Serie: SKYLINE PLAZA eröffnet in Frankfurt am Main, Teil 1

 

Siegrid Püschel und Roman Herzig

 

Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Manchmal geschieht alles gleichzeitig. Das ist (nicht nur) derzeit in Frankfurt der Fall. Während innenstadtnah ein neuer Stadtteil entsteht, ein weiterer Richtung Taunus, wird heute im ersteren um 8 Uhr durch Oberbürgermeister Peter Feldmann das Einkaufszentrum eröffnet, das mit 170 Geschäften und einem „Food-Court“ - das viele Englisch geht einem schon auf die Nerven – sehr viele und dazu ganz unterschiedliche Kunden anziehen soll.

 

Daß es dazu kommt, haben wir wenig Zweifel, denn das SKYLINE PLAZA eröffnet zu einem interessanten Zeitpunkt und an interessanter Stelle, da, wo für die Frankfurter terra incognita war. Auf der einen Seite Brachland, auf der anderen Seite der ehemalige Güterbahnhof, der über die Emser Brücke den Straßenverkehr abwickelte und als Gesamtgebiet zwei, eigentlich drei völlig unterschiedliche Stadtteile miteinander verband. Nein, damals trennte das Gebiet die Stadt, heute wird ihr als neues Europaviertel eine entscheidende Funktion im Stadtmiteinander zukommen.

 

Damit Auswärtige das ermessen können, was übrigens auch für so manchen Frankfurter im wahrsten Sinne 'Neuland' ist, eine kurze Lagesituation. Das Westend liegt nordöstlich der großen Verkehrsader, die den Frankfurter Hauptbahnhof mit der Frankfurter Messe und den Autobahnanschlüssen verbindet, der Friedrich-Ebert-Anlage, die bei der Messe in die Theodor-Heuss-Allee übergeht. Mit dem Frankfurter Westend verbindet sich Glanz und Gloria der Gründerzeit der Frankfurter Industrie und Hochfinanz, denn hier wohnte man privat in ansehnlichen Villen, die auch vom Krieg verschont, in der Nachkriegszeit nicht mehr zu heizen waren und nach und nach zum Teil verkamen, dann aber in der Spekulationszeit der Sechziger billig aufgekauft, abgerissen und mit Hochhäusern und anderen Bürohäusern ersetzt wurden, bis die Frankfurter NEIN sagten und eine neue Satzung dies unmöglich machte, was zur Folge hatte, daß darauf die weit weniger privat bewohnte Innenstadt zwischen Hauptwache und Hauptbahnhof und entlang der Straße zur Messe zum MAINHATTAN wurde.

 

Die Frankfurter Messe hat sich in Frankfurt als der stabilste wirtschaftliche Faktor erwiesen. Sie gehört dem Land Hessen und der Stadt, so daß ihr Gedeih und die finanziellen Auswirkungen auch im Interesse der Bewohner liegt. Auf dem Messegelände, auf dem – leider sehr eingezwängt – auch die herrliche Festhalle im Jugendstil liegt, hat der Erfolg zu einem ungeheuren Bauboom geführt, der die seltsamsten Gebilde als Messehallen in gegenseitiger Konkurrenz, welche von ihnen nämlich die tollste ist, hervorbrachte und am südwestlichen Rand der Messe im freien Gelände mehrere Hotelbauten, die in Frankfurter eben auch wegen der Flut an Messegästen in solchen Zeiten ausgebucht sind, ansonsten aber bisher keine ansprechende Umgebung für andere Gäste hatten. Das ändert nun alles das neue Viertel, für das SKYLINE PLAZA die Infrastruktur vorgibt, bevor der Wohnungsbau beendet ist.

 

Sagen wir es offen, die Reihenfolge ist genau richtig, denn meist hadern die Bewohner von neuen Vierteln mit ihrer Situation, keinen Kindergarten, keine Schule, keine Einkaufsmöglichkeiten zu haben. Wie es mit den beiden ersteren bestellt ist, müssen wir noch eruieren. Für das Einkaufen im großen und im kleinen Stil ist dagegen schon vorgesorgt! Damit 'bedient' das Einkaufszentrum gleich mehrere Zielgruppen von Käufern: zum einen die Bewohner des südlichen Westends , die Hotelgäste der Messe, die Messebesucher selbst – denn das Zentrum liegt für die Tagesbesucher auf dem Rückweg zum acht Minuten entfernten Hauptbahnhof, dem übrigens nicht nur meistfrequentierten in Deutschland, sondern auch in Europa – und danz besonders die Bewohner des derzeit mit Macht entstehenden Europaviertels. Das daß aber längst noch nicht alles ist, zeigt der folgende Artikel. Fortsetzung folgt.