Kuttinger 1Georg Küttiungers "Interferenzen" in der Kunststation

Hanswerner Kruse

KLeinsassen  / Rhön (Weltexpresso) - Die Fotomontagen von Georg Küttinger wurden bereits im Bericht über den Rundgang durch die neuen Ausstellungen der Kunststation vorgestellt. Der Künstler fotografiert Landschaften aus verschiedenen Perspektiven und zu unterschiedlichen Tageszeiten, dann fügt er Ausschnitte dieser Fotos zu neuen Landschaftsbildern zusammen: „landscapes:remixed.“

Der Arbeitsprozess seiner ersten Werkgruppe ist leicht nachvollziehbar, das Ergebnis spannend, weil er eine neue fotografische Realität der Straßen, Felsen oder Poller schafft. „Sie sind ein Tanz der verschiedenen Blicke auf die reale Landschaft vor dem inneren Auge“, meint die Leiterin der Kunststation Monika Ebertowski.

Seine zweite Werkgruppe „Interferenzen“ in der Ausstellung ist schwieriger zu verstehen. Doch Küttinger kommt selbst - nach dem Ende der Betriebsferien - zum Künstlergespräch am 10. Dezember in die Kunststation. Vielleicht lief man achtlos oder nur mäßig interessiert an den gläsernen Mosaikobjekten vorbei. Doch wenn man sie länger betrachtet, den Kopf bewegt, hin- und hergeht, hoch- oder runterschaut entstehen kleine Farb- und Lichtspiele: Die „Interferenzen“ (Foto oben).

Kuttinger 1772Um diese physikalische Wirkung zu begreifen, benötigt man keinen gymnasialen Leistungskurs Physik. Die Künstliche Intelligenz (ChatGPT) erklärt sie recht einfach: „Stell dir vor, du wirfst einen Stein in einen Teich, und dann wirft jemand anders auch einen Stein hinein. Die Wellen, die von beiden Steinen erzeugt werden, treffen sich in der Mitte des Teichs und ‚kämpfen‘ miteinander. Es ist, als ob die Wellen miteinander tanzen und dabei ein Muster erzeugen - das nennt man Interferenz. Auch Lichtwellen können sich kreuzen, vermischen und Muster erzeugen. Denk an Regenbögen, Seifenblasen oder farbige Ölflecken auf Wasser, als Beispiele für Licht-Interferenzen“

Der Künstler montierte in seinen Arbeiten keine Glaskügelchen aneinander, sondern die Werke der Gruppe „Interferenzen“ sind ebenfalls fotografischen Ursprungs: Mit der Kamera hielt er abstrakte, selbst gefertigte Objekte aus unterschiedlichen Positionen und bei verschiedenem Licht fest, die fotografischen Ergebnisse wurden ebenfalls vermischt. Vor diese Remixe befestigte er mit etwas Abstand mehrere Gießharzplatten mit Einkerbungen, die gleichsam einen „Raum“ bilden und bei Lichteinfall prismatische Effekte und Interferenzen erzeugen. 
Vor Küttingers Werken sollte man sich also bewusst bewegen, dadurch verändern sich die Muster und man wird gleichsam in die Objekte hineingezogen: Das kann sich anfühlen, als würde man in fremde, magische Welten eintauchen.


Termine

Künstlergespräch mit Georg Küttinger am Sonntag 10. Dezember 2023 um 15 Uhr.
Wieder-Wiedereröffnung der Kunststation nach den Betriebsferien ab Samstag 9. Dezember 2023. 
Ansonsten geöffnet donnerstags bis sonntags 13 - 17 Uhr und an allen Feiertagen.
Zur Kunststation

Fotos:
„Interferenzen“
Oben © Georg Küttinger
Unten © Hanswerner Kruse