Dokumentarfilme zum Holocaust aus der Sammlung des Arsenal. Filmreihe von Mittwoch, 21. Oktober, bis Mittwoch, 28. Oktober

 

Helga Faber

 

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Das „Arsenal – Institut für Film- und Videokunst“ in Berlin hat eine Auswahl von Dokumentar- und Experimentalfilmen zusammengestellt, die sich mit dem Holocaust, aber auch mit Themen wie Exil und Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen.

 

Zehn der Filme werden innerhalb dieses Jahres digitalisiert oder in digitaler Kinofassung angekauft, um sie für kommende Generationen zugänglich zu machen. Das Kino des Deutschen Filmmuseums zeigt im Oktober drei Dokumentarfilme aus diesem Projekt. Zwei von ihnen legen den Fokus auf die Nachfolgegeneration der Holocaust-Opfer.

 

Deutschlandweit präsentieren zahlreiche Kinos im November die Filme dieser Auswahl. Das Kino des Arsenal in Berlin zeigt alle zehn Filme von Donnerstag, 1. Oktober, bis Montag, 9. November. Zusätzlich ist eine Auswahl der Filme in der Kinemathek Karlsruhe (6. bis 31.10.), in der Filmpalette Köln (7.10. bis 8.11.), im Cineding Leipzig (19. bis 21.10.), in der Caligari FilmBühne Wiesbaden (19.10 bis 24.11.), im Filmmuseum Potsdam (3. bis 8.11.), im Kommunalen Kino Freiburg (6. bis 22.11.), im OFFKINO im Filmhaus Bielefeld (6.11.) und im Werkstattkino in München (26.11. bis 2.12.) zu sehen.

 

 

Mittwoch, 21. Oktober, 18 Uhr

VOICES FROM THE ATTIC Stimmen vom Dachboden

USA 1988. R: Debbie Goodstein

Dokumentarfilm. 60 Min. DCP. OmU

Zu Gast: Debbie Goodstein

 

Die Filmemacherin Debbie Goodstein reiste mit fünf Cousinen und ihrer Tante nach Polen, um den Dachboden in Augenschein zu nehmen, auf dem ihre Eltern sich mit anderen Angehörigen während des Zweiten Weltkrieges versteckt hielten. Diese zwei Jahre währende Hölle des Hungers und der Klaustrophobie hat auch bei den Nachgeborenen Spuren hinterlassen – als kollektives Trauma. Wie die jüngere Generation diese Angst bewältigt, zeigt der Film anhand ihrer Begegnungen mit Menschen, die ihre Familiengeschichte mitgeprägt haben. VOICES FROM THE ATTIC ist ein bewegendes Dokument.

 

 

Samstag, 24. Oktober, 18 Uhr

DER LETZTE JUDE VON DROHOBYTSCH

Österreich 2011. R: Paul Rosdy

Dokumentarfilm. 94 Min. DCP. OmU

Zu Gast: Liliane Herzlich, Tochter von Alfred Schreyer

 

Ein Film über Alfred Schreyer, den letzten Vorkriegsjuden der westukrainischen Stadt Drohobytsch. In den 1930er Jahren war Schreyer ein Schüler des polnischen Schriftstellers und Malers Bruno Schulz. Den Zweiten Weltkrieg überlebte er in Zwangsarbeitslagern und im KZ, zuletzt in Deutschland. Nach dem Krieg kehrte er heim und wurde Sänger und Violinist im Kinofoyer-Orchester. Alfred Schreyer erzählt im Film von einem knappen Jahrhundert voller Tragik und Lebensmut in Drohobytsch.

 

 

Mittwoch, 28. Oktober, 18 Uhr

DARK LULLABIES Dunkle Wiegenlieder

Kanada 1985. R: Irene Lilienheim Angelico, Abbey Jack Neidik

Recherche: Harald Lüders. Dokumentarfilm. 81 Min. DCP. OmU

Zu Gast: Harald Lüders (angefragt)

 

Die Eltern der Regisseurin Irene Lilienheim Angelico stammten aus Warschau. Sie wurden deportiert, dabei voneinander getrennt und in unterschiedlichen Konzentrationslagern interniert. Beide überlebten, nahezu alle ihrer Verwandten kamen ums Leben. Nach der Befreiung fanden sie einander wieder und emigrierten nach Nordamerika. Die Filmemacherin befragt in Kanada und Israel Kinder von Überlebenden: Welchen Einfluss hat die Verfolgungsgeschichte der Eltern auf das eigene Leben? DARK LULLABIES war einer der ersten Filme, der sich mit den Auswirkungen des Holocaust auf die Nachfolgegeneration auseinandersetzte.

 

Foto: Der letzte Jude...(c) dfm

 

www.deutsches-filminstitut.de | www.deutsches-filmmuseum.de

www.filmportal.de | www.europeanfilmgateway.eu

www.filmfestival-goeast.de | www.lucas-filmfestival.de

 

SONDERAUSSTELLUNGEN:

 

FILM UND GAMES. EIN WECHSELSPIEL

Ausstellung und Begleitprogramm

1. Juli 2015 bis 31. Januar 2016