht zu werden?

AH: Es ist schwer für mich zu sagen, ob das stimmt, aber ich habe es nie als meine Aufgabe als Künstlerin empfunden, über andere zu urteilen, eine Richterin oder, Gott bewahre, Anklägerin zu sein. Ich erzähle Geschichten und schildere die vielfältigen Möglichkei- ten und Entscheidungen, vor denen unterschiedliche Menschen stehen. Am wichtigsten ist es mir, die Gemein- schaft darzustellen und zu zeigen, dass wir alle ein Teil von ihr sind.

Welche Gemeinschaft meinen Sie?

AH: Mohamad erwähnte eben Mrożeks „Emigranten“, was das erste Stück war, das ich jemals für die Bühne inszenierte. Es war auch für mich ein ungeheuer wichtiges Werk, und später wurde ich selbst eine Emigrantin in Paris. Es ist mir bewusst, dass ich als weiße Künstlerin immer noch privilegiert war, ich war immer noch in Europa, in einem Land, das oppositionelle Bewegungen unterstützte. Was die vielen Menschen aus Syrien, Afghanistan, Jemen, So- malia und anderen Ländern erwartet, die heute versuchen, nach Europa zu emigrieren, ist etwas sehr viel Schlimme- res. Es ähnelt mehr der Situation der polnischen Juden, die 1938 in Zbąszyń an der deutsch-polnischen Grenze interniert waren, als die polnische Regierung versuchte, ihnen illegal die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Oder der von Russland verursachten ukrainischen Hungersnot in meinem Film „Mr. Jones“, der wie eine filmische Warnung vor dem ist, was die Ukrainer heute erwartet, ein Vorbote dessen, wozu der Totalitarismus fähig ist.


Könnte man sagen, dass Sie den Menschen zu zeigen versuchen, dass die Welt nicht nur schwarz und weiß ist, dass es mehr als nur zwei Seiten der Geschichte gibt?

AH: Ich denke, die Welt so darzustellen, als entsprä- che sie einem binären Konzept, ist nichts anderes als Unredlichkeit, das kann nur im Verbrechen enden. Vielleicht müssen wir noch einmal den Tiefpunkt erreichen, noch einmal etwas Schreckliches erleben, um zu erkennen, dass es für die Menschheit keinen anderen Weg gibt als den der Solidarität, des Teilens unserer Erfahrungen und der Achtung des Rechts anderer Menschen auf ein Leben in Würde.

Schauspielers und Agnieszka führte Regie. Das emotionale Gepäck, das ich mit mir herumtrage, meine Erinnerung an das Verlassen meines Landes, meine Erfahrungen in den Lagern, all das hat mir geholfen, meine Rolle zu spielen und den eigenen Schmerz zu verarbeiten, indem ich ihn durch meine Figur zum Ausdruck brachte. Das wusste ich sehr zu schätzen. Für Agnieszka ebenso wie für mich war es sehr wichtig, dass die Charaktere wahrhaftig sind. Wir haben sehr gründlich recherchiert, um die Hintergrundgeschichte von Bashirs Familie auf der Grundlage wirklicher historischer Ereignisse zu entwickeln. Bashir, meine Figur, hatte von einem besseren Leben für seine Familie geträumt, oder für den Teil, der noch von ihr übrig war. Sie hatten Krieg, Diktatur, radikale Islamisten und ISIS überlebt. Sie fliehen, um zu überleben, und träumen davon, der Hölle zu entkommen, in der sie sich befinden.


Mohamad Al Rashi, Sie spielen den Großvater. Bevor Sie aus Syrien flohen, hatten Sie eine beeindruckende Karriere hinter sich: Schauspieler, Musiker, Zusammenarbeit mit bedeutenden Dramatikern. Warum mussten Sie das alles hinter sich lassen?

MOHAMAD AL RASHI: An einem bestimmten Moment meiner Karriere hatte ich die Gelegenheit, in Sławomir Mrożeks Stück „Emigranten“ aufzutreten, und dieser Moment wurde zu einem Wendepunkt. Vor den „Emigranten“ akzeptierte ich die politische Situation in meinem Land, ich machte mit, ohne wirklich zu begreifen, was geschah. Während ich mit Mrożeks Text arbeitete, begann ich, Ähnlichkeiten zwischen seinen Worten und der Situation in Syrien zu erkennen. Es war, als hätte jemand ein Licht angeknipst, ich sah endlich die Realität, in der ich lebte. Wir lebten unter einer Art Narkose, die uns das Regime verabreichte, aber dieses Stück war wie eine Art Vorahnung davon, dass Syrien bald expl dieren würde. Vor 2011 hielten wir eine Revolution für etwas Romantisches, Unmögliches, wir dachten, die Menschen würden es nie wagen, auf die Straße zu gehen. Wie Jalal habe ich mich an den Demonstrationen beteiligt. Eines Tages rief ich auf der Beerdigung eines jungen Mannes, der während der Proteste getötet worden war: „Lang lebe Syrien! Nieder mit Bashar Assad!“. Ein Videoclip von der Beerdigung wurde im Internet veröffentlicht, und ich und meine Familie erhielten Tausende von Todesdrohungen. Ich musste sofort meine Heimat verlassen. Zuerst tauchte ich in Syrien unter, dann bin ich nach Frankreich gegangen.


Wie haben Sie Agnieszka Holland kennengelernt?

MA: Ich hörte in Frankreich von diesem Projekt, ging zum Casting und bekam die Rolle. Die Arbeit als Schauspieler hatte mich in Syrien vor dem völligen


Wie haben Sie Cast und Crew Ihres Films ausgewählt?

AH: Behi Djanati Atai, die die Leila im Film spielt, hat mir dabei sehr geholfen. Sie ist nicht nur professionelle Schauspielerin, sondern arbeitet auch als Casting-Direktorin in Frankreich. Sie hat Mohamed Al Rashi und Jalal Altawil gefunden, ebenso Dalia, die Bashirs Frau Amina spielt. Wir haben in ganz Europa nach Schauspielern gesucht. Es war uns wichtig, dass das Arabisch, das die Flüchtlingsfamilie im Film spricht, einheitlich ist, denn Arabisch ist eine vielfältige Sprache mit vielen Dialekten. Zu ihnen hat sich eine Reihe polnischer Schauspieler gesellt, darunter Maja Ostaszewska, die die Hauptfigur der Julia spielt und selbst einige Zeit an der Grenze verbracht hat, um den Betroffenen Hilfe zu leisten. Tomek Włosok, der den Grenzsoldaten spielt, ist unglaublich talentiert, er spielt im Film zusammen mit seiner Frau Malwina Buss. Sie sind auch im Film Mann und Frau. Bei der Inszenierung am Set wurde ich von Kamila Tarabura und Kasia Warzecha, meiner Kasia Adamik, sowie vom Kameramann Tomek Naumiuk unterstützt.


Mohamad, Jalal, Agnieszka: Was, denken Sie, werden die Zuschauer auf der Leinwand sehen?

MA: Sie werden Dinge sehen, die schwer vorstellbar sind. Sie werden den Wald nicht nur als etwas Schönes sehen, als etwas Grünes voller Vögel und anderer Tiere. Sie werden auch sehen, welche Schrecken in ihm stecken, was für ein furchteinflößender Ort er sein kann.

AH: Das Publikum wird eine bestimmte Seite der Welt sehen, in der wir leben. Filme sind dazu da, dass Menschen Erfahrungen teilen und Empathie für Welten entwickeln, die ihnen unbekannt oder unheimlich sind. Filme sind dazu da, irrationale Ängste zu entschärfen und eine bestimmte Art von Gefühl anzuregen, das über die individuelle Erfahrung hinausgeht.

JA: Ich möchte noch etwas zu den Geflüchteten aus Syrien und denen aus der Ukraine sagen. Putin hat in der Ukraine das getan, was er zuvor in Aleppo getan hat, und meine Unterstützung für die Ukrainer ist unerschütterlich. Putin hat sowohl ihr als auch mein Land zerstört, und nun versucht er, die ganze Welt zu terrorisieren. Was mich allerdings erstaunt, ist die Doppelmoral. Die ukrainischen Flüchtlinge sind willkommen, die anderen nicht so sehr. Mir scheint, dass die einzige Gefahr hier Putin ist, nicht diese unschuldigen Menschen. Viele Medien und Politiker stellen Flüchtlinge und Einwanderer als die Bösen dar, als Diebe, die gekommen sind, um euch euer Land, eure Arbeitsplätze und eure Frauen wegzunehmen. Aber diese Menschen sind nicht daran interessiert, irgend- jemandem irgendetwas wegzunehmen.


Agnieszka, sehen Sie sich als Idealistin, die mit diesem Film versucht, die Menschen an ihre Menschlichkeit zu erinnern?

AH: Ich mache mir keine Illusionen über mein Vermögen als Einzelne, die Welt zu retten. Ich bin wirklich keine Idealistin. Ich stimme Marek Edelman zu, der sagte, dass das Potenzial für das Böse in jedem Men- schen in jedem Moment erwachen kann, und dass diejenigen, die das beeinflussen, eine große Verant- wortung tragen. Glaube ich, dass ich – allein oder im Zusammenspiel mit anderen, die wie ich denken – daran etwas ändern kann? Nein, das glaube ich nicht. Aber ich glaube, dass es meine Pflicht ist, es zu ver- suchen. Ich weiß nicht, wie ich die Welt verändern kann, aber ich weiß, wie ich mit Hilfe des Kinos Geschichten erzählen kann. Das ist es, was ich tue.

DIE REALITÄT AN DER GRENZE IST HÄRTER ALS IM FILM INTERVIEW MIT ANNA ALBOTH
der Szenen im Film hatte ich selbst erlebt, so dass alle Erinnerungen wieder hochkamen. Aber die Realität an der Grenze ist härter als im Film, das Drama da draußen ist noch größer. Wir haben Hunderte von dramatischen Momenten erlebt, Konflikte mit den Behörden, Momente des Dilemmas. Aber ich bin mir bewusst, dass Agnieszka diese drastischen Situati nen nicht alle in den Film nehmen konnte, denn niemand würde ihr glauben, niemand würde ihn sich ansehen, die Leute würden sich nur schrecklich fühlen.


Wie gehen die Geflüchteten mit diesen traumatischen Erlebnissen um? Gibt es in Polen oder Deutschland dafür Hilfsangebote?

Dieser Aspekt treibt mich seit vielen Jahren um, wenn ich an den europäischen Grenzen arbeite. Männer,

Frauen, Kinder, ältere Menschen, Teenager: All diese Menschen müssen nicht nur unglaubliche körperliche Anstrengungen leisten, wenn sie Wälder, Wasser und Zäune überqueren, sondern sie machen auch zutiefst traumatische Erfahrungen, wenn sie von Europa so behandelt werden. Wenn sie in Polen kaum mit einer fairen Behandlung nach polnischem und internationalem Recht rechnen können, wenn sie von niemand anderem als den Aktivist.innen Wasser oder Essen bekommen, weil an der polnisch-belarussischen Grenze keine großen internationalen humanitären Organi- sationen präsent sind ... Wie könnten wir da von psychologischer Unterstützung auch nur träumen? Ich weiß, dass es in Deutschland verschiedene Zentren und NGOs gibt, aber das ist nie ausreichend. Im Grunde genommen hat jeder Mensch, der sein Land verlassen musste und die Grenzen auf irreguläre Weise überquert hat, weil es für ihn keinen anderen Weg gibt, ein Trauma erlebt und bräuchte entsprechende Unterstützung.

Foto:
©Verleih

Info:
Besetzung

Jalal Altawil.     Bashir 
Maja Ostaszewska.   Julia
Behi Djanati Ataï.    Leila
Mohamad Al Rashi.  Grandpa 
Dalia Naous.    Amina
Tomasz Włosok   Jan
Taim Ajjan.    Nur
Talia Ajjan.   . Ghalia
Monika Frajczyk.  Marta
Jasmona   Zuku
Aboubakr Bensaihm.   Ahmad
Malwina Buss.   Kasia
Marta Stalmierska.    Ula
Ärztin im Krankenhaus
Maciek
Afrikanische Frau
Bogdans Frau

Stab
Regie  Agnieszka Holland
Mitarbeit Regie.     Kamila Tarabura und Katarzyna Warzecha
Drehbuch      Maciej Pisuk, Gabriela Łazarkiewicz-Sieczko, Agnieszka Holland

 Abdruck aus dem Presseheft