Kino im Deutschen Filmmuseum Frankfurt am Main

 

Siegrid Püschel

 

Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Die einen wollen früh informiert werden, damit sie planen können, die anderen schauen täglich, was sie interessiert und gehen dann spontan ins Kino. Die Kombination von beidem ist es eigentlich, die was bringt.

 

Neben dem normalen Programm finden im Kino des Deutschen Filmmuseums im November die Filmreihe DOK:WELTEN, ein Symposium GERMAN MUBLECORE und die Eröffnung der neuen Sonderausstellung FILMTHEATER statt.

 

 

Filmreihe DOK.WELTEN

Samstag, 1., bis Sonntag, 23. November

 

Ein sehr persönlicher Blick auf die Welt und die Freude am filmischen Experiment in immer neuen Ausdrucksformen und Genres waren dem Österreicher Michael Glawogger, dem Schweizer Peter Liechti und dem Deutschen Harun Farocki als (Dokumentar-)Filmer gemein. Alle drei sind in diesem Jahr viel zu früh gestorben – und hinterlassen eine große Lücke in der Filmlandschaft. Mit der Filmreihe Dok.Welten erinnert das Kino des Deutschen Filmmuseums im November an diese filmischen Grenzgänger. Zu sehen sind unter anderem Glawoggers mehrfach ausgezeichneter Film MEGACITIES (AU/CH 1998), eine Auswahl von Farockis politischen Essayfilmen und sowohl frühe Werke Liechtis als auch sein letzter Film VATERS GARTEN (CH 2013).

 

 

Symposium GERMAN MUMBLECORE

Freitag, 28. und Samstag, 29. November

 

Improvisation ist das A und O für die neue Bewegung junger Filmschaffender aus Berlin, die sich in Anlehnung an ihre US-amerikanischen Vorbilder German Mumblecore nennt. Mit ihrer rotzig-frechen Art des Filmemachens außerhalb des etablierten Fördersystems setzen sie einen Gegenpol zur Berliner Schule.

 

Sieben Vertreter, unter ihnen Regisseurin Isabell Šuba, Regisseur Axel Ranisch und Schauspieler Peter Trabner, widmen sich am Freitag, 28., und Samstag, 29. November, auf dem ersten Mumblecore-Symposium in drei Podiumsdiskussionen aktuellen Fragen zum deutschen Filmschaffen. Das Kino des Deutschen Filmmuseums und das CinéMayence in Mainz zeigen aus der Bewegung hervorgegangene Filme. Zum Programm gehört außerdem ein zweitägiger Improvisations-Workshop mit Peter Trabner im Frankfurter Theater Landungsbrücken.

 

 

Beginn der neuen Sonderausstellung

FILMTHEATER

Kinofotografien von Yves Marchand und Romain Meffre

26. November 2014 bis 31. Mai 2015

 

Das Kino ist der Ort, an dem Filme ihre Magie entfalten: Dieser dunkle und geheimnisvoll-vielversprechende Raum steht im Fokus der kommenden Sonderausstellung des Deutschen Filmmuseums: Filmtheater.

 

Eine Spurensuche zur Geschichte des Kinos unternehmen schon seit 2005 die Fotografen Yves Marchand und Romain Meffre. In der Serie „Theaters“ fotografieren sie verlassene, verfallene oder umfunktionierte amerikanische Kinopaläste, die den Wandel der Zeit anschaulich machen: Seit dem großen Kinosterben in den 60er Jahren wurden immer mehr Kinos geschlossen und aufgegeben; die einst so prunkvollen Säle verfielen. Einige wurden nach Jahren des Leerstands wiederbelebt, jedoch meist in neuer Funktion: als Fitnessstudio, Schuhgeschäft oder Busgarage.

 

Die großformatigen Arbeiten des jungen Pariser Fotografenduos dokumentieren diesen Wandel so deutlich wie erschreckend. 30 ihrer Aufnahmen bilden den Schwerpunkt der Ausstellung im Deutschen Filmmuseum. Darüber hinaus lädt ein Kino im Ausstellungsraum dazu ein, sich ganz unmittelbar in die Welt der Filmtheater zu versenken und historische Filme auf 35mm-Material rund um das Geschehen im Kino anzuschauen. Beinahe 120 Jahre Frankfurter Kinogeschichte zeichnet die ergänzende Schau "Frankfurter Filmtheater" in der Lounge im 3.Obergeschoss nach. Eine Mini-Ausstellung zur Geschichte des Kommunalen Kinos Frankfurt im Kinofoyer, eine Filmreihe und ein debattenreiches Veranstaltungsprogramm zum Kino-Strukturwandel runden das Angebot ab.

 

In der ausstellungsbegleitenden Filmreihe FILMTHEATER sind von November 2014 bis Mai 2015 Spielfilme, Dokumentar-, Kurz- und Experimentalfilme zu sehen, die das Kino als Ort der Vorführung, als sozialen Raum und nicht zuletzt als besonderen Wahrnehmungsraum abbilden. Zu Beginn der Reihe steht im Fokus, was sich „Vor der Leinwand“ abspielt: die spezifische Erfahrung der Zuschauer im Kinosaal – ob sie das Filmtheater als Ort der Sehnsüchte und Träume, als Flucht vor der Realität oder als Ort für ein intensives Erlebnis besuchen.

 

 

INFO:

 

MEGACITIES

Mittwoch, 05. November, 20:30 Uhr

Donnerstag, 6. November, 18 Uhr

 

Kinofotografien von Yves Marchand und Romain Meffre (26. November 2014

bis 31. Mai 2015).

 

CINEMANIA

Mittwoch, 26. November, 20 :30 Uhr

 

 

DICKE MÄDCHEN

Freitag, 28. November, 19 Uhr

 

GERMAN MUMBLECORE

Freitga, 28. und Samstag, 29. November