Bildschirmfoto 2019 03 07 um 00.34.04Serie: Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 7. März 2019, Teil 3

Alexander Pointner

München (Weltexpresso) -Die Mitarbeit an „The Big Jump – Flieg mit uns in 3D“ gab mir persönlich die Möglichkeit drei Jahre nach meinem Karriereende als Cheftrainer des Österreichischen Skiverbandes wieder in die Welt des Skisprungweltcups einzutauchen. Doch dieses Mal aus einem neuen und für mich sehr spannenden Blickwinkel: Ohne Erfolgsdruck und Wettkampfstress durfte ich mich auf die Faszination Skifliegen einlassen und eine Produktion begleiten, die dieses einzigartige Erlebnis, das nur wenigen Menschen auf der Welt vorbehalten bleibt, für alle Interessierten in 3D noch besser erfahrbar macht.

Ich bin dem Skispringen seit meinem Karriereende als Trainer erhalten geblieben: als Buchautor, als Kolumnist für eine Zeitung und auch als Berater für einen bulgarischen Skispringer. Doch der Weg an die Schanzen dieser Welt war in den letzten Jahren aufgrund des schweren Schicksals, das meiner Familie widerfahren ist, stets ein schwerer und seltener. Die Rückkehr in das Weltcupgeschehen im Rahmen der Dreharbeiten für „The Big Jump – Flieg mit uns in 3D“ gestaltete sich für mich daher nicht einfach. Gefühlsmäßig wurde ich zwischen zwei Polen hin und her gerissen: 
Einerseits begeisterte mich die Präsentationstechnik, die beeindruckende dreidimensionale Bildgewalt, in der sich „mein“ Sport bald präsentieren würde dürfen.
Andererseits hat mich die Norwegische Skisprungmannschaft sehr an mein damaliges Erfolgsteam „Die Superadler“ erinnert: Die Skandinavier traten von Beginn an den Dreharbeiten offen und neugierig entgegen, mit ihnen konnte man am meisten ausprobieren, was wiederum neue und einzigartige Filmperspektiven ermöglichte. Ihre erfrischende und lockere Art motivierte auch die Teams der anderen Nationen, die uns nach anfänglicher Skepsis ebenfalls sehr unterstützten. Dass dann ein Norweger Weltmeister wurde, freute mich ganz besonders und bestätigte mich in meinem Selbstverständnis, dass der Blick auf den Sport nicht zu eng sein darf, wenn man erfolgreich sein will.

Ich selbst habe meine Tätigkeit als Trainer ebenfalls sehr breit gefächert gesehen. Für mich war nicht nur das eigene Team sehr wichtig, sondern auch die Zusammenarbeit mit Veranstaltern oder Medien. Es ging mir stets um alle handelnden Personen, die dafür verantwortlich sind, aus unserer Randsportart ein besonderes Erlebnis für viele zu machen.

Meine Tätigkeiten als Co-Autor, Berater und Kommentator bei „The Big Jump flieg mit uns in 3D“ gaben mir die Möglichkeit noch einmal aus anderer Perspektive zu erleben, wie komplex so eine Veranstaltung abseits der sportlichen Geschehnisse abläuft. Ich wechselte auf die Seite jener, die es überhaupt ermöglichen, dass die Leistungen der Spitzenathleten, international gesehen werden können: Das beginnt bei Renndirektor Walter Hofer und den Veranstaltern, geht weiter bei den Produktionsfirmen für die Fernsehübertragungen, den TV-Sendern selbst und endet nicht zuletzt bei deren Moderatoren und Kommentatoren.

Alle sind uns mit großem Verständnis entgegengekommen, obwohl - und das hat mich besonders fasziniert an dieser Produktion - unsere Arbeitsweise völlig konträr zu der ihren verlief. Im täglichen Wettkampfgeschäft muss alles schnell gehen, man muss anpassungsfähig und spontan sein - bei einer 3D-Produktion ist das Gegenteil der Fall. Alles ist extrem aufwendig und genau geplant, die Einstellung für ein einziges Bild kann schon einmal rund 20 Minuten dauern. Da können nicht „schnelle“ Bilder gemacht werden, weil die Verhältnisse gerade gut passen oder das Wettkampfgeschehen für Dramatik sorgt. Diese „Langsamkeit“ in die stressige Skiflugwelt zu integrieren war eine besondere Herausforderung, die alle - sowohl das Filmteam als auch die Verantwortlichen im Skisprungzirkus - hervorragend gemeistert haben.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, bei „The Big Jump – Flieg mit uns in 3D“ in so verantwortungsvoller Position mitwirken zu können. Der Skisprungsport begeistert mich seit meiner Kindheit, 20 Jahre lang bin ich selbst als Athlet über die Schanzen dieser Welt gesprungen und 18 Jahre lang durfte ich als Trainer Erfolg um Erfolg feiern. Dennoch hat dieser Film mit seinen einzigartigen Bildern und Eindrücken mein persönliches Spektrum, meine persönliche Sicht auf diesen faszinierenden Sport noch einmal erweitert.

Foto:
© Verleih

Info:
Regie: Ernst Kaufmann
Drehbuch: Ernst Kaufmann und Alexander Pointner
Mitwirkende: Sven Hannawald, Andreas Wellinger, Richard Freitag, Stefan Kraft, Michael Hayböck, Noriaki Kasai, Robert Johansson, Anders Fannemel, Daniel-Andrè Tande, Thomas Diethart u.a.

Abdruck aus dem Presseheft