Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung Messe Frankfurt begrüßt das Partnerland  der ISH 2017

Klaus Hagert

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Tja, kann passieren. Als die Frankfurter Messe mit der Türkei übereinkam, daß die zweijährige Messe für Wasser, Energie, Gebäudetechnik und ....in diesem Jahr als Partnerland die Türkei wählte, ahnte niemand, daß derartige politische Querellen vom Staatschef der Türkei in Gang gesetzt wurden.

Sogar unsägliche Nazivergleiche hat Erdogan losgelassen und wen immer wir auf der Messe daraufhin ansprachen, dem waren die Äußerungen des Politikers peinlich. Andererseits kann man wirklich konstatieren, daß das zwei Welten sind: die der türkischen Wirtschaft und die der Politik. Letztere, das ist ja bei uns bekannt, hat als Hintergrund die Hoffnung der Staatspartei, daß sich bei Feindschaft mit dem Ausland, die inneren Reihen schlössen und bei der beabsichtigten Abstimmung der Bevölkerung über das Präsidialsystem, das wie jeder weiß, demokratische Rechte beschneidet, das Volk mit Ja stimmt. 

Der Chef der Frankfurter Messe, der auch für die ISH zuständig ist, hatte ausgeführt, wie übereinstimmend die Türkei als Partnerland für 2017 ausgesucht worden war, weil sich in den Jahren zuvor die Beteiligung von türkischen Ausstellern und Besuchern auf der ISH enorm gesteigert hatte und mit der Partnerlandpräsentation der zunehmenden Bedeutung des Landes in der Branche Rechnung getragen werden sollte. Immerhin ist die Türkei gemessen an der Ausstellerfläche schon die drittgrößte Nation nach Deutschland und Italien und auch immer mehr türkische Besucher kommen zur ISH: Zwischen 2013 und 2015 ist ihre Zahl um rund 44 Prozent gestiegen: ein eindrucksvoller Beweis für die  Dynamik und die Wirtschaftskraft der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnikbranche im Land, die fünf Prozent aller türkischen Exporte leistet.

Dazu sagt Wolfgang Marzin, Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung Messe Frankfurt: "Die Türkei ist ein bedeutender Wirtschaftsraum mit einem starken Binnenmarkt. Die wirtschaftliche Verflechtung mit Deutschland ist traditionell eng – Deutschland ist mit Abstand der größte ausländische Direktinvestor in der Türkei – und der Handelsaustausch mit der EU ist rege. Die Messe Frankfurt ist seit dem Jahr 2000 mit einer eigenen Tochtergesellschaft in der Türkei vertreten. Unsere türkischen Kollegen organisieren derzeit vier Veranstaltungen vor Ort und betreuen Aussteller und Besucher für die Messe Frankfurt in Deutschland und weltweit.

Ich freue mich, dass sich In diesem Jahr 140 türkische Unternehmen auf der ISH präsentieren werden: 34 Prozent mehr als zur Vorveranstaltung. Neben den Innovationen der Hersteller wird sich die Türkei  im Rahmen einer Partnerlandspräsentation in der Galleria 0 vorstellen.

Ich danke unseren Partnern, der türkischen SHK-Exportunion (ISIB – Turkish HVAC-R Exporters Union), der Exportunion der türkischen Keramikhersteller (Turkish Ceramics) sowie dem türkischen Wirtschaftsministerium für die gute Zusammenarbeit."

Schaut man sich die Zahlen genauer an, stieg im Vergleich zur ISH 2013 die Anzahl der türkischen Besucher um rund 44 Prozent (2013: 1.790 / 2015: 2.584). Flächenmäßig ist die Türkei, nach Italien, die zweitgrößte internationale ISH-Ausstellernation (2015: 5.377 sqm). Ziel der Entscheidung für die Türkei als Partnerland ist auch, den Internationalisierungsgrad der Weltleitmesse weiter auszubauen. Aktuell beträgt dieser 61 % auf Aussteller- und 39 % auf Besucher-Seite.

2015 bildeten insgesamt 104 türkische Unternehmen alle Bereiche einer wachsenden Sanitär-, Heizungs- und Klima-Branche auf der ISH in Frankfurt am Main ab. Ein treibender Faktor ist dabei die zunehmende Etablierung von Produktionsstandorten im jeweils anderen Land. Fünf Prozent des türkischen Exports gehen direkt auf die Sanitär-, Heizungs- und Klima-Branche zurück. Der internationale Wunsch zur Erreichung von Klimazielen und die strategische Bedeutung von Energie-Autarkie sind dabei nur zwei Gründe für einen starken Markt. Den Export fördert auch die Vereinigung der türkischen SHK-Exporteure (ISIB - Turkish HVAC-R Exporters Union).  

Die Türkei und Deutschland sind ökonomisch eng miteinander verwoben. So entfielen 2014 19,3 Mrd. Euro des deutschen Exports auf die Türkei, die im gleichen Jahr ein Wirtschaftswachstum von 3,3 % verzeichnete. Mit einem kumulierten Investitionsvolumen von EUR 11,2 Mrd. seit 1980 (Stand: Ende 2014) ist Deutschland auch der größte ausländische Investor (Quelle: Auswärtiges Amt).

Bereits zum zweiten Mal präsentiert sich auf der ISH ein Partnerland. 2015 debütierte Polen. Die erfolgreiche Umsetzung des Konzeptes transportierte wichtige energiepolitische Fragen, diskutierte innovative Sanitär-, Heizungs- und Klima-Technologien und förderte den internationalen Austausch fachspezifischen Know-hows, erläutert die Messe.

 

Foto:  Dieses Foto vom Rundgang der ISG ist es uns wert, im Zusammenhang mit dem Gastland abzudrucken. Kann man sich vorstellen, daß ein solches Foto in der Türkei veröffentlicht wird? Oder ist immer alles anders, wenn es um Geschäfte geht?  (c) messefrankfurt.com/pietro sutera

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