Bildschirmfoto 2025 03 12 um 20.50.58Rechtsextreme Politiker machen es sich mit Forderungen nach radikalen Schritten gegen die WHO zu leicht

Redaktion tachles


Tel Aviv (Weltexpresso) - Donald Trump macht’s vor, jetzt wollen rechtsextreme und ultrarechte Mitglieder der israelischen Knesset das gleiche machen: Aus der WHO, der Weltgesundheitsorganisation der UN austreten, so wie die USA. Im Gesundheitsausschuss der Knesset wurde darüber heftigst debattiert. Die Extremisten werfen der WHO vor,  antisemitisch, antiisraelisch und pro-palästinensisch zu sein.


«Die WHO nimmt gegenüber Israel konsequent eine feindselige Haltung ein und fördert Entscheidungen, die seine Rechte auf internationaler Ebene untergraben», sagte die rechtsextreme Abgeordnete Limor Son Har-Melech von Otzma Yehudit. Unterstützt wird sie von Abgeordneten wie  Michal Woldiger (Religiöser Zionismus), und den Likud-Extremisten Nissim Vaturi, Galit Distel Atbaryan und Osher Shkalim. Son Har-Melech verwies darauf, dass die WHO beispielsweise Krankenhäuser in Gaza, in denen israelische Geiseln festgehalten wurden und möglicherweise noch werden als unschuldige zivile Einrichtungen betrachte.

Der Vorschlag erhielt sogar von einigen Wissenschaftlern Unterstützung. Prof. Ehud Keinan vom Technion, ein berühmter Chemiker, sagte, die moralische und professionelle Autorität der WHO sei mehr als fragwürdig. Er verwies dabei auf die Verweigerung der Organisation, Taiwan beitreten zu lassen, ob es beindruckende Leistungen im Gesundheitsbereich vorweisen kann.

Die Empörung gegen die WHO ist derzeit besonders groß, weil die Gesundheitsbehörde der UN während des Gaza-Krieges fake news verbreitete und auch antisemitische Äusserungen machte. Doch einige bestanden darauf, genau deswegen in der WHO zu bleiben. So sagte ein Gesundheitsbeamter vor dem Ausschuss: «Aber gerade deshalb ist es wichtig, am Tisch zu bleiben, an dem die Entscheidungen getroffen werden, und auf Israels Platz zu bestehen. Wir nicht von Orten weglaufen, an denen man nicht nett über uns spricht.» Außerdem würde ein Austritt Israels dem Iran und anderen Feinden des jüdischen Staates in die Hände spielen: «Deren Traum ist es, uns in einen Pariastaat zu verwandeln. Es ist einfach verrückt, bei dieser Idee mitzumachen». Einige anwesende Ärzte argumentierten medizinisch. Bei vielen Krankheiten, von Polio bis Covid, sei die Zusammenarbeit mit der WHO entscheidend für die Gesundheit und das Überleben der eigenen Bevölkerung. Das aber wäre nach einem Austritt nicht mehr gewährleistet.

Foto:
Donald Trump
©tachles

Info:
Nachdruck des Artikels mit freundlicher Genehmigung aus dem Wochenmagazin TACHLES vom 12. März 2025