Serie: Die Herbstmesse TENDENCE auf dem Frankfurter Messegelände vom 29. August bis 1. September , Teil 2

 

Hans Weißhaar und Helga Faber

 

Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Begleiter der Tendence,der Herbstmesse des erfolgreichsten Messeveranstalters Deutschlands, der Frankfurter Messe, sind Ecostyle und Webchance. Ersteres hat als wichtigsten Inhalt, daß bei diesen Waren die Nachhaltigkeit das entscheidende Kriterium ist. Obwohl dies öffentlich in aller Munde ist, ist es aber bei den Kaufentscheidungen der Deutschen eben doch nur nebenrangig.

 

Darum ist dieser noch knospende Ausstellungsbereich gleich von 73 auf 55 Aussteller zurückgegangen.Die 24 Aussteller der Webchance von 2014 sind auf 0 zurückgefahren worden, was aber damit zu tun hat, daß dieser Bereich nun allein in einem Vortragsprogramm als Webchance Academy repräsentiert ist und Aussteller entfallen. Das eigentliche Interesse aber gilt der Tendence, was Geschäftsführer Detlef Braun gerne persönlich vortrug, die in diesem Jahr 1 051 Aussteller (leichte Differenz in den gebotenen Zahlen) aufbietet. Da dies 64 Aussteller weniger als im Vorjahr sind, ein Trend seit Jahren, lag die Frage der Journalisten nahe, wo die Schmerzgrenze der Messe liege, d.h. ab wann die Messe Frankfurt diese Messe nicht mehr ausrichten werde.

 

Daß daran überhaupt nicht zu denken ist, war eindeutige Aussage von Braun, der auch die Gesamtsituation zurechtrückte, daß die Tendence mit über 1000 Aussteller auch so noch die größte Herbstmesse weltweit sei und damit noch immer eine Weltleitmesse. So lange 1000 Aussteller ein Forum für den Herbst suchen, bleibt diese Messe eine selbstverständliche Notwendigkeit. Die Messegesellschaft rechne sowieso anders und nicht in Ausstellergrößen. Für die Messe gehe es um die Ausstellungsflächen, die für die Tendence 95 000 Quadratmeter umfaßt. Das sind mehr als andere Messen in Deutschland überhaupt zur Verfügung haben. Erst bei einer Reduzierung auf rund 30 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche stünden die Kosten, die für die Durchführung der Messe aufgewendet werden müssen, nicht mehr im Verhältnis zu einem entsprechenden Gewinn, seien also nicht rentabel. Wobei die Rentabilität allein nicht das einzige Kriterium für ein Messegeschäft sei. Es gäbe Bereiche, die einfach gesponsert werden müssen, zu dem Gesamtbild der Herbst- und Frühjahrsmessen aber dazugehören.

 

Die Fragen nach Größen und Rentabilität hatten sich aufgrund der zurückgehenden Aussteller innerhalb der Messezahlen ergeben. Es gibt aber weitere Zahlen, die genauso für den Erfolg der Messe stehen. Das ist die Kaufkraft der Bürger, nämlich, wieviel Geld die Bundesbürger für den privaten Konsum ausgeben. Die Prognose für 2015 geht von plus 2,2 Prozent aus; und auch für 2016 wird eine Steigerung von 1,6 Prozent erwartet. Kaufen hat also eine positive Konnotation.

 

Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob die Steigerung des Konsums gleichmäßig auf die verschiedenen Teilbereiche der Tendence-Märkte gelten. Nein, ist die eindeutige Antwort, denn es gibt Gewinner wie Hausrat, Leuchten und vor allem Gartenausstattung und Gartendekoration und Verlierer, die insbesondere Uhren sind.

 

Die Angebote der Herbstmesse entstammen den Bereichen von Leben und Wohnen, weshalb die Fragen vom Aussehen der Gegenstände, also das Design wesentlich wird. Da außerdem zu den Wohnaccessoires wie Leuchten oder Vasen, die außerhalb der industriellen Fertigung auch zum Kunsthandwerk gehören können, Schmuck und Textilien dazugehören, ist offensichtlich, wie wichtig für diese Messe Fragen des Designs sind. Dazu gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm, vor allem aber am Montagabend den Hessischen Staatspreis für das Kunsthandwerk in Halle 9:2 um 19 Uhr, regelmäßig einer der Höhepunkte dieser Messe. Die prämierten Gegenstände kann man im übrigen als Ausstellung ansehen, in Halle 9.0

 

Was nicht zu kurz kommt, ist das Geschäft mit Weihnachten, was nach wie vor eine inhaltliche Anforderung bleibt. Das Orderverhalten heute ist nicht mehr mit früher zu vergleichen, wo erst nach den Messen bestellt wurde, dann produziert wurde, versendet wurde und vor Weihnachten angekommen sein mußte. Heute seien – so Nicolette Naumann – die Waren teilweise schon da, wenn die Messebesucher nach Hause kämen, sofern sie gleich zu Beginn der Messe bestellt hatten. Fortsetzung folgt.

 

 

www.tendence.messefrankfurt.com