Ein spontan hingelegter Auftritt in der S-Bahn erweitert den Tourismusbegriff


Heinz Markert


Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Am Spätnachmittag wurde der Tourismustag endlich durch die Verleihung des Tourismuspreises der Stadt Frankfurt am Main gekrönt. Durch den Bürgermeister Helmut Becker musste aber der Verleihungsvorgang nochmals mit dem Sprachklischee von Frankfurt als Metropole, d.h. internationale Business-Stadt zwischen Flughafen und Skyline belästigt werden.


Ohne Hinzuziehung des Argumentativs scheint es nicht abgehen zu sollen. Welch eine Verneigung vor der Ökonomie (die man doch einfach machen lassen sollte, sie ist selbst dazu in der Lage), mit Anspruch auf immer gigantomanischere Größenordnungen. Wenn die Stadt aber Besonderes unterstützt, ok. Auch die leichte Steigerung der Übernachtungszahlen auf hohem Niveau war erneut unterzubringen. Muss denn die Stadt vornehmlich zuerst durch die Zahlenbrille betrachtet werden?


Der Sonderpreis ging an ‚Subway Session Frankfurt‘,


Zunächst ging es an die Verleihung des Sonderpreises. Durch ihn wurde dokumentiert, dass die echten Anregungen und wahrhaftigen Leistungen der Spontaneität eines bunten Volksgeistes entspringen und nicht eingefahrenen Systemeigenschaften von Industrie und Politik. Ausgezeichnet wurde das Video ‚Subway Session Frankfurt‘ während einer Fahrt der S-Bahn S5 nach Friedrichsdorf.
https://www.youtube.com/watch?v=XF6shrBX4L8


Den Preis empfing Anna Guder alias Kiddo Kat (im Bild) . Ihre Partnerin an der Percussion und im Duettgesang war Heidi Joubert. Sie sangen furios den Prince-Hit ‚Kiss‘. Prince verstarb wenige Tage später am 21.04.2016. Das Video `Video‚Subway Session Frankfurt KIDDO KAT and Heidi Joubert feat. Ozzy Lino‘ wurde über Hit Radio FFH zum 15.04.2016 veröffentlicht.



3. Preis ging an ‚The Frankfurt.BarBlog‘


Lisa Haag und Lena Strecker bloggen im Geist der Welt der Bars. Sie werfen gelassen differenzierende Blicke auf die Szene. Ihr Motto lautet: `Life is to short to drink bad cocktails`. Die Site ist beständig in Bewegung. Sie weiß, wovon sie spricht. Es findet sich unter ‚Barguide‘ ein Top Ten der ‚Hotelbars und Summerlocations‘. Die Rubrik ‚Unterwegs‘ beschreibt und bewertet auch überregional. Weiterhin findet sich eine Kategorie ‚Specials und Interviews‘. Das Preisgeld beträgt 1000 Euro.
 https://thefrankfurtbarblog.com/uber-uns/



2. Platz ging an: ‚Markt im Hof‘


Die Site bewegt sich im Brückenviertel Sachsenhausen, das einen Aufstieg hingelegt hat, der kaum zu fassen war, woran sich zeigt, was möglich ist, wenn ein Konzept dahinter ist. Früher bestimmten das Viertel eine Stallung für Fuhrunternehmen, Autowerkstatt und Getränkeunternehmen. Das Kreativquartier steht – nicht nur, aber auch – für ‚avancierte, individuelle Einzelhandelskonzepte in den Bereichen Grafik, Design und Mode‘. Ein Akzent liegt auch auf dem leiblichen Wohl, wie die Seite vermittelt.


Die Entwicklung belegt, dass Aufstiege im besten Sinn möglich sind, wenn Leute, die miteinander können, ein erdachtes Konzept aufeinander abstimmen. Auf diese Weise lässt sich ein Stadtquartier zum wesentlich Besseren verändern.
http://marktimhof.de/



1. Preis ging an:‘Instagramm Community Frankfurt‘


Nach Wikipedia ist Instagram ist ein kostenloser Online-Dienst zum Teilen von Fotos und Videos.
„Der erste Platz und damit ein Preisgeld von 2.500 Euro geht an die Instagram Community Frankfurt. 130 Teilnehmer aus ganz Europa mit kumuliert 3,5 Millionen Followern, drei Tage, 1.400 Fotos unter #wwim13fra auf Instagram, 30 Millionen Brutto-Kontakte und über eine Millionen Likes, das sind die Kennzahlen, die die Instagram Community Frankfurt als Organisator für das World Wide InstaMeet in Frankfurt vorzuweisen haben. Organisiert wurde das InstaMeet von den Administratoren der IgersFrankfurt auf ehrenamtlicher Basis und in ihrer Freizeit. Martin Widenka, Kirsten Michalski, Kathi Schenk und Natanja Grün organisierten sechs verschiedene Routen durch Frankfurt am Main, den Palmengarten, nach Höchst, zum Flughafen, ins Felsenmeer im Odenwald und auf den Feldberg, teilweise mit exklusiven Eindrücken und Zugängen.

Besonders beeindruckend ist an dem Projekt auch, dass so viele Institutionen und touristische Leistungsträger wie Lufthansa, die Hotellerie oder das Kulturamt beteiligt waren und das InstaMeet unterstützt haben“, betont Bürgermeister Uwe Becker in seiner Laudatio. „Das zeigt die Stärke und auch die Bereitschaft der Branche, sich auf neue und innovative Kommunikationswege einzulassen“, so Becker weiter. Die entstandenen Bilder zeigen die Bandbreite der Sehenswürdigkeiten und Stadtansichten. „Wir sind gekommen, um Fotos zu machen, und als Freunde auseinander gegangen“, bestätigten die Organisatoren. Freunde von Frankfurt sind sie nun allemal.“ (entnommen dem Pressebereich der Stadt Frankfurt)

 

Foto: Anna Guder alias Kiddo Kat (c) Heinz Markert