Die ALTE OPER FRANKFURT in der SAISON 2025/26 , Teil 3/5
Claudia Schulmerich
Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Anita Maas-Kehl, schon seit so vielen Jahren verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Alten Oper Frankfurt, begann die Pressekonferenz zur kommenden Saison mit sehr persönlichen Worten, man brauche nur in die Tageszeitungen zu schauen, um zu wissen, warum sie den anwesenden Kolleginnen und Kollegen danken wolle. Das stimmt! Die Aufführungen in der Alten Oper, sei es Klassik, die Einzelauftritte von Pop-Stars, Kabarettisten, Solisten oder ganze Musicals werden in den Medien ausführlich besprochen.
Und das wird, wenn das angekündigte, richtig spannende Programm durchgeführt wird, auch nicht weniger werden, zumal Hausherr Markus Fein daran erinnerte, daß in fünf Jahren die heutige Alte Oper als Opernhaus Frankfurt 150 Jahre wird und ein Jahr später die Alte Oper in ihrem Wiederaufbaugewand 50 Jahre! Zusätzliche Gründe zum Feiern, zusätzliche Besuche in der Alten Oper, die, auch das muß gesagt sein, sehr gut mit dem zurecht kommt, was anderenorts das Drama bleibt: das Geld, sprich: die Unterstützung von oben, die man natürlich in Relation zu den Veranstaltungen und den Besuchern setzen muß.
2024 fanden in der Alten Oper 435 Veranstaltungen mit 425 000 Besuchern. Damit sind alle zufrieden, denn die Zahlen von 2019 – 445 Veranstaltungen, 450 000 Besucher – sind fast wieder erreicht, die durch die Coronajahre wie überall abgestützt waren. Für das Jahr 2024 stand ein Gesamtbudget von rund 22 Millionen Euro zur Verfügung. Daß davon nur 7, 402 Millionen Zuschuß von der Stadt Frankfurt betragen und rund 15 Millionen das Haus selbst eingenommen mitsamt von Fördermitteln der Gesellschaft der Freunde der Alten Oper sowie Spenden, ist wirklich erwähnenswert, denn damit beträgt die Eigenfinanzierungsquote bei knapp 64 Prozent, was ungewöhnlich hoch ist.
Auf jeden Fall hat der Frankfurter Dichter Adolf Stoltze nicht recht, wenn ihn Goethes hochfahrender Spruch original oben auf der Alten Oper „Dem Wahren Schoenen Guten“ zur Variante brachte:
DEM WAHRE, SCHEENE, GUTE, DIE BERJERSCHAFT MUß BLUTE
Der gut aufgelegte Intendant Markus Fein stellte auf der Basis von Hochkarätigem fünf Höhepunkte gesondert vor.
1. So vielfältig in alle Richtungen das Programm der Alten Oper inzwischen ist, was zu inzwischen 13 Abonnementsreihen führt, und damit auch neue Besucher anzieht, bleibt der Exzellenzanspruch an das Haus als Spielstätte bedeutender Orchester bestehen, wofür Fein als Beispiel die Wiener Philharmoniker mit Strauss’ Also sprach Zarathustra anführte, unter der Leitung von Andris Nelson. Aber auch die Berliner Philharmonikern mit Kirill Petrenko oder das London Symphony Orchestra unter Sir Antonio Pappano klingt nicht schlecht.
2. Die Alte Oper ist aktiver Teil der Stadtgesellschaft und da paßt ein so ungewöhnliches Projekt wie EINE STRAßE GEHT INS KONZERT gut hinein. Dazu muß die Straße erst einmal gefunden werden. Bis 25. April können sich Interessierte bei der Alten Oper melden und Vorschläge unterbreiten, die von Herbst an bis zum Ende der Spielzeit im Sommer 2026 umgesetzt werden. Hier wird das generelle Vorhaben, über Musik ins Gespräch zu kommen, besonders deutlich.
3. GRÜNES ABO heißt ein ein höchst ungewöhnliches Unternehmen, das wir schon vorstellten. Denn hier geht es um Nachhaltigkeit und Einsparen von Energien in größerem Ausmaß. Die Vorstellungen sind gekoppelt mit Gesprächen, Pausengastronomie und der An- und Abreise mit dem Fahrrad, zumindest aber mit dem Öffentlichen Nahverkehr, der sowieso in den RMV-Tickets enthalten ist, was aber zu wenige nutzen, denn die Tiefgarage der Alten Oper ist meist voll. In diesem Kontext findet die SAISONERÖFFNUNG mit den Münchner Philharmonikern unter Lahav Shani, Violine Lisa Batiashvili und dem Programm mit Beethoven, Schubert und Wagner am 14. September 2025 statt. Vorher Talk an der Bar!
4. Der Filmemacher WIM WENDERS: DRIVE BEI MUSIC in Frankfurt vom 11. bis 13. März 2026. Hintergrund ist sein 80ster Geburtstag für den am 14. August 1945 geborenen Regisseur, für den erst gerade eine Auswahl BEST OF WIM WENDERS mit zehn Filmen erschien, die die wirklich ungewöhnliche Bandbreite dieses internationalsten deutschen Regisseurs zeigt. Daß Musik in seinen Filmen einen besondere Rolle spielt, ist deutlich und insbesondere sein Film von 1999 Buena Vista Social Club wird im dreitägigen Symposium die Querverbindung Film und Musik aufzeigen.
5. Daß FRATOPIA zum dritten Mal vom 24. bis 28. September 2025 stattfindet, war Markus Fein besonders wichtig. Schließlich hat er diese Idee kreiert, die noch stärker von der Bevölkerung wahrgenommen wurde als erhofft. Wieder werden über 200 Kurzkonzerte stattfinden, an fünf Tagen, bei freiem Eintritt, vielen Gesprächen, Essen und Trinken. Die insgeheime Absicht, neue Besucher zu gewinnen, die auch danach wiederkommen, hat sich bisher erfüllt.
6. ALTE OPER NIGHTS bringt am 10. und 11. Oktober das URBAN VIBE FESTIVAL, was Klassik und Jazz zur Weltmusik zusammenführt, wofür Orte wie London, Wien, Sevilla, Tokyo, New York u.a. stehen. Für den JAZZ steht auch der 24jährige Jakob Manz, der die Jazz-Residenz einnimmt und viermal in Konzertprojekten auftreten wird, aber auch bei anderer Gelegenheit dabei ist. Sein Hauptinstrument ist das Saxophon und die ihm nachgesagte Musikalität und den besonderen Sound seines Spiels konnte man auf der Pressekonferenz nachempfinden.
7. PODIUM ZUKUNFT nennt sich das Festival der Jugendorchester vom 25. bis 27. April 2026. Da werden zum ersten Mal Jugendorchester auf allen Ebenen zusammentreffen. Das fängt mit den Frankfurter Schulorchestern an. Wenn die zusammen auf der Bühne, selbst wenn sie hintereinander auftreten, kann man sich vorstellen, keine Karte mehr erwerben zu können, da die Familien der Orchestermitglieder schon alle Plätze besetzen. Aber schon das zeigt, wie gut diese Idee ist, die eine Generation noch vor ihrer Ausbildung schon als die Konzertgestalter von morgen fragt, wie sie sich das alles vorstellen. Doch es beginnt nur mit der lokalen Ebene, der die nationale und internationale folgen, denn es werden Jugendorchester aus Brasilien und Südafrika sowie den Niederlanden auftreten.
Das ist nur ein Kurzauszug aus dem 224seitigen Programm, das in der Alten Oper ausliegt und natürlich im Internet einsehbar ist.