Hartwig Geiger F Copyright Stadt Frankfurt Salome RoesslerÜberraschung für den FRANKFURTER ZOO. Eine von innen nach öffentlicher Ausschreibung

Katharina Klein

Frankfurt am Main (Weltexpresso) -  Das ist eine Überrschung! Eine Tierärztin als Zoodirektorin gibt es nicht oft. Die Suche nach einer neuen Direktion für den Zoo Frankfurt ist abgeschlossen. Christina Geiger übernimmt ab dem 15. Februar die Leitung der beliebten Bildungs- und Kultureinrichtung. Das hat der Magistrat in seiner Sitzung am Freitag, 21. Januar, beschlossen. Er ist damit dem Vorschlag von Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, gefolgt, Geiger als neue Direktorin zu berufen. Bisher war sie als Tierärztin im Frankfurter Zoo tätig und übernahm als Mitglied der Wissenschaftlichen Abteilung kuratorielle Aufgaben. Der Findung unter Leitung der Kulturdezernentin war eine öffentliche Ausschreibung vorausgegangen.

„Ich freue mich sehr, dass der Magistrat meinem Wunsch gefolgt ist, Dr. Christina Geiger zur neuen Direktorin des Zoos Frankfurt zu ernennen“, sagt Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Hartwig und fügt hinzu: „Sie ist bestens mit der Einrichtung vertraut und kennt nicht nur jedes Tier beim Namen, sondern weiß auch um die Herausforderung, der wir uns in den kommenden Jahren stellen müssen, um den Zoo als moderne Bildungs- und Kultureinrichtung weiterzuentwickeln. Tierärztin im Zoo ist eine Querschnittsaufgabe, man arbeitet mit fast allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen und koordiniert übergreifend Projekte. Zudem war sie bereits an der Entwicklung der Konzeptstudie Zookunft2030+ maßgeblich beteiligt und gemeinsam werden wir diese Pläne weiter vorantreiben. Dr. Christina Geiger denkt in Kooperationen, hat selbst Naturschutzarbeit in zahlreichen Projekten der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit im Ausland geleistet. Diese Erfahrungen und Innensichten sowie ihr internationales Netzwerk werden uns bei den kommenden Aufgaben in Frankfurt, aber auch im Verbund der Zoologischen Gärten in Deutschland und darüber hinaus eine große Hilfe sein. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“

Für Geiger hat ihre Benennung einen ganz entscheidenden Aspekt: „Meine neue Aufgabe, auf die ich mich außerordentliche freue, erlaubt es mir, sehr zügig an der Zooentwicklung weiterzuarbeiten: Als eingespieltes Team können wir nahtlos anknüpfen und die Pläne für den Zoo vorwärtsbringen. Den essenziellen ersten Schritt dazu hat Miguel Casares in Form der gemeinsam mit uns erarbeiteten Konzeptstudie Zookunft2030+ vorgelegt. Mit der zügigen Umsetzung dieser Pläne in einen Masterplan kann die Entwicklung nun Gestalt annehmen. Ich freue mich darauf, mit unseren motivierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nun in anderer Funktion die Zusammenarbeit fortzuführen. Von der Basis kommend, kenne ich mich bestens mit den unterschiedlichen Ansprüchen an Zooanlagen aus und bringe damit nochmal eine andere Sichtweise ins Spiel als die bisher überwiegend theoretisch-planerische. Dabei kommt mir meine langjährige Berufserfahrung in Zoos und meine große Verbundenheit speziell mit dem Frankfurter Zoo zugute.“

Geiger studierte Veterinärmedizin und hat ihre Promotion an der Universität München abgeschlossen. Danach war die 42-jährige unter anderem als Tierärztin im Tierpark Hellabrunn in München und dem Zoologischen Garten Karlsruhe beschäftigt. Seit 2007 ist sie Tierärztin im Zoo Frankfurt und verantwortet damit die Sicherheit und Gesundheit aller dort lebenden Tiere.

Mit ihrer Expertise wurde die Veterinärabteilung um eine hochmoderne Quarantänestation ergänzt. Darüber hinaus war Geiger an der strategischen Weiterentwicklung des Zoos in den vergangenen Jahren und der zuletzt in Auftrag gegebenen Konzeptstudie Zookunft2030+ maßgeblich beteiligt. Bei internationalen Projekten der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit brachte sie in den vergangenen Jahren ihr Expertenwissen ein und arbeitete vor Ort mit den unterschiedlichsten Akteuren auf internationaler Ebene zusammen.

Zu den bedeutendsten Projekten im Freiland gehören die Auswilderung von Zoo-Nashörnern, die Wiederansiedlung von Przewalskipferden und die Umsiedlung von Kulanen in Zentralkasachstan sowie die Etablierung einer Fangmethode für Saiga-Antilopen zur Besenderung. Durch diese Maßnahme können die Wanderrouten der Tiere nachverfolgt und Anpassungen an der Ausdehnung von Schutzgebieten vorgenommen werden. Neben zahlreichen Veröffentlichungen und Publikationen ist Geiger an der Ausbildung von Studierenden der Universitäten von Frankfurt und Gießen beteiligt. Sie ist national und international hervorragend vernetzt und in vielen zoofachlichen Verbänden ehrenamtlich tätig.

Foto:
Stadträtin Ina Hartwig und die neue Zoodirektorin Christina Geiger
©Stadt Frankfurt, Foto: Salome Roessler

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Quelle: Stadt Frankfurt