Vom Maritim HotelTitisee aus aus unterwegs mitten im Hochschwarzwald

 

 von Siegrid Püschel und Gerhard Wiedemann

 

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Stellen Sie sich eine Autopanne im heißen Wüstensand Nordafrikas vor. Seit Stunden schleppen Sie sich mit Gepäck, doch ohne Wasser durch glühenden Sand. Und genau in einer solchen Schreckensphantasie wissen Sie, was Sie am Schwarzwald haben, was Sie an tiefdunklen hohen und kühlenden Bäumen haben, wie angenehm man auf Moos geht und wie köstlich all die Heidelbeeren sind und erst recht die kleinen und größeren Seen, in denen man baden darf, aber in deren stillen Wasserspiegeln man auch seine Tagesgedanken und Probleme spielend los wird, denn unendlich empfindet man sich nach einer kurzen Zeit, entrückt und doch ganz bei sich.

 

Natürlich braucht man für die Erkenntnis von den Schönheiten des Schwarzwaldes und des animalischen Vergnügens in ihm, keine Wüstenphantasien. Aber angesichts eines sehr regnerischen Sommers 2011 tut es doch gut, sich vor Augen zu halten, was los ist, wenn die Sonne grausam auf uns strahlt, daß tatsächlich Regen, auch viel Regen für den Wanderer oder den Autofahrer unterwegs im Schwarzwald niemals die Gefahren und Belästigungen bringen wie es die Sonne könnte. Aber ach, gerade lugt sie nach einem Guß hervor und nun beginnt es auf den Zweigen der Bäume, den dünnen Halmen im Grasgebüsch und den gefiederten Büschen dort zu blitzen und zu funkeln, daß es nur eine Lust ist und dann wissen wir mit einem Mal, ja, genau das ist es: Sonne, dann Regen, dann wieder Sonne.

 

Keine andere deutsche Landschaft – nicht mal Bayern - ist im Ausland so bekannt wie der Schwarzwald und ehrlich gesagt, ist der Schwarzwald dort sogar bekannter und beliebter als in Deutschland selbst: Black Forest,  Forêt-Noire, Selva Negra, Foresta Nera und auch im Russischen und Arabischen gibt es diese Landschaftsbezeichnung, nur die Chinesen haben noch keine adäquate Übersetzung, aber auch Sie wissen sofort, was die Amerikaner beim Nennen vom Schwarzwald im Schlaf herbeten: Kuckucksuhren, Frauen in Trachten, die Schwarzwaldmädel, Schwarzwälder Schinken, Schwarzwälder Kirschtorte, Kunsthandwerk, dunkle kühle Wälder, Romantik und Natur pur, Elfen und Kobolde eingeschlossen, denn mythisch und mystisch geht es zu in dieser Gegend, die auf der ganzen Welt das hat, was man heute ‚Alleinstellungsmerkmal‘ nennt. Und will man diese generelle Exklusivität noch überbieten, dann stellt man sich am besten gleich im Maritim Titisee Hotel ein, denn von hier aus überblickt man diesen lieblichen See und die idyllische Landschaft drumherum mit einem Blick und sieht auch, wie dort drüben die hohen Berge aufragen.

 

Von hier aus als Standort kann man in der Tat viele Urlaubswünsche gleichzeitig, das heißt hintereinander erfüllen: Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten, Wandern in der Natur, ebenerdig um die Seen, stetig steigend auf die Berge, Erholen im Hotel, was sich aber eher auf die Einkaufspromenade in Titisee bezieht, wo man dichtgedrängt Menschen auf einem Fleck sieht wie selten im Leben und soviele Geschäfte vollgestopft mit Touristen, wie man es Großstädten zutraut, die hier aber vor Neid erblaßen täten.

 

Die Maritim Hotelgesellschaft hatte uns eingeladen, von der wir schon zuvor wußten, daß sie eine deutsche Hotelkette auf familiärer Basis ist und bei den ganz Großen in Deutschland mitmischt und im Ausland sogar auch. „Natur pur entdecken & erleben“ war das Motto der dreitätigen Pressereise, was dann auch stimmte, aber unterschlägt, daß es mit Essen und Trinken losging und dieser Grillabend und die folgenden Brotzeiten  - urig! - und feinen Restaurantessen sowie eine Weinverkostung für uns das Bodenständige am Schwarzwald auch im Bereich „Genuß pur“ erleben ließ.

 

Das ging nämlich mit dem Haberjockelshof „Schwarzwaldgaudi“ der Familie Heizmann los, wo in einem echt finnischen „Grillkotta“, das ist mehreckig-gerundeter Holzbau mit dem Grillofen in der Mitte,  alle um die Feuerstelle herumsaßen und das Brutzeln für sie mitverfolgten – und viel zu viel aßen. Alle. Und Spezielle im Besonderen. Im großen Anwesen nebenan konnte man sich anschauen, wie es den Urlaubern geht, denen das Frühstück direkt hinter einer Glaswand serviert wird, durch die man auf den Stall sieht. Das ist nicht nur ein ungewöhnlicher Anblick, sondern auch eine tolle Idee. Hier auf dem Haberjockelshof sieht man nämlich auch, daß es den Tieren gut gehen muß, will man Gäste haben. Und diese Gäste kommen immer wieder.

 

Für die Jugend der Gegend sind zudem die Musikgruppen einfach angesagt, aber der Haberjockelshof hat sich als Erlebnis schon so herumgesprochen, daß unter dem Motto „Tagen in der Natur“ Firmen, aber auch Schulen und Vereine hier ihre Fortbildung durchführen oder auch ihren Jahresausflug hierher verlegen, wenn man will einschließlich des gemeinsamen Lagers eingedenk alter Jugendzeiten. Aber, traditionell mit eigenem Bett und eigenem Zimmer geht es genauso.  

 

Tags drauf ging es wirklich auf den Feldberg hinauf. Mit 1493 m ist er der höchste Berg der deutschen Mittelgebirge und gleich noch einmal um die Hälfte höher als der hessische Feldberg im Taunus. Der Feldberg liegt südöstlich nahe Freiburgs im Breisgau, umgeben von den Orten Hinterzarten, Titisee, Bernau und Todtnau. Wir starteten beim Haus der Natur, das ist das Naturschutzzentrum Südschwarzwald, wo eine interaktive Dauerausstellung das Entstehen des Schwarzwalds und sein Erleben bis heute über immerhin eine Milliarde Jahre dokumentiert. Natürlich ist die Gegenwart und jüngste Vergangenheit dabei am wichtigsten, denn sie lehren uns, auf die Natur zu achten, ihr den Spielraum zu lassen, den Grund und Boden, Flora und Fauna brauchen, trotz des beliebten Skigebietes rund um den Feldberg und trotz der vielen ökologischen Fehler, die durch gezielte Monokultur von Fichten beispielsweise angerichtet wurde.

 

Das konnten wir bei unserer mehrstündigen Wanderung mit der kundigen Elsa Stadelmann, sowohl Studentin der Forstwirtschaft wie auch erprobte Naturschützer- und Wanderführerin, dann in der Praxis erfahren. Sachte lenkte sie unseren Blick sowohl auf die Sünden wie auch die Reue der Nachkriegsgenerationen. Die Vorkriegsgeneration war diejenige, unter deren Fittichen in den dreißiger Jahren der Tourismus auch in den Schwarzwald einzog. Erst damals, sagen wir heute. Aber so ist es, das Skifahren als Massensport ist tatsächlich damals in den ganzen Alpen ‚erfunden‘ worden. Das hat vor Jahren in Bregenz eine herrliche Ausstellung „Schnee“ bilderreich vor Augen führen können. Aber auch damals hatte man bereits ein 42 Quadratkilometer messendes Gebiet zum ‚Naturschutz‘ erklärt.

 

Wir lernten auf unserer Wanderung – so richtig steil nur am Anfang – ziemlich viel über Bannwald, Niedermoor, Torf und was daran das Saure ist, Humus, über Entwässerung, und warum die Heidelbeere so gerne hier wächst. Elsa Stadelmann lehrte uns das Schauen, das genaue Hinschauen und schnell entdeckten wir das Traunsteiner Knabenkraut und daß mit dem Fettkraut tatsächlich eine fleischfressende Pflanze hier heimisch ist. Doch überwuchert alles die Hahnenfußgewächse sowie Alpenmilch, Alpendost und Alpenhelm.

 

Wie diese Gewächse nun wiederum hierher gekommen sind, ist kaum glaubhaft, sind doch die Alpen rund 250 Kilometer entfernt. Unsere so klugen Hinweise auf Vögel und den Wind, die den Samen weitergetragen haben, waren lediglich gut gemeint, jedoch nicht zutreffend. Wieder einmal ist die Eiszeit ‚schuld‘ und im Auf und Ab der Jahre insbesondere die Würmeiszeit. Die war vor etwa 10 000 Jahren beendet und hat die Pflanzen in die Täler geschwemmt. Das ist von heute her nur ein Klacks gegenüber dem Entstehen des Schwarzwaldes, der eigentlich viermal von unten nach oben gehoben wurde, was vor urdenklichen Zeiten anfing und nach der Eiszeit in kleinem Maße erneut die Täler nach oben hob.

 

Heute achtet die Forstwirtschaft darauf, die Natur so weit es geht, sich selbst zu überlassen. Und tatsächlich haben sich auf diese Weise auch die Sünden der Monokultur durch schnellwachsende Nadelbäume erledigt. Von alleine haben sich Bäume von früher wieder angesiedelt und das sind Laubbäume, die unter der Last des Schnees im Winter, bis sehr weit ins Frühjahr hinein biegsamer bleiben und wenn es Not tut, ganz auf den Boden legen, aber nach der Schneeschmelze wieder hochschnellen, während der Nadelbaum längst am Schneebelag gebrochen wäre.

 

Es liegt eine große Weisheit in der Natur. Wir Menschen müssen nur lernen, ihr Raum und Zeit zu geben. Das wird bei dieser Wanderung klar, bei der wir auch vom Dreizehenspecht erfahren, der hierzulande ausgestorben war und sich nun wieder ansiedelt, weil die Vegetation ihm paßt. Das gilt für weitere Vögel und den Auerhahn, der lichte Wälder liebt, wo er fliegen kann. Mit müden Knochen, dick verschlammten Schuhen, regennaßer Jacke  und hellen Gedanken kehren wir heim ins Hotel. Ins Maritim am Titisee. Und das ist dann einer der Momente, wo man es erneut richtig gut findet, so eins mit der Natur einerseits und so umsorgt von Hoteleinrichtungen, Bad, See und Sauna sowie Personal andererseits an diesem herrlichen Fleck sein zu dürfen.

 

Maritim Hotel Titisee, Seestraße 16

79822 Titisee-Neustadt

0049-(0) 7651 808 0

www.maritim.de

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