js 02 GoetheSerie: Zur Zerstörung des Frankfurter Goetheturms durch Brandstiftung und dem gewünschten Wiederaufbau, Teil 2

Jürgen Schneeberger

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - In der Nach von Mittwoch, den 11. und Donnerstag, den 12.10. Oktober dieses Jahres um ca. 03:15 Uhr ist in Frankfurt-Sachsenhausen ein Wahrzeichen von Frankfurt völlig zerstört worden: der Goetheturm. Die Frankfurter Berufsfeuerwehr ist nur wenige Minuten nach der Brandneldung am brennende Holzturm eingetroffen.

Beim Eintreffen stand der Turm komplett in Flammen.  Der Feuerwehr blieb nichts anderes übrig, als den Turm kontrolliert abbrennen zu lassen. Der 43,3 Meter hohe Holzturm mit seinen 196 Stufen brannten in weniger als drei Stunden fast restlos ab.

Die Brandermittler sind sich sicher, dass da Brandstifter am Werk waren.

In dieser Nacht gab es kein Gewitter, so das ein Blitzeinschlag die mögliche Brandursache hätte sein können. Ein Kurzschluss durch Elektrizität ist auch nicht möglich, da der Turm ohne Strom war.

Wie krank muss ein Mensch sein, wenn man nachts um 03:00 Uhr durch Frankfurt läuft und irgendwelche Dinge ansteckt und dadurch vernichtet. So ein Mensch ist in meinen Augen gemeingefährlich und muß zum Schutze aller ermittelt und vor Gericht gestellt werden. Wer sowas Armseliges macht, ist auch im Stande, sich an Menschen und/oder Kinder zu vergreifen, weil er krank ist und die Kontrolle über das eigene Ich verliert.

Dieser tolle Anlaufpunkt, der für alle Altersgruppen ein Ausflugsziel, Treffpunkt oder einfach nur ein Platz war, wo man ein bisschen vom Alltag abschalten könnte, gibt es nun nicht mehr.

f 04 GoetheIch persönlich war in meiner Kindheit regelmäßig mit meiner Mutter am, um, und auf dem Goetheturm gewesen. Immer wenn ich den Holzturm gesehen habe, wurde ich in meine Kindheit zurück versetzt. Deshalb bin ich auch als Erwachsener öfter mit meiner Mutter zum Goetheturm gekommen. In den letzten vier bis fünf Jahren bin ich dann nicht mehr hoch auf die Aussichtsplattform gegangen, weil meine Mutter nicht mehr gut laufen konnte.

Wir haben es dann einfach bei einer guten Tasse Kaffee und einem guten Stück Blechkuchen genossen, uns den schönen Turm vom Cafe Goetheruh aus anzusehen. An manchen Tagen haben wir zwei bis drei Stunden dort verbracht. Meine Mutter ist leider im Februar 2016 verstorben und musste so das, was dem Turm angetan wurde, nicht mehr miterleben.

Nach dem Erschrecken über die Tat und den Verlust, wollte ich mir vor ein paar Tagen das Ganze mal persönlich ansehen und machte mich auf zum Goetheturm. Was ich dort sehen musste, war sehr traurig. Wo einst der schöne Holzturm stand und stolz über die Baumkronen ragte, war nichts mehr. Vier gemauerte Sockel mit völlig verkohlten, ca. 1,5 Meter langen Holzbeinen vom Goetheturm standen da noch, die von ausgeglühten und total verzogenen Eisenstützen gehalten werden, die einst dem Turm die Stabilität gaben, um so viele Jahre sicher stehen zu können.

Es war einfach nur zum Heulen. Ich musste mich ein bisschen auf eine Bank setzen, um diesen Anblick zu verarbeiten. Um mich herum einige Leute, die so wie es schien genau wie ich, ihren Augen nicht trauten, was hier geschehen ist. Sie standen Minuten lang vor dem Absperrzaun und starrten mit offenem Mund lange auf die vier völlig verkohlten Beine von ihrem Goetheturm.

Alle Leute sprachen miteinander, als würden sie sich schon jahrelang kennen. Sie erzählten sich gegenseitig, was sie hier schon alles erlebt haben.
 
Die Atmosphäre war gespenstisch und kalt. Man spürte, dass hier ein Teil von Frankfurter Geschichte gestorben ist. Bei einem waren sich alle einig, die zur selben Zeit da waren wie ich: "Dieser Turm muss wieder aufgebaut werden und das genau so, wie er schon immer war, aus Holz und ohne modernen Schnickschnack"

Sehr verärgert sind aber alle gewesen, als es um das Thema "Wer soll das bezahlen" ging. Daß der Turm mit Spendengelder wieder aufgebaut werden soll, macht alle Anwesenden richtig böse, ja zum Teil sogar aggressiv.  Sie sagten und da waren sich alle einig, dass sonst von Steuergeldern bezahlt wird, was unnütz ist oder uns auch gar nichts angeht.

Als es um das Bezahlen des neuen Goetheturms ging, fiel auch der Name "DFB" (Deutscher Fußball Bund). Eine ältere Dame sagte laut, dass der DFB mit dem Bau der DFB Akademie auch irgendwie Frankfurter Sportgeschichte zerstört und mit der Kostenübernahme des Neubaus des Goetheturms einiges wieder gut machen könnte. Wenn man überlegt, was diese Akademie kosten wir, da sollten die Kosten für den neuen Turm aus deren Portokasse bezahlt werden können.

Fotos: © Jürgen Schneeberger


Info:

https://weltexpresso.de/index.php/heimspiel/11114-der-goetheturm-wird-rasch-wieder-aufgebaut